Zerbst (sza) l Mit Helmut Schreiber feierte ein sogenanntes "Tischtennis-Urgestein" kürzlich seinen 80. Geburtstag. Der TTC "Anhalt" Zerbst nutzte das letzte Spiel der Verbandsliga-Mannschaft am Samstag gegen den Schönebecker SV, um ihm nachträglich zu seinem Ehrentag zu gratulieren.

Der TTC-Vorsitzende Dietmar Wollschläger dankte dem Jubilar, dass er "dem Tischtennissport immer noch die Treue hält" und dass er "ein Rückhalt für die Mannschaften des TTC ist und ihnen immer noch die Daumen hält".

Schreiber kam mit 14 Jahren zum Sport an den grünen Tischen. Schnell wurde sein Talent erkannt. Bereits mit 16 Jahren gab er sein Debüt als Jugendspieler in der ersten Herrenmannschaft.

Auch in anderen Vereinen blieb seine Spielstärke nicht unerkannt. So wechselte Schreiber im Jahr 1952 zum Oberligisten Lok Stendal. Mit diesem Team wurde er ein Jahr später Vize-DDR-Meister. Danach kehrte er zu seinem Heimatverein zurück.

Im Jahr 1955 schaffte Schreiber mit den Zerbstern den Aufstieg in die damalige DDR-Liga Nord. Sofort bewarb sich der DDR-Spitzenverein Börde Magdeburg um Schreiber und hatte 1956 damit Erfolg. Bis 1961 war das Tischtennis-Talent ein Leistungsträger des Oberliga-Teams.

Nach dem Zusammenschluss der damaligen Tischtennis-Sektionen von Einheit und Motor Zerbst zu einer Spielgemeinschaft im Jahr 1961 wollte sich auch Schreiber mit einbringen, um den Zerbster Sport nach vorn zu bringen. So kam er wieder nach Zerbst zurück und spielte von da an bis zum April 2001 im ersten Herrenteam.

Der Familienvater konnte in seiner aktiven Zeit etliche Erfolge verbuchen. Neben dem Vize-DDR-Meistertitel war er Kader der DDR-Auswahl II, mehrfacher Landes- und Bezirksmeister im Einzel und Doppel, DDR-Seniorenmeister im Doppel mit dem mehrfachen DDR-Meister Heinz Schneider. Im Jahr 1956 nahm er mit der Sachsen-Anhalt-Auswahl am Deutschlandpokal in Saarbrücken teil. Er war 20 Jahre lang Auswahlspieler von Sachsen-Anhalt und mehrmals Landesmeister der Senioren.

Auch heute hat der Familienvater, der auch seine Kinder mit dem "TT-Virus" angesteckt hatte, seine "Kelle" noch nicht an den Nagel gehängt. Er trainiert weiterhin, um sich körperlich und geistig fit zu halten und um die Geselligkeit im Verein zu pflegen.

Außerdem ist er oft als Zuschauer der anderen TTC-Mannschaften zugegen. Da ist sein guter Rat oft gefragt, werden seine großen Erfahrungen von den Spielern geschätzt und gern angenommen.