Vier Mannschaften, zwei Spiele, ein Ziel: das Finale. Im DFB-Bördepokal stehen morgen ab 15 Uhr die Halbfinal-Paarungen auf dem Programm. Und Bördeoberligist Seehausen wechselt in der entscheidenden Saisonphase den Trainer.

Landkreis l Die Partie zwischen Seehausen und Germania Wulferstedt ist ohne Zweifel ein vorgezogenes Endspiel, es trifft der Tabellenführer der Bördeoberliga auf den Fünftplatzierten der Landesklasse, Staffel 3. Und doch rückt das Spiel völlig in den Hintergrund, denn der SVS hat nach dem 7:1-Erfolg am vergangenen Spieltag gegen Kali Wolmirstedt seinen Trainer Günter Braun entlassen. Seit Dienstag-Abend ist der ehemalige HSC-Coach Roland Zahn offiziell in der Verantwortung. Aber erstmal nur bis Saisonende. Beide Personalien hat der SV Seehausen der Volksstimme bestätigt (ein ausführlicher Bericht folgt in der morgigen Ausgabe). Die Unruhe beim Gegner dürfte der Germania noch zusätzlich in die Karten spielen, geht man doch ohnehin als leichter Favorit in die Vorschlussrunde. "Wir sind zwar die höherklassige Mannschaft, doch ich sehe die Begegnung sehr ausgeglichen. Seehausen steht nicht umsonst auf Platz eins der Bördeoberliga, und wir spielen ja auch noch auswärts. Ich erwarte daher ein packendes Spiel", sagte Wulferstedts Trainer Marco Wagner. Er finde die Entscheidung bei Seehausen "komisch" aber auch "nachdenklich", zumal der sportliche Erfolg unbestritten da ist.

In der Landesklasse, Staffel 3, hatte die Germania zuletzt spielfrei, für Wagner aber kein Problem: "Ich glaube nicht, dass das für uns ein Vorteil oder Nachteil ist. Die Spieler hatten mal eine Woche frei und das ist für den Kopf auch mal ganz gut." Personell muss er aber auf einige Akteure verzichten. Unter anderem werden Martin Schrader, Franz Klosa, Christian Reimann und Sebastian Stadler fehlen. Konkurrent Seehausen kann dagegen auf sein Stammpersonal zurückgreifen.

Die zweite Partie tragen die SG Klinze-Ribbensdorf und Blau-Weiß Empor Wanzleben aus. Beide stehen durchaus etwas überraschend im Halbfinale, haben sich das Spiel aber durch ihre Leistungen verdient. So bezwang Wanzleben beispielsweise im Viertelfinale den SV Altenweddingen mit 2:1 n.V., die SG siegte in der zweiten Runde mit 4:2 n.V. gegen den TSV Hadmersleben. "Keine Mannschaft, die es bis hierhin geschafft hat, steht zu Unrecht da", sagte Wanzlebens Trainer Michael Feldheim. Allerdings ist der unterklassige Gegner, Klinze-Ribbensdorf spielt in der Bördeliga, Staffel 1, Chance und Risiko zugleich. "Wir werden Klinze sicherlich nicht unterschätzen. Aber entscheidend ist, wie die Spieler damit auf dem Platz umgehen. In diesem Spiel wird sehr viel von der Einstellung abhängig sein."

In der Liga lief es für Empor zuletzt wieder etwas besser, am vergangenen Spieltag gab es ein 1:1 gegen Dahlenwarsleben, und davor ein 4:1 gegen Irxleben II und 5:0 gegen Wolmirstedt. Klinze-Ribbensdorf geht dagegen mit einer 0:7-Klatsche gegen Colbitz in die Partie und auch das 0:3 gegen Etingen/Rätzlingen war nur zwei Wochen zuvor. Und auch in den jeweiligen Tabellen stehen beide eher mittelmäßig da. Blau-Weiß liegt auf Rang elf und kämpft um den Klassenerhalt, die Spielgemeinschaft hat mit Platz zwölf die gleichen Sorgen. Daher würden beide ein Finale liebend gern annehmen, wäre es doch die Rettung einer schwachen Saison. Für Wanzleben wohl noch mehr als für Klinze. Für die letzten Wochen der Saison hat Feldheim daher auch ein klares Ziel: "Ich möchte, dass wir das Finale erreichen und am Ende auf einem einstelligen Tabellenplatz stehen." Denn Abstieg und Finale sei "eine schlechte Kombination".