Wittenberg/Haldensleben lEine Nachbereitung zu diesem Spiel wird es nicht geben. Matthias Schröder ist in dieser Woche beruflich auswärts unterwegs, er kann also am Training nicht teilnehmen. Der Coach muss zur 31:39 (18:20)-Niederlage seines HSV Haldensleben am Sonnabend in der Sachsen-Anhalt-Liga beim HBC Wittenberg auch nicht viel erklären. Eigentlich reicht die Feststellung, dass die Gastgeber schon nicht gut, aber seine Handballer eben noch schlechter waren - dennoch lieferte Schröder dafür einige statistische Beweise.

Zunächst lieferte Schröder aber den emotionalen Beweis: Beim Telefonat am Sonntag graute nicht etwa der, sondern dem Morgen in Anbetracht der Stimmung des 41-Jährigen. Immer wieder setzte er kurz ab, um die richtigen Worte zu finden für etwas, das er und auch die Mannschaft sich so nicht vorgestellt hatten.

Man muss es wohl als freundliche Kooperation des Gastgebers werten, dass "beide Mannschaften in der ersten Halbzeit ohne Abwehr spielten", wie Schröder berichtete. 38 Treffer in 30 Minuten bedeutet alle 47 Sekunden ein Treffer. Das Spiel näherte sich dem absoluten Rekord, den sich der SV Oebisfelde und die HSG Freiberg in der Mitteldeutschen Oberliga eine Woche zuvor mit dem 50:50 (alle 36 Sekunden ein Tor) geleistet hatten. Darüber jubelt sicherlich jeder Fan, aber gewiss kein Trainer.

Soweit sollte es in Wittenberg nun nicht kommen. Trotzdem funktionierte zumindest in der ersten Halbzeit der Angriff der Haldensleber. 18 Tore bei 33 Angriffen (sechs technische Fehler) waren durchaus gut. Christopher Ebert, der sein zweites Spiel für den HSV bestritt, war letztlich mit neun Treffern der beste Werfer. Aber das nützte alles nichts, weil es nach dem Wechsel nicht zu einer ähnlichen Angriffsquote reichte. Dabei hatte Keeper Dennis Domann den HSV mit seinen Pararden im Spiel gehalten. Irgendwann aber konnte er nicht mehr auf die Hilfe seiner Vorderleute bauen, wie auch die Torhüter Philipp Wolke und Tom Mocker nicht, die Schröder außerdem einsetzte, um Zeichen zu setzen. Bis zur 55. Minute sah es trotzdem so aus, als könnte der HSV das Spiel noch drehen. Es stand 33:31, und "ich hatte dann einen schnellen Abschluss gefordert", meinte Schröder. Der funktionierte ebenso wenig wie der notwendige schnelle Rückzug, weshalb die besten Werfer des HBC "durchfliegen" konnten bis zum Kreis. Besonders erfolgreich flog dabei Franz Hildebrandt, der 14 Tore markierte. "Wir haben zu viele einfache Fehler gemacht", meinte Schröder.

In Zahlen las sich das dann so: Letztlich nutzte der HSV 74 Angriffe nur zu 31 Treffern, das macht eine Angriffseffektivität von sehr schmalen 42 Prozent. Und letztlich "haben wir von 39 Gegentreffern 25 per Gegenstoß kassiert". Überhaupt sagen diese Zahlen wirklich "alles über das Spiel aus". Schröder wollte dies auch nicht mit den vielen Fehlenden begründen: "Wir haben 18 Spieler im Kader, und wir haben bereits bewiesen, dass wir Ausfälle kompensieren können."

Dennoch: Die Ausfallliste lichtet sich zum nächsten Heimspiel am kommenden Sonntag in der Ohrelandhalle (17 Uhr) gegen den BSV Magdeburg weiter: Dann greifen Maximilian Rühl, Marvin und Marco Möritz sowie Marcus Tysack wieder an.

HSV Haldensleben: Mocker/Wolke/Domann - Hilliger (4), Teßmmann (6), Kruse (4), Bierhals, Mucheyer (3), Fister (1), Stolze (4/3), Ebert 9, Krüger