Haldensleben (uve). Für Dirk Vinzelberg ging es kürzlich zu einem nicht alltäglichen Event. Beim 24-Stunden-Lauf in Iserlohn war er einer von mehr als 120 Laufbegeisterten, die diese Idee hatten. Für Außenstehende stellt sich hier die Frage: Wie bewältigt man eine solche Anforderung? Kurze Antwort: viel Training, Engagement, ein starker Wille und ein langer Atem gehören dazu! Viele Trainingskilometer in der Vorbereitung schufen die Voraussetzung für Dirk, das Ganze mit einem hervorragenden Ergebnis zu meistern. Im Wettkampfprotokoll stehen letztendlich folgende Daten. Dirk Vinzelberg, Gesamtneunter, Altersklassendritter M 45 mit 181,223 km Laufleistung - große Klasse!

Am Vortag ging es nach Iserlohn mit einem mächtig mulmigem Gefühl im Bauch. Wie wird es werden? Wird es mit der Verpflegung vor, während und nach dem Lauf klappen? Pünktlich um 12 Uhr ging es dann am Sonnabend los. Auf einer Zwei-Kilometer-Schleife mit einer Steigung von 20 Metern verteilte sich das Feld recht schnell. Bei 100 Runden kommen da schnell 2000 Höhenmeter zusammen. Es kam natürlich darauf an, dass die Kräfte gut eingeteilt wurden. Jeder musste sein Tempo finden.

Zu Hause wurde der Lauf im Internet verfolgt. Nach sechs Stunden lag Dirk bei 66 Kilometern im vorderen Feld, nach 18 Stunden standen schon 144 Kilometer im Protokoll und Platz neun. Diesen sollte Dirk bis zum Schluss behaupten. Nun kann keiner diese 24 Stunden am Stück laufen, so dass die Teilnehmer unterschiedliche Strategien hatten, um gut über die Nacht zu kommen. Einige ruhten sich kurz aus, schliefen etwas, machten einfach Pause oder versuchten durch Gehen etwas Kraft zu tanken. Dirk versuchte es mit Gehen, welches ihm wohl die notwendige Kraft gab, um in den neuen Tag hinein zu laufen. Die Essenaufnahme und die Regulierung der Flüssigkeitshaushaltes hatte Dirk gut im Griff. Mit zunehmender Dauer wurde es dann immer schwerer ein gutes Tempo zu halten. Irgendwann zählte nur noch das Erreichen des Ziels. Zunehmende Muskelschmerzen begleiteten jeden Läufer. Einige gaben auf. Dirk schaffte die 24 Stunden.

Mit diesem starken Ergebnis ist Dirk bei den Ultra-Läufern angekommen. Völlig kaputt galt es, die Siegehrung zu genießen. Nach einigen Gesprächen mit Leidenskameraden war erst einmal Erholung angesagt. Stolz trat Haldenslebens Dirk Vinzelberg dann die Heimreise an, und schmiedete schon wieder die nächsten Pläne für einen weiteren Ultra-Lauf.