Nach dem Gewinn der Sachsen-Anhalt-Liga- und der Norddeutschen C-Jugendmeisterschaft haben Haldenslebens Handballerinnen nun mit Platz zwei bei den Ostdeutschen Meisterschaft erneut ein überragendes Ergebnis nachgelegt.

Haldensleben. Hauchdünn fiel die Entscheidung um den Titel aus. Schlussendlich fehlten dem HSV Haldensleben zwei Tore zur Meisterschaft gegen punktgleiche Frankfurter Mädchen.

Neben dem HSV als Vertreter Sachsen-Anhalts nahmen die drei Sportelite-Schulen aus Schwerin, Frankfurt (Oder) und Leipzig, sowie der Meister der Hauptstadt Berlin Bundeslandes an diesem Höhepunkt in Frankfurt (Oder) teil. Gespielt wurden zweimal 15 Minuten, "Jeder gegen Jeden", ohne Halbzeitpause.

HC Leipzig - HSV Haldensleben 10:8. Das Match verlief sehr ausgeglichen mit ständig wechselnder Führung. Beide Mannschaften spielten schnellen körperbetonten Handball auf hohem Niveau. Die HSV-Mädchen erarbeiteten sich eine Menge Chancen, nutzten sie aber nicht konsequent genug. Neunmal scheiterten sie freistehend an der sehr guten Leipziger Torhüterin oder an Latte und Pfosten. Auch zwei Strafwürfe blieben ungenutzt. Leipzig verteidigte sein Tor mit allen Mitteln und ging dabei nicht zimperlich zu Werke. HSV-Trainer Norbert Berger sah "eine schwache Schiedsrichterleistung, welche uns total benachteiligte und unseren eigentlich verdienten Erfolg verhinderte". Das Frankfurter Kampfgericht entschuldigte sich später beim HSV dafür, aber das erste Spiel wurde unglücklich verloren. Außerdem verletzte sich Hoa Anh Dang dabei noch ziemlich schwer am Auge, so dass sie im gesamten Turnier nur noch sporadisch eingesetzt werden konnte. Der HSV, von allen Mannschaften sowieso mit dem kleinsten Spieleraufgebot gestartet, wurde dadurch erheblich geschwächt.

HSV Haldensleben - Rudow Berlin 19:7. Im zweiten Spiel stand der HSV schon mit dem Rücken zur Wand. Die Mädchen begannen von Anfang an sehr konzentriert. Gutes Deckungsverhalten, schnelles Konter- und variables Kombinationsspiel waren Mittel zum Erfolg. Die tapfer kämpfenden Berlinerinnen hatten nie die Spur einer Chance.

Haldensleben - Grün-Weiß Schwerin 15:14. Diese Begegnung war ein Schlüsselspiel für den HSV und musste gewonnen werden. Beide Mannschaften kannten sich gut aus vorherigen Duellen. Sie legten hohes Tempo vor und zeigten Handball vom Feinsten. Am Ende siegten die Haldensleberinnen nicht unverdient 15:14.

HC Frankfurt (Oder) - HSV Haldensleben 16:16. Das letzte Spiel dieses Turniers war jetzt ein Endspiel, da vorher die Berlinerinnen den HC Leipzig sensationell 17:16 besiegt hatten. Die Haldensleber Mädchen wussten von Anfang an, dass sie gewinnen mussten, da Frankfurt das um zwei Tore bessere Torverhältnis hatte. Es war ein an Dramatik kaum zu übertreffendes Endspiel. Beide Mannschaften schenkten sich nichts. Trotzdem diktierte der HSV dieses Spiel von Beginn an. Vier Minuten vor Schluss führte Haldensleben 16:12 und sah wie der sichere Sieger aus. Durch zwei Fehler im Aufbauspiel eröffnete der HSV den Gastgeberinnen zwei Konter, welche sie eiskalt nutzten. Jetzt war den Haldensleberinnen der enorme Kräfteverschleiß anzumerken, den dieses hochkarätige Turnier nach sich zog. Nicht alle Spielerinnen brachten auf der Zielgeraden die nötige Konzentration auf, um den Sieg nach Haus zu fahren. "Ausschlaggebend waren für mich zwei fragwürdige Siebenmeterentscheidungen, die die bis dahin gut leitenden Frankfurter Schieris gegen uns trafen. Diese beiden Geschenke für die Heimmannschaft haben uns Sieg und Titel gekostet", haderte Norbert Berger mit dem Ausgang dieser Partie.

Ergebnisse

Schwerin - HC Frankfurt (Oder)13:18

HC Leipzig - HSV Haldensleben10: 8

Rudow Berlin - GW Schwerin11:14

HC Frankfurt (Oder) - HC Leipzig13:18

Haldensleben - Rudow Berlin19: 7

Grün-Weiß Schwerin - Leipzig14:11

Frankfurt (Oder) - Rudow Berlin21: 8

HSV Haldensleben - Schwerin15:14

Rudow Berlin - HC Leipzig17:16

Frankfurt (Oder) - Haldensleben16:16

Endstand

1. HC Frankfurt/Oder468:555:3

2. HSV Haldensleben458:475:3

3. HC Leipzig455:524:4

4. Grün-Weiß Schwerin457:554:4

5. Rudow Berlin443:702:6

HSV Haldensleben: Anna Schäfer, Hoa Anh Dang, Linda Umbusch, Lisa Buthut, Viktoria Feller, Nele Dorow, Romy Niemeyer, Laura Dreier, Justine Schmitz, Samanta Umbusch.