Der SV Langenweddingen hat am Sonnabend das Derby in der Haldensleber Ohrelandhalle für sich entschieden. Denkbar knapp setzte sich der Spitzenreiter beim HSV Haldensleben mit 22:21 (8:9) durch und feierte damit den neunten Sieg in Serie. Für den Gastgeber war es eine grausame Niederlage.

Haldensleben l "Wir waren leider nur 54 Minuten lang die bessere Mannschaft. Das hat nicht gereicht, um das Spiel zu gewinnen", zog Matthias Schröder nach dem Krimi Bilanz.

Seine Mannschaft stellte den Klassenprimus vor große Probleme. Zwar ging der Gast durch einen Siebenmeter von Sebastian Schneider und einen Treffer von Jörg Friedrich mit 2:0 in Führung, doch es sollte bis zur Schlussminute die letzte für den SVL sein.

Haldensleben konterte die souveräne SVL-Anfangsphase, angetrieben von Andy Krüger (2), Christoph Hilliger und Tim Teßmann, und biss sich in die Partie. Der Spitzenreiter hatte Sorgen, fand trotz zeitweiliger zweifacher Überzahl nicht seinen Rhythmus und traf vorne die falschen Entscheidungen. Das Derby nahm Fahrt auf. Jeder Angriff wurde mit etwas mehr als der nötigen Härte gefahren. Der HSV kam damit besser zurecht, erhöhte durch Stolze auf 7:5 und 9:6. Doch der ehemalige Langenweddinger ließ bis zur Pause gleich mehrere klare Möglichkeiten aus. Das Deinert-Team robbte sich trotz schwacher Quote zum 9:8-Pausenstand heran.

Nach dem Seitenwechsel erwischte der HSV den besseren Start. Christoph Hilliger, der aufgrund zweier schneller Zeitstrafen nur noch im Angriff eingesetzt wurde, und der quirlige Andy Krüger erhöhten auf 12:9. Es sah gut aus für den HSV, der jetzt auf jeden Gegentreffer die passende Antwort fand. Langenweddingen hatte es in dieser Phase Falk Hohmann und Matthias Knorr, der nach nervöser erster Halbzeit sieben Treffer markierte, zu verdanken, dass der Kontakt nicht komplett abriss. Im Gegenteil, Langenweddingen holte auf und war nach 14:18-Rückstand (39.) durch einen verwandelten Siebenmeter von Knorr wieder gleichauf (19:19/54.). Die Spannung war nun greifbar. Beide Teams leisteten sich Unkonzentriertheiten. Möritz brachte den HSV erneut in Führung, Tobias Deutscher gelang nach einem Ballverlust der Ausgleich. "Die Endkampfgestaltung war ein bisschen schluderig. Wir haben zu einfache Fehler in der Vorwärtsbewegung gemacht", beschreibt Schröder die heiße Phase. Dennoch, sein Team hatte die "Möglichkeit, das Spiel zu gewinnen". Domann parierte klasse gegen Hohmann, doch Tysack ließ die nächste Vorlage aus. Beim Versuch des schnellen Gegenstoßes fing David Stolze den Ball ab. Diesmal nutzten die Haldensleber die Chance und trafen durch Hilliger zum 21:20.

Doch der SVL blieb ruhig, spielte mit Routine und dem Selbstvertrauen eines Tabellenführers weiter. Tim Heine gelang der Ausgleich, Haldensleben vergab. 46 Sekunden vor dem Ende traf Knorr per Siebenmeter zur ersten SVL-Führung seit einer gefühlten Ewigkeit. Sie reichte zum Sieg, weil der Gastgeber den letzten Angriff nicht erfolgreich abschloss.

Haldensleben: Domann, Mocker - Möritz (3), Hilliger (4), Teßmann (2), Rühl, Mucheyer, Fister, Wille, Stolze (4), Tysack (3), Krüger (5), Wurzel, Kruse.

Langenweddingen: Illig, Eisenkolb - Stark, Schult (2), Schneider (1), Scheller (2), Knorr (8), Hohmann (4), Friedrich (2), Deutscher (2), Heine (1).

Zeitstrafen: HSV 3/ SVL 3

Siebenmeter: HSV 5/4; SVL 9/5.

 

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