Magdeburg (dh) lAuswärtsspiele des HSV Haldensleben enden in dieser Saison zumeist in Lehrstunden: Ganz neu war am Sonntag beim BSV 93 Magdeburg zum Beispiel die Erkenntnis, dass der obligatorische kleine Einbruch, den die Handballer in der Regel ab der 50. Minute verzeichnen, bereits nach 20 Minuten und in heftigster Form eintreten kann. So heftig sogar, dass aus einem flüssigen Spiel mit einer 6:2-Führung eine folgende Diskussionsrunde mit den Schiedsrichtern erwächst, die maßgeblich zur 25:33 (14:17)-Niederlage in der Sachsen-Anhalt-Liga führte. Nach der fünften Auswärtspleite der Saison bleibt deshalb nur dieser Blick des HSV-Trainers Matthias Schröder auf die aktuelle Situation: "Wir sind mitten im Abstiegskampf, und die Luft wird langsam dünn."

Wenn es nun diese Anfangsphase der Partie nicht gegeben hätte, wäre Schröders Bericht zum Auftreten seiner Schützlinge auf totale Hoffnungslosigkeit hinausgelaufen. So aber klang der 41-Jährige vor allem sehr enttäuscht und zum Ende auch wieder kämpferisch. In jener Anfangsphase nämlich hat zum Beispiel der Regisseur "Maximilian Rühl seine Sache wirklich überragend gemacht". Und: "Wir haben die Vorgaben in dieser Phase wirklich gut umgesetzt, kommen sehr gut ins Spiel und sind dominant." Aber: "Plötzlich haben wir nur noch mit den Schiedsrichterentscheidungen gehadert." Auf dem Feld, auch von der Bank aus: Neun Zeitstrafen waren die Folge, kassiert in Phasen, wo "wir eigentlich wieder rankommen konnten an den BSV". So wurde aus einer 6:2-Führung über ein 8:8 zur Pause ein 14:17-Rückstand.

Und eine Zeitstrafe nahm Haldensleben aus der ersten in die zweite Halbzeit mit, kassierte zwei weitere Gegentreffer zum 14:19. Die Keeper Tom Mocker (10 Paraden) und Dennis Domann (2) fanden nach der Pause nicht mehr ins Spiel, weil auch die Abwehr ihre Aufgaben nicht erfüllte, die Konzentration sich auf mangelnde Disziplin verlagerte, sich die individuellen Fehler fortsetzten. "In einem Spiel zweier schlechter Mannschaft haben wir verloren", resümierte Schröder auch mit Blick auf die Angriffseffektivität von nur 45 Prozent. Gesamtfazit: "Eine absolute Katastrophe."

Was Schröder vor allem vermisst hat, war "der Wille" seines Teams, die Partie erfolgreich zu gestalten: "Es mangelt nicht am Können, es mangelte an der Bereitschaft." Mehr Bereitschaft haben die Haldensleber bislang in Heimspielen gezeigt. Am kommenden Sonnabend ist mal wieder so eines: in Süplingen gegen den HV Wernigerode (17 Uhr). Heimsiege reichen allerdings nicht allein für die Ziele des HSV. Schröder: "Wir müssen es schaffen, uns endlich mal auch auswärts zu strecken, wenn wir eine Serie starten wollen."

HSV Haldensleben: Mocker, Domann - Möritz (5), Hilliger (1), Teßmann (1), Kruse (6), Demuth (1), Rühl (1), Mucheyer, Fister, Stolze (9/6), Tysack, Krüger, Wille (1)