Die Zerbster Spitzenkegler vom SKV Rot-Weiß konnten ihr gestecktes Ziel, nach dem Weltpokalsieg und dem deutschen Meistertitel das Triple mit der Champions League perfekt zu machen, nicht in die Tat umsetzen. Sie wurden nach einer Weltklasse-Leistung im kleinen Finale aber wenigstens noch Dritter.

Straubing l "Wir haben unser Ziel, ins Finale einzuziehen verfehlt. Darüber tröstet auch die klasse Leistung heute gegen Zapresic (CRO) nicht hinweg", resümierte ein tief enttäuschter Vereinschef Lothar Müller gestern die Tage von Straubing.

Dabei war beim Halbfinale am Sonnabend gegen Zadar (CRO) alles für einen Erfolg des SKV angerichtet. Fast die gesamte Halle stand stimmlich auf Zerbster Seite und die SKV-Spieler waren selbstbewusst in die Partie gegangen.

Doch dann kam alles anders, als erhofft. Zwar gewann Torsten Reiser (3:1, 616) seine ersten drei Sätze gegen Hrvoje Marinovic (602), ließ jedoch auf seinen Startbahnen schon viel zu viele Kegel liegen. Uros Stoklas (0:4, 600) agierte ebenfalls übernervös und war gegen den groß aufspielenden Matko Bulka (662) chancenlos. Zum Glück für die Zerbster hielt Mathias Weber (3:1, 673) sein Team mit dem Partie-Bestwert gegen Luka Ukalovic (608) im Spiel.

"Trotz des teilweise schwachen Spiels im Startdurchgang waren alle Trümpfe auf unserer Seite. Wir führten 2:1 nach Punkten. Der Gesamtvorsprung war mit 17 Kegeln zwar nur knapp, aber wir hatten alles in der eigenen Hand", so Teamchef Timo Hoffmann nach dem Spiel.

Das Spiel kippte, als die SKV-Recken nach starken Startbahnen ihren Rhythmus verloren. Einzig Boris Benedik (3:1, 648) hielt Mario Baljak (613) in Schach. Axel Schondelmaier (1:3, 630) reichte ein "braves" Spiel gegen Andrej Kovac (670) nicht zum Punktgewinn.

Kurz vor Spielschluss hieß es für die Zerbster, entweder den knappen Kegelvorsprung halten, oder den letzten Satz- und Mannschaftspunkt (MP)durch Thomas Schneider einzufahren. Beides gelang nicht. Schneider (2:2, 590) verlor seinen letzten Satz mit 143:144 Kegeln gegen Stanko Cota (611). Und Baljak und Cota schraubten das Gesamtergebnis der Kroaten auf 3766:3757 Kegel.

Die Euphorie in der Halle schlug in pures Entsetzen und Stille um. Einzig die Spieler und Offiziellen aus Zadar feierten und tanzten auf der Bahn in ihrer unnachahmlichen Weise. "Wir hätten wechseln müssen. Diesen Fehler muss ich mir ankreiden", seufzte Hoffmann.

Gestern stand ein offensichtlich völlig anderes Team auf den schönen Bahnen. "Wir hatten uns vorgenommen, zu beweisen, dass wir zu Recht hier sind. Das ist uns mit dieser Top-Leistung wenigstens gelungen", so Hoffmann zum versöhnlichen Abschluss.

Erneut Weber (4:0, 663) und der "Neue" im Team, Christian Helmerich (3:1, 670), trumpften von Beginn an gegen Milinkovic (559) und Funda (577) auf. Torsten Reiser (1:3, 636) verbesserte zwar sein Vortages-Ergebnis, war aber gegen Bogdanovic (673) chancenlos.

Echte Weltklasse gab es im Schluss-Durchgang zu sehen. Stoklas (2:2, 686) fing in einem packenden Duell auf höchstem Niveau den ehemaligen Zerbster Damir Fuckar (681) noch ab und erspielte den Teambestwert. Benedik (4:0, 684) stand seinem Landsmann gegen Uzelac (595) in nichts nach. Schondelmaier (1:3, 609) verlor zwar gegen Mance (642), aber an der Bronzemedaille für den SKV änderte das nichts mehr.

"Momentan sind sicher alle tief enttäuscht, weil wir unsere Top-Leistung eben nur im kleinen Finale abgeliefert haben. Aber ein dritter Platz auf Weltniveau ist auch was Tolles und aller Ehren wert", meinte SKV-Sportwart Andreas Förster, der anfügte: "Wir haben unseren Verein, unsere Stadt und Sachsen-Anhalt auch dieses Mal wieder würdig vertreten."

Den "Pott" holte sich Titelverteidiger Szeged (HUN) mit einem 5:3 (3909:3756)-Sieg gegen KK Zadar.

 

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