Haldensleben l Vor dem Spiel gegen die zweite Mannschaft des Dessau-Roßlauer HV am Sonnabend stand die große Frage, wie der HSV Haldensleben die zahlreichen Ausfälle kompensieren sollte. Mit Tom Mocker (Knie verdreht), Marco Möritz (private Gründe), Tim Teßmann (Erkältung), Maximilian Rühl (grippaler Infekt) und Marvin Möritz (Spielsperre) fehlte die halbe Stamm-Mannschaft. Andy Krüger konnte zwar spielen, doch aufgrund von Schulterproblemen war auch er nicht im Vollbesitz seiner Kräfte.

Letztenendes gelang es dem Team von Trainer Matthias Schröder nicht, die Ausfälle aufzufangen. Im Ergebnis steht eine 28:33 (16:16)-Niederlage. Doch das wäre nur die halbe Wahrheit. In der ersten Halbzeit nahm die auf vielen Positionen veränderte Mannschaft die Aufgabe bestens an und hielt stark dagegen. Dem frühen 0:2-Rückstand folgte der Ausgleich zum 4:4 (10:45 min.) durch einen Siebenmeter von David Stolze, der mit sechs Treffern bester HSV-Werfer war. Positiv hervorheben wollte ihn Schröder aber nicht, die Niederlage ließe das nicht zu: "Bei so einem Spiel brauchen wir da keinen hervorheben. Die Mannschaft hat heute ein schlechtes Spiel abgeliefert und in der zweiten Halbzeit haben wir das Ding einfach in der Abwehr verloren." Gegen Ende des ersten Durchganges ging der HSV mehrfach in Führung (12:10, 14:12, 15:14), die Hoffnung auf einen positiven Ausgang wuchs stetig. Doch mit der Schlusssirene kassierten die Hausherren noch das 16:16.

Nach dem Wechsel machten sich die Ausfälle dann deutlich bemerkbar. Einige Spieler mussten auf ungewohnten Positionen fast das gesamte Spiel bestreiten, Pausen waren nicht möglich. Die letzte HSV-Führung gab es beim Stand von 22:21. Danach schwanden die Kräfte, die Fehler häuften sich. Dessau-Roßlau zog mit zwei Läufen erst auf 24:22 und wenig später auf 28:25 davon. Die wenigen Chancen, die die Rolandstädter hatten, wurden dann leichtfertig vergeben. Die fehlende Eingespieltheit zeigte sich deutlich: "Hinten raus hat man gemerkt, da wo es interessant wird, sind die Automatismen nicht da. Die Abstimmung hat gefehlt und da sind sie in der Abwehr auch zu passiv gewesen. Da werden wir einfach überworfen, das war zu leicht."

Dem Rückstand lief der HSV bis zum Ende hinterher, die Gäste nutzten ihre Chancen konsequent. Marcus Tysack verkürzte noch auf 25:27, wenig später Carsten Fister auf 27:30. Am Ende setzte sich Dessau mit 33:28 durch. "Es war in der zweiten Halbzeit ein bescheidenes Spiel von uns, im Allgemeinen. Dessau war in den entscheidenden Momenten besser und abgezockter. Die haben einen guten Torwart, der zum Schluss den Ball hält."

HSV Haldensleben: Domann, Wolke - Teßmann, Kruse (3 Tore), Wurzel (3), Mucheyer (5), Fister (1), Stolze (6), Tysack (3), Ebert (3), Krüger (4).

Siebenmeter:4/5.

Zuschauer: 70.