Landkreis l Sport ist emotional, kontrovers und lautstark. Und das nicht nur auf dem Platz, in der Halle oder auf der Laufstrecke, sondern manchmal auch bei Gesprächen zwischen Ausrichtern, Organisatoren und Entscheidungsträgern.

Am vergangenen Donnerstag trafen sich im Sporthaus des Haldensleber SC Vertreter des Kreissportbundes (KSB), der Kreisfachverbände, Sportartenvertreter sowie Ausrichter der Kinder- und Jugendspiele zu einer Beratung. Der KSB wurde dabei unter anderem von dem 1. Vizepräsidenten Torsten Winkelmann, dem Vizepräsidenten Breitensport Günter Wielinski oder Geschäftsführer Hartmut Baethge vertreten.

In der über 20 Teilnehmer umfassenden Runde wurde schnell intensiv, teilweise sogar sehr emotional, über die Probleme der Kinder- und Jugendspiele diskutiert. Vorrangig ging es dabei um die Frage, was der KSB mit dieser Veranstaltung erreichen möchte. "Mir stellt sich die Frage nach dem Sinn und Zweck der Spiele? Wollen wir damit die Kinder von der Straße holen oder den organisierten Sport, also den Leistungssport, unterstützen", fragte gleich zu Beginn der Diskussionsrunde Lutz Neumann vom Wolmirstedter Kanu-Verein.

An seiner Sportart erklärte er auch gleich das große Problem der Veranstaltung: Wer im Kanu an den Spielen teilnehmen möchte, kann das nur machen, wenn er ein aktives Vereinsmitglied ist. Ohne Vereinszugehörigkeit ist es unmöglich, diesen Sport auszuführen, da sowohl die Kosten für das Boot als auch die Handhabung des Sportgerätes nicht von einem Leihen zu bewerkstelligen sind. Somit werden alle anderen ausgeschlossen. Ganz anders verhält es sich bei leichtathletischen Disziplinen. An einer Laufveranstaltung darf jeder teilnehmen, egal ob Vereinszugehörigkeit oder nicht. Somit können sich hier Hobbyläufer aus den Schulen und Vereinsstarter duellieren, beim Kanu ist das dagegen eine geschlossene Gesellschaft. Eine zufriedenstellende Antwort erhielt Neumann an diesem Abend von keiner Seite, Ralf Sacher von der Sportjugend versuchte es dennoch: "Mit den Kinder- und Jugendspielen wollen wir möglichst alle erreichen. Aber es hat halt nicht jeder die gleichen Voraussetzungen."

Ein weiteres großes Thema war die Verteilung der finanziellen Mittel. Auch hier fühlten sich die Wassersportler benachteiligt. Jede Sportart wurde gefördert und hatte einen Eigenanteil zu tragen. Die strittige Frage war nun, wer welche Fördersumme erhalten hatte und wie hoch die Eigenleistung war. Neumann als auch Swen Kleinau, Vertretungsberechtigter Vorstand des Wolmirstedter Kanu-Vereins, gaben zu Protokoll, dass sie etwa 50 Prozent der Kosten selber übernehmen mussten, obwohl sie zum kostenintensiveren Sport gehören.

Trotz der vielen Probleme zeigten sich die Verantwortlichen bei einigen Sportarten sehr zufrieden. So wurden beispielsweise das Gerätturnen und die Kleine Friedensfahrt ausdrücklich erwähnt. Besonders das Kunstturnen sei in der Organisation, der Siegerehrung und im Ablauf sehr positiv aufgefallen. Beim Radrennen wurde die hervorragende Zusammenarbeit gelobt und dass man Kinder aus dem gesamten Bördekreis am Start hatte. Die Gesamtbilanz der Teilnehmer fällt ebenfalls positiv aus: Im vergangenen Jahr waren 4094 Aktive an der Veranstaltung beteiligt, in diesem Jahr sogar 4334. Die Erfolge können aber nicht über die Unstimmigkeiten hinwegtäuschen. Bis zur Austragung 2015 bleibt noch etwas Zeit und Verbesserungspotenzial gibt es immer. Auch das gehört zum Sport.