Dessau/Haldensleben (dh) l Irgendeiner, der die Mannschaft in der entscheidenden Phase mitreißt. Irgendeiner, der die Mannschaft in einer schwachen Phase aufbaut: Die Haldensleber Handballer suchen (noch) nach einem Führungsspieler, am Sonnabend sind sie jedenfalls nicht fündig geworden. Bei der 25:28 (14:12)-Niederlage in der Sachsen-Anhalt-Liga beim Dessau-Roßlauer HV II fehlte dem HSV der entscheidende Antrieb, als es darum ging, einen Vorsprung auszubauen oder einen Lauf des Gegners zu unterbinden. "Wie haben noch zu wenig Konstanz im Rückraum, einfache Dinge funktionieren plötzlich nicht mehr, die Verantwortung wird immer weitergeschoben", erklärte Trainer Matthias Schröder das Problem. "Aber das Spiel haben wir auch in der Abwehr verloren."

Einen Vorsprung hatte der HSV zum Beispiel beim Stand von 12:9 zum Ende der ersten Halbzeit erzielt, es folgte ein 13:10 und ein 14:11. Aber mehr folgte nicht, weil Haldensleben sich "in zu vielen Einzelaktionen" verstrickte, berichtete Schröder. "Wir haben eine kleine Vorentscheidung verpasst, eine Führung mit fünf, sechs Toren zur Pause wäre möglich gewesen." So stand es 12:14.

Viel besser lief es im ersten Abschnitt in der Abwehr: "Wir haben keine klaren Wurfchancen der Dessauer zugelassen, standen dicht am Mann, haben das Spiel mit dem Kreisläufer unterbunden." Den Rest erledigte Keeper Tom Mocker mit 13 seiner insgesamt 16 gehaltenen Bälle. Alles war, wie es sich der 41-jährige Schröder wünscht - und alles wurde anders nach dem Wechsel.

Haldensleben markierte zwar den ersten Treffer zum 12:15, fortan aber "trafen wir die falschen Entscheidungen in der Verteidigung", was dem Gastgeber einen 12:3-Lauf zur 24:18-Führung ermöglichte. "Dessau agierte aggressiver in der Abwehr und kam so zu den einfachen Toren", berichtete Schröder. Und Dessau hatte mit Denny Winkel einen Akteur, der das komplette Spiel seiner Mannschaft diktierte. Der HSV hatte den Hausherren nichts mehr entgegenzusetzen, selbst zwischen der 48. und 53. Minute nicht, als auch der Gastgeber keinen Treffer erzielte.

"Jetzt ist der Druck wieder da", weiß Schröder, "am nächsten Sonnabend gilt es deshalb, wieder zu punkten beim Heimspiel gegen den HBC Wittenberg. Dazu müssen wir aber zu den Dingen zurückkehren, die wir beim ersten Erfolg gegen Landsberg (26:18/d. Red.) richtig gemacht haben."

HSV Haldensleben: Mocker/Domann - Möritz (2), Hilliger (3), Teßmann, Kruse, Demuth (3), Rühl (4), Mucheyer (1), Fister (2), Wille (4), Stolze (6/1), Krüger.