Mit einem 30:30 (14:15)-Unentschieden hat Frauenhandball-Drittligist HSV Haldensleben die Rückreise aus Hameln, vom dort ansässigen MTV Rohrsen, die Heimreise angetreten.

Von Norbert Kurzeck

Haldensleben. Nach dem schwachen Hinspiel und der engen Tabellenkonstellation wollte der HSV unbedingt zwei Punkte mitnehmen. Die letzten Spiele (4:4 Punkte aus den letzten vier Partien) liefen fast wie gewünscht. So ging Haldensleben mit neugewonnenem Selbstbewusstsein an die Aufgabe. Wie dramatisch das Ende sein würde, hatte niemand geahnt.

Der amtierende Niedersachsenmeister sowie der HSV fanden sofort ins Spiel und lieferten sich bis zur Halbzeit einen offenen Schlagabtausch mit sehenswerten Treffern. Keine Mannschaft setzte sich im Spielverlauf mit mehr als zwei Toren ab, was auch der 15:14-Halbzeitstand widerspiegelte. Am Angriffsverhalten der Haldensleber Frauen war bis dahin nichts auszusetzen. Das Manko lag in der Abwehr. Es fielen zu viele einfache Tore aus der gegnerischen Aufbaureihe und so blieb dem HSV die Führung versagt.

Ein anderes Bild in der zweiten Halbzeit, in der sich vor allem Lisa Hoffmann mit sehenswerten Treffern in Szene setzte. Die Abwehrreihe des HSV, mit der gut haltenden Josephine Klauß, agierte etwas besser und so erkämpfte sich Haldensleben bis zur 54. Minute eine 28:24-Führung. Im Gefühl des sicheren Sieges vergaben die HSV-Spielerinnen nun leichtfertig beste Möglichkeiten. Dazu gesellten sich fragwürdigen Entscheidungen des Schiedsrichtergespanns Schwarz/Weiß (Handballverband Niedersachsen), so dass die Heimsieben in der 59. Spielminute den glücklichen Ausgleichstreffer erzielte. Noch hatte die Cauer-Sieben aber 15 Sekunden Zeit für den Siegtreffer. Ein schneller Pass von Josi Klauß zum Anwurf, eine Kreuzbewegung und Anne Stutz erzielte vor der Schlusssirene das Siegtor.

Was folgte, waren Jubelstürme beim HSV und ein am Boden zerstörter Gastgeber. Jeder in der Halle, selbst die verstummten Heimzuschauer sowie die ansässige Presse, waren sich sicher, einen regulären Siegestreffer des HSV gesehen zu haben. Außer das Schiedsgericht vom HVN. Das war der Meinung, aus großer Entfernung mit Adleraugen gesehen zu haben, dass sich der Ball erst nach der Schlusssirene hinter der Torlinie befand. Der Siegtreffer wurde eine Minute nach dem erteilten Torpfiff des Schiedsrichtergespanns wieder aberkannt, alle Diskussionen halfen nichts. Über den trotzdem erlangten Punkt freuten sich die Rolandstädterinnen nicht mehr. Denn der HSV war sich einig, im so wichtigen Abstiegskampf unberechtigter Weise um einen Punkt betrogen worden zu sein.

HSV Haldensleben: Ethner, Klauß - Carolin Beck (4), Seidel (3), Wesemeyer (6/2), Daul (2), Cauer (3), Arens (1), Hoffmann (8/4), Anne Stutz (2), Nolde, Romy Stutz, Steinweg, Titsch.

Siebenmeter: HSV 8/6, MTV 6/5. Zeitstrafen: HSV 10, MTV 7.