Köthen (mna) l Am Samstag unterlag Handball-Anhaltligist HSV 2000 Zerbst beim Tabellennachbarn SV Wulfen mit 19:22 (10:12).

Für den verhinderten Sebastian Engler sprang Mario Weber ein. Wulfen ging schnell mit 1:0 in Führung. Es dauerte bis zur siebten Minute, ehe Fabian Schwenger zum 1:1 ausgleichen konnte. Zwischendurch vergaben die Zerbster etliche Möglichkeiten und es zeigte sich, dass es sehr schwer werden würde, durch die kompakte Deckung der Wulfener zu kommen.

Geprägt wurde das Spiel von zwei starken Deckungsreihen. Der HSV setzte von Anfang an auf seine Schnelligkeit und wollte somit den Gegner bezwingen. Aber irgendwie kam er nicht aus den Löchern. Entweder war keine Anspielstation da oder es wurde zu leichtsinnig abgespielt. Schnell konnten sich die "alten" Herren aus einem 4:4 eine 9:4-Führung erspielen.

Der HSV reagierte und nahm seine Auszeit. Weber wechselte mit Christian Geilich im Tor und der Angriff wurde etwas verändert. Tino Tiepelmann nutzte jetzt öfter seine Schnelligkeit und erkämpfte sich einige Bälle. In der 21. Minute traf Stefan Rummel seinen Konter vom Kreis zum 9:7. Jedoch kam der HSV im Positionsangriff nicht durch die Deckung durch. Immer wieder landete der Ball in den Armen der Gastgeber und sie enteilten zum 12:8. Mit dem Pausenpfiff konnte Erik Lewin aus 20 Metern noch zum 10:12-Halbzeitstand einwerfen.

Handbremse wird nicht gelöst

Die Pausenansprache war deutlich. Der HSV wollte weiter auf die Schnelligkeit setzen. Es wurde durchgewechselt, so dass immer wieder frische Kräfte auf dem Feld waren, doch die Handbremse konnte nicht gelöst werden. Erkämpfte sich der HSV den Ball, wurde er zu leichtsinnig wieder vergeben. Die Rückraumspieler Jonas Hohmann und Lewin kamen mit ihren Würfen nicht an der Deckung vorbei. Und wenn doch, hielt der Torwart.

In der 45. Minute baute Wulfen seine Führung auf 18:13 weiter aus. Es schien, als ob die Zerbster nun den Kopf in den Sand stecken wollten. Alles was sie versuchten scheiterte.

Dann wohl die beste Phase der Zerbster. Tiepelmann, Schwenger und Natho mit drei Tempogegenstößen nacheinander und es stand nur noch 18:16. Es ging also nur über die Schnelligkeit. Doch Wulfen spielte nun seine ganze Erfahrung aus und versuchte durch langes Ballhalten die Zeit runter zu spielen. Schafften sie den Treffer, war es für die Zerbster schwer, im Angriff zum Erfolg zu kommen. Denn auch die "schnelle Mitte" lief nicht so, wie der HSV es eigentlich kann. Somit konnte am Ende die Erfahrung über die Schnelligkeit siegen.

Für den HSV war die Niederlage im Kampf um den zweiten Tabellenplatz ein Rückschlag, aber für die Weiterentwicklung der Mannschaft war sie sicherlich von Vorteil.

Zerbst: Weber, Geilich - Rummel (1), Lewin (4/2), Krümmling, Miotke, Schwenger (7), Hohmann (1), Tiepelmann (4), Hanke, Kieler, Natho(2).