Thomas Zander sprach anlässlich des 15-jährigen Jubiläums des SKV mit dem Vorsitzenden Lothar Müller.

Volksstimme: Den SKV gibt es jetzt seit 15 Jahren. Wenn Sie diese lange Zeit Revue passieren lassen, welche sportlichen und außersportlichen Ereignisse haben Sie am meisten bewegt?

Lothar Müller: Der erste Deutsche Meistertitel 2006, der Champions League-Sieg 2010 in Apatin und der vierte Weltpokalsieg 2011 in Augsburg werden in besonderer Erinnerung bleiben. Allerdings war jeder Titel emotional ein Wahnsinns-Erlebnis, weil er der Lohn für sehr harte Arbeit war. Die Zeiten als die Sportpolitik über den Sport zu siegen drohte und unser Sport zur Nebensache wurde, haben mich sehr bewegt. Unsere vereinseigene Sporthalle ist immer eine Herausforderung. Sie ist klein aber fein, von Mitgliedern geschaffen und erlebenswert.

Volksstimme: Dennoch gibt es Kritik?

Müller: Das Umfeld des Schützenplatzes ist ein Trauerspiel und schadet dem Ansehen der Stadt. Der Standort für die neu zu erbauende Sporthalle des Franzisceums ist falsch. Zerbst ist nicht nur "Katharina" und "Schloss", es ist auch "Kegeln". Auch der Sport gehört zur Kultur der Stadt und sollte in den Werbeschriften Erwähnung finden. Sehr kompliziert war die Zeit von 2009 bis 2011. Die Wirtschaftskrise ging nicht spurlos an uns vorbei. Das Geschaffene zu erhalten, war meine große Sorge.

Volksstimme: Sie stehen seit der Gründung 1999 an der Spitze der Rot-Weißen. Wer waren ihre aktivsten Mitstreiter, Helfer und Unterstützer in "guten wie in schlechten Zeiten"?

Müller: Der gesamte Vorstand inklusive der Mannschaftsleiter bilden eine Einheit. Als der Um- und Ausbau der Kegelsporthalle im Jahr 2003 begann, waren die Mitglieder zur Stelle aktiv mitzuhelfen, diese wunderbare Sportstätte zu rekonstruieren. Mit Edwin Sperling, Holger Hövelmann, Christiane Schwenke, Sven Handrich und unserem Bürgermeister a.D., Helmut Behrendt (Stadt Zerbst), waren Personen zur Stelle, die Wege öffneten, den Sport auch in der schweren Zeit erfolgreich bestreiten zu können. Natürlich würde ohne Sponsoring eine solche Entwicklung nicht möglich sein. Daher gilt unseren Förderern nochmals großer Dank. In erster Linie gilt der Dank meiner Familie, denn ohne das Verständnis meiner Frau, die seit 40 Jahren diesen "Spaß" erträgt, wäre das alles nicht zu lösen.

Volksstimme: Mit welchen Gefühlen blicken Sie in die Zukunft ihres Vereins?

Müller: Die klare Ausrichtung unserer neuen Verbandsführung in Richtung Leistungssport bestärkt mich, auch zukünftig aktiv für den SKV zu wirken. Die wirtschaftliche Stabilität des Vereins ist gegeben und wird permanent ausgebaut. Die Nachhaltigkeit unserer Erfolge ist einzigartig und macht mich sehr stolz. Allerdings wird die demografische Entwicklung um uns keinen Bogen machen. Der Fokus in der Nachwuchsentwicklung wird weiter Priorität besitzen und wir müssen Wege finden, Beruf und Sport in der Stadt Zerbst zu bündeln. "Wir sind Zerbst".