Seit nunmehr eineinhalb Jahren trainieren in der Jahnsporthalle, Heimstätte der Wolves Wolmirstedt, 125 Mitglieder die Kampfsportart Taekwondo. Im September 1992 wurde die Taekwondo Gemeinschaft Wolmirstedt gegründet, zehn Jahre später in Wolves Wolmirstedt umbenannt. Volksstimme-Sportredakteur Detlef Eicke unterhielt sich mit dem Vereinsvorsitzenden und Vizepräsidenten der Deutschen Taekwondo Union, Gerald Zimmermann, über die Entwicklung des Vereins.

Volksstimme: Seit dem 1. Oktober 2009 hat der Verein mit der Jahnhalle eine neue Heimstatt bezogen. Wie ist den Wolves der Umzug in die moderne Trainingsstätte bekommen?

Gerald Zimmermann: Sehr gut. Wir können tägliches Training anbieten, haben stabile Mitgliederzahlen und acht Trainingsgruppen vorzuweisen. In zwei Gruppen sind unsere jüngsten Sportler, die Zwei- bis Sechsjährigen, bestens betreut und aufgehoben. Fünf Gruppen vereinen Schüler, eine Gruppe bilden die Erwachsenensportler. Es gibt zwei Formen des Taekwondo, die traditionelle und die wettkampfspezifische. Unser Verein betreibt die Form des Wettkampfes. Sechs lizenzierte Trainer (einmal A, fünfmal C) und vier Übungsleiter stehen unseren Athleten zur Seite.

Volksstimme: Jung und Alt unter einem Dach, wie geht das?

Gerald Zimmermann: Unsere Trainingsräume und Trainer lassen das zu. Auch unsere Ehrenamtler leisten einen nicht zu unterschätzenden Beitrag und sorgen sich um einen reibungslosen Ablauf. Unsere Jüngsten haben die Möglichkeit, in einer gesonderten Trainingsgruppe spielerisch mit der Sportart Taekwondo vertraut gemacht zu werden, um Interesse daran zu wecken. Seit 2008 trainieren Erwachsene bei uns.

Volksstimme: Wer kann Mitglied bei den Wolves werden?

Gerald Zimmermann: Wir sind für Jeden offen. So spielt die Integration von Ausländern und Aussiedlern eine große Rolle. Wir haben Sportler beispielsweise aus Russland, Iran und Vietnam in unseren Reihen. Etwa die Hälfte unserer Mitglieder starten bei Wettkämpfen. Die Anderen werden darauf vorbereitet oder haben einfach Spaß am Taekwondo. Wer sich bei uns ausprobieren möchte, ist also herzlich willkommen.

Volksstimme: Seit fast 20 Jahren gibt es den Verein. Welche Erfolge können Sie vermelden?

Gerald Zimmermann: Bislang haben wir in den verschiedenen Leistungsklassen 20 deutsche Meisterschaften für uns entschieden. Bemerkenswert auch der zweite Platz bei den Jugend-Weltmeisterschaften 2006 in Vietnam. Ein Erfolg ist aber auch die Tatsache, dass wir ein tadelloses Vereinsleben kreieren können. Unsere Frühlings- und Sommerfeste, Weihnachtsfeiern oder das alljährliche Winterlager zeugen vom Zusammenhalt und sind willkommener Ausgleich zu den sportlichen Aktivitäten. Selbstverständlich binden wir die Eltern unserer Sportler und auch unsere Förderer mit in diese Maßnahmen ein.

Volksstimme: Die Wolves Wolmirstedt sind ein eingetragener gemeinnütziger Verein, der von Mitgliedsbeiträgen und Zuschüssen lebt. Werden diese ausreichen, um auch künftig qualitativ hochwertigen Trainings- und Wettkampfbetrieb anbieten zu können?

Gerald Zimmermann: Bislang war es so, dass der Verein einerseits durch Mitgliedsbeiträge, andererseits durch Zuschüsse vom Landkreis, Landes- und Kreissportbund finanziert wurde. Die Zuschüsse sind aber in den letzten Jahren deutlich zurückgegangen. Deshalb werden wir unseren Förderverein reaktivieren, um so weiteren finanziellen Spielraum zu erlangen.

Volksstimme: Wohin führt der Weg der Wolves Wolmirstedt?

Gerald Zimmermann: Der Verein bastelt gerade am Aufbau des neuen Show-Teams. Das damalige Show-Team der Wolves hatte über 200 Auftritte deutschlandweit. Nachdem viele talentierte und erfolgreiche Sportler aus beruflichen Gründen Wolmirstedt verlassen mussten, ist der Neuaufbau bereits voll im Gange. Neben dem Aufbau des Show-Teams werden die jungen talentierten Sportler langsam über die Landesmeisterschaften an die Deutsche Meisterschaft herangeführt. Der Verein ist bemüht, seine große Mitgliederzahl zu halten. Aktuell hat der Verein etwa 130 Taekwondo begeisterte junge Sportler.