In der Champions League der Classic-Kegler hat der SKV Rot-Weiß Zerbst am Sonnabend die Tür zum Final Four-Turnier im bayrischen Straubing weit aufgestoßen. Mit einem überdeutlichen 8:0 (20:4, 3838:3609)-Sieg gegen den ungarischen Vertreter Zalaegerszegi TK im Viertelfinal-Hinspiel sollte der Weg ins Halbfinale schon jetzt frei sein.

Zerbst l Die Stimmung in der SKV-Kegelhalle "Am Schützenplatz" war von Beginn an spitze. Die vielen Zuschauer waren gespannt, wie ihre "Stars" gegen die mit Mannschafts-Weltmeistern gespickte Truppe um Präsident Laszlo Takacz auftreten würden. Die Zerbster ließen ihren Gästen jedoch keine Chance.

Der Chef der Rot-Weißen aus Zerbst, Lothar Müller, hoffte auf einen "deutlichen Sieg" seiner Jungs, hatte er doch noch das Weiterkommen erst mit dem letzten Wurf vor fast genau zwei Jahren im Hinterkopf. Seinen Freund Takacz begrüßte er freundlich, legte die Freundschaft "für die kommenden drei Stunden" jedoch erst einmal beiseite.

Die Zerbster starteten stark. Torsten Reiser (3:1, 643) brillierte nach durchwachsener erster Bahn mit sicherem Spiel. Laszlo Feher (606) konnte nur im letzten Satz gegenhalten und wenigstens den Ehrenpunkt gewinnen.

Mathias Weber (3:1, 619) dominierte den Team-Weltmeister Sandor Farkas (587), verdarb sich ein absolutes Spitzen-Resultat jedoch mit einem schwachen Abräumen auf seiner dritten Bahn.

"Der Start ist gelungen. Jetzt müssen wir das auch durchziehen", zog SKV-Recke Thomas Schneider eine positive Zwischenbilanz.

Der Zerbster Mittelblock knüpfte nahtlos an die Leistungen seiner Teamkameraden an. Axel Schondelmaier (3:1, 658) zauberte die Tagesbestleistung auf die Bahn und schickte Zoltan Feher (612), trotz des besten ungarischen Tages-Ergebnisses, unverrichteter Dinge von der Bahn.

Uros Stoklas (4:0, 641) holte alle vier Satzpunkte und war der beste Abräumer der Partie (258). Allerdings hatte er gegen Peter Bothazy (588) in zwei knappen Sätzen auch das Glück des Tüchtigen. So war das Spiel sowohl nach Punkten, als auch nach Sätzen schon klar entschieden.

Die Gesichtszüge der Verantwortlichen des SKV entspannten sich sichtbar. "Das sieht doch ganz gut aus. Wenn die beiden hinten jetzt auch so souverän spielen, kommt ein Top-Resultat raus", meinte Präsident Müller zu diesem Zeitpunkt.

"Wir haben alles so umgesetzt, wie wir es uns vorgenommen haben. Das 8:0 und die klare Satzdifferenz sind natürlich ein absolutes Traumergebnis."

Teamchef Timo Hoffmann.

Und das taten die SKV-Schluss-Spieler dann auch. Sowohl Thomas Schneider (3:1, 628) als auch Boris Benedik (4:0, 649) überzeugten besonders im Volle-Spiel. Da holten sie gegen Attila Nemes (605) und Szilard Jarfas (611) die notwendigen Kegel zu den deutlichen Punktgewinnen heraus. Mit einem Lächeln resümierte Benedik später: "Wir haben heute auf Satzpunkte gespielt, nicht unbedingt auf das Top-Resultat nach Kegeln."

Mit diesem deutlichen 8:0-Erfolg bei nur vier abgegebenen Sätzen sollte der Halbfinaleinzug des SKV schon vor dem Rückspiel in Zalaegerszeg feststehen.

Teamchef Timo Hoffmann war dann auch entsprechend mit der Leistung seiner Mannschaft zufrieden: "Wir haben alles so umgesetzt, wie wir es uns vorgenommen haben. Das 8:0 und die klare Satzdifferenz sind natürlich ein absolutes Traumergebnis. Immer wenn es eng wurde, haben meine Jungs nochmal angezogen."

SKV will kein Spiel verlieren

Und vorausschauend meinte er: "Ich glaube, Straubing kann sich schon für das Final Four auf uns einrichten. Wir werden das Spiel in Zalaegerszeg auch zur Vorbereitung auf diesen Höhepunkt nutzen. Wir haben uns vorgenommen, in dieser Saison kein Spiel zu verlieren. Da gehört auch das Rückspiel in Ungarn dazu."

Und SKV-Präsident Müller jubelte zufrieden: "Da sind meine Erwartungen ja sogar übertroffen worden. Ein absolutes Traumresultat. Wir haben souverän auf hohem Niveau gespielt und den Ungarn keine Chance gegeben."

 

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