Der Traum vom Titel in der Oberliga ist geplatzt: Die Baskets Wolmirstedt haben auch das zweite Spiel im Playoff-Finale gegen den Halleschen SC 96 verloren. Trotz einer Pausenführung gab es am Ende eine 53:54 (28:23)-Niederlage. Die Entscheidung fiel 0,2 Sekunden vor Schluss.

Wolmirstedt l Am Sonnabend standen sich die Baskets Wolmirstedt und der Hallesche SC 96 im zweiten Finalspiel um die Basketball-Krone Sachsen-Anhalts gegenüber. Die "Halle der Freundschaft" war gut gefüllt und die Gastgeber wollten die Niederlage aus der ersten Begegnung in Halle unbedingt ausgleichen, um so ein drittes und entscheidendes Spiel zu erzwingen.

Bereits die Anfangsphase zeigte deutlich, dass sich beide Mannschaften nichts schenken würden. Die Hallenser hatten erneut den besseren Start und lagen schon zu einem frühen Zeitpunkt mit 12:2 (4.) in Führung. Doch die Hausherren ließen sich von dem Rückstand nicht entmutigen und kämpften sich Punkt um Punkt heran. Zur ersten Viertelpause stand eine kleine Führung von 14:13 für die Baskets auf der Anzeigetafel.

Die Wolmirstedter setzten danach ihren Lauf fort, obwohl in dieser Partie einige wichtige Spieler fehlten. Doch es ist genau dieser Zustand, der zeigt, wie sehr sich das Team aus der Ohrestadt gefestigt hat. Eigenschaften wie Teamgeist sind aktuell sehr stark ausgeprägt, das merkte man in jeder Phase.

Im zweiten Viertel verstärkten die Spieler um Rene Schneider den Druck auf die Gäste aus Halle und setzten sich ein wenig ab. So stand es zur Halbzeit 28:23 für die Baskets. Nach dem Seitenwechsel verlief die Partie so, wie es alle erwartet hatten. Der HSC 96 blieb zu jeder Zeit gefährlich und konnte in der 26. Minute erstmals selbst wieder mit 34:32 in Führung gehen. Doch die Gastgeber ließen sich nicht beeindrucken und lagen vor dem Beginn des letzten Viertels wieder mit einem Zähler (40:39) vorne.

So musste der letzte Abschnitt die Entscheidung bringen. Hier erwischte die Mannschaft von Trainer Dirk Uhlemann den besseren Start und legte einen kleinen Zwischenspurt zum 46:40 ein.

Doch die Hallenser konterten und gingen dank ihrer Leistungsträger Kairies und Fehse in der 46. Minute wieder in Führung. Für die vielen Zuschauer, aber auch für die Spieler entwickelte sich die Schlussphase zu einem echten Krimi, der sich an der Freiwurflinie entscheiden sollte.

Nur wenige Sekunden vor der Schlusssirene bekamen die Baskets zwei Freiwürfe zugesprochen. Da es zu diesem Zeitpunkt 53:52 für den HSC 96 stand, musste zumindest ein Treffer erzielt werden, um den Ausgleich und somit die Verlängerung zu erzwingen. Baskets-Center Torsten Ramme verwandelte einen der beiden Versuche. Daher sah es acht Sekunden vor dem Ende nach einer Verlängerung aus. Halle kam aber noch einmal in Ballbesitz, trug ihn bis unter den Korb und erhielt 0,2 Sekunden vor Schluss zwei Freiwürfe. Für den Halleschen SC 96 war das nun die große Chance, den Sieg einzufahren und sich den Landesmeistertitel zu sichern.

Die Baskets-Fans wollten aber eine Verlängerung sehen und versuchten, den Spieler an der Linie lautstark zu beeinflussen. Der erste Wurf verfehlte auch sein Ziel und kurzzeitig keimte wieder etwas Hoffnung auf. Doch der Hallenser Spieler Richard Markwart ließ sich kein zweites Mal aus der Ruhe bringen und traf. Somit siegte der Hallesche SC 96 in einem mitreißenden und spannenden Spiel am Ende sehr glücklich mit 54:53 und wurde zum Landesmeister gekürt. Die Baskets Wolmirstedt wurden nach einer tollen Saison Vizemeister von Sachsen-Anhalt. Die Fans in der Halle ließen ihre Mannschaft trotz der Niederlage hochleben, denn sie hatte eindrucksvoll gezeigt, wozu sie fähig ist.