Vor einer sportlich fast unlösbaren Aufgabe steht heute ab 14 Uhr der FSV Barleben im Fußball-Landespokal. Der Verbandsligaprimus empfängt den Drittligisten Hallescher FC auf dem heimischen Anger.

Barleben l "Wir dürfen uns gar keinen Fehler erlauben und müssen alle über unsere Leistungsgrenze hinaus gehen. Dazu muss Halle einen komplett gebrauchten Tag erwischen und selbst dann wird es sehr schwierig." Mario Middendorf, Trainer des FSV, gibt sich keinen Träumereien hin. "Wir sind nicht naiv und bauen auch keine Luftschlösser."

Dazu gibt es auch keinen Anlass. Zwar bestimmen die Barleber ganz klar das Geschehen in der Verbandsliga, doch der HFC kommt mit mächtig Rückenwind an den Anger. Zehn Punkte aus den letzten vier Spielen, zuletzt ein 3:2-Erfolg in Dresden. Dazu ist die Mannschaft von Sven Köhler nicht dafür bekannt, im Landespokal einen deutlich unterklassigen Gegner zu unterschätzen. Zwar blieb der Pokal in den vergangenen zwei Jahren in Magdeburg, doch das Aus kam für den HFC stets gegen einen Regionalligisten (Halberstadt, FCM). "Die individuelle Qualität ist einfach größer", erklärt Middendorf den Unterschied. Mittelfeldspieler Akaki Gogia sammelte bereits 18 Scorerpunkte und Torjäger Timo Furuholm traf in den vergangenen drei Spielen jeweils einmal.

"Wir wollen trotzdem selbstbewusst ins Spiel gehen und zeigen, dass wir eine gute Verbandsligatruppe sind", blickt Middendorf voraus. Dafür werden sich seine Spieler streng an den "Matchplan" halten müssen. "Wir werden natürlich etwas tiefer stehen als normal, unser System aber nicht ändern", gibt der Coach Einblick auf die taktische Ausrichtung. Wozu der FSV offensiv und defensiv in der Lage ist, haben die zahlreichen Zuschauer und Gegner am Anger in dieser Saison bereits gesehen. Dazu kommt die knappe Niederlage gegen Zweitligist RB Leipzig in der Vorbereitung (0:1), auch wenn es ein Spiel unter "ganz anderen Voraussetzungen war", wie Middendorf zurecht einschränkt.

So bleibt ein kleines Stück Hoffnung auf ein großes Wunder und der Blick in die Geschichte. Ein nicht für möglich gehaltenes Weiterkommen in ähnlicher Konstellation gelang zuletzt dem Haldensleber SC vor knapp drei Jahren im Landespokal-Halbfinale gegen den 1. FC Magdeburg.