Aus der Traum! Erwartungsgemäß war der Drittligist Hallescher FC am Sonnabend eine Nummer zu groß für den FSV Barleben. Der Verbandsligist lieferte trotz der 2:5-(0:1)-Niederlage vor 968 Zuschauern eine tolle Vorstellung und durch Christopher Kalkutschke auch den Treffer des Tages.

Barleben l Die Gäste aus Halle begannen forsch und pressten bereits früh in der gegnerischen Hälfte. Barleben hatte Probleme, sich dem hohen Tempo anzupassen, fand erst nach einer Viertelstunde zur gewohnten Ballsicherheit. Allerdings lagen die Schützlinge von Mario Middendorf da bereits in Rückstand. Nach einem Foul von René Heckeroth an der Strafraumgrenze brachte Sören Bertram den Ball gefühlvoll in den Sechzehner. HFC-Innenverteidiger Marcel Franke köpfte unbedrängt zur Führung ein (8.).

In der Folge hatte der Gastgeber Glück, nicht gleich den zweiten Gegentreffer zu kassieren. Erneut Franke (10.), der meist glücklose Osawe (14.) und Gogia (15.) scheiterten an der eigenen Ungenauigkeit oder am starken Alexis Lenhard. Den Respekt und die Nervosität strichen sich die FSV-Spieler mit der ersten gelungenen Angriffsaktion vom Leib. Nach einem HFC-Eckball zeigten die Barleber ihr gefährliches Umkehrspiel. Über Kalkutschke und Neumann wurde Brendel exzellent freigespielt. Sein Schuss ging allerdings knapp am Tor vorbei (26.). Keine sechs Minuten später die nächste Ausgleichsmöglichkeit. Nach einem Einwurf kam Denis Neumann zum Abschluss, doch Niklas Lomb klärte klasse zur Ecke (32.). "Wenn du gegen so einen Gegner die Dinger nicht machst, wird es schwierig", erklärte der verletzte Peter Otte nach dem Spiel. Kurz vor der Pause parierte Lenhard noch einen Freistoß von Brüggemann.

Im Stile einer Profimannschaft nutzte Halle die erste Chance nach Wiederbeginn zum zweiten Treffer. Aydemir brachte den Ball in die Mitte, Loth spitzelte ihn an den Pfosten, der Abpraller landete bei Bertram, der ihn humorlos ins kurze Eck drosch (51.). Alles schien auf einen ungefährdeten Favoritensieg hinauszulaufen.

Doch Barleben fand die passende Antwort. Eine misslungene Freistoßvariante des HFC nutzte der Gastgeber zum Konter. Über Weiß und Brendel wurde Christopher Kalkutschke in Position gebracht und der Toptorjäger der Verbandsliga ließ sich diese Chance nicht nehmen. Mit einem satten Schuss aus 26 Metern in den Winkel sorgte er für neue Hoffnung. Danach "waren wir dran, hatten sie da, wo wir sie hinhaben wollten", erklärte Kapitän René Heckeroth nach der Partie. Allerdings nur für 17 Minuten. Dann leistete sich der FSV einen Fauxpas, der zur Entscheidung führte. Christian Loth ließ sich während das Spiel weiterlief an der Seitenlinie behandeln, Barlebens Ordnung ging verloren und Osawe traf mit platziertem Schuss ins lange Eck (73.). "Wir haben heute viel Lehrgeld bezahlt", fasste Mario Middendorf zusammen.

In der Schlussphase zeigte sich der Drittligist effektiv. Sechs Minuten vor dem Ende hatte Lenhard Glück, dass er nach der Notbremse gegen Osawe auf dem Platz bleiben durfte. Beim fälligen Freistoß durch Akaki Gogia sah der Keeper allerdings nicht gut aus (1:4). Vier Minuten später nutzte der eingewechselte Tony Schmidt seine Freiheiten auf der rechten Seite zum fünften HFC-Treffer. Der Schlusspunkt blieb den Gastgebern vorbehalten. Denis Neumann traf mit ein bisschen Glück zum Endstand.

"Alles in allem war es ein gelungenes Fußballfest mit sieben Toren. Die zahlreichen Zuschauer sahen ein faires und unterhaltsames Spiel, bei dem auch die Rahmenbedingungen optimal waren. Ein riesen Dank an dieser Stelle an alle Helfer und an die Barleber Unternehmen", resümierte Organisator Andreas Ibe nach der Veranstaltung.

Torfolge: 0:1 Marcel Franke (8.), 0:2 Sören Bertram (51.), 1:2 Christopher Kalkutschke (56.), 1:3 Osayamen Osawe (73.), 1:4 Akaki Gogia (84.), 1:5 Tony Schmidt (88.), 2:5 Denis Neumann (90.).

Schiedsrichter: Sirko Müke (Schönebeck), Enkelmann, Müller.

   

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