Kurz vor Ostern fand die satzungsgemäße Mitgliederversammlung des TSV Rot-Weiß Zerbst statt. Im Sportlerheim des Zerbster Jahnstadions hatten sich dazu Präsidium und Mitglieder des 509 Mitglieder zählenden Mehrspartenvereins eingefunden.

Zerbst (hjs) l Satzungsgemäß hatte das Präsidium des TSV zur Mitgliederversammlung eingeladen. Der für solche Anlässe bestens geeignete große Gastraum war leider nur spärlich besucht. Knapp 30, meistens ältere Mitglieder, nahmen an der wichtigsten Vereinszusammenkunft in diesem Jahr bei den Rot-Weißen teil.

Eine Interessenlosigkeit - oder wie sollte man dieses Fernbleiben anders bewerten, die leider ähnlich in vielen anderen Vereinen beobachtet wurde. Nur mit "Arbeit geht vor" kann wohl diese Tatsache nicht begründet werden.

Mit immerhin 509 Mitgliedern zählt der traditionsreiche Zerbster Sportverein zu den mitgliederstärksten des gesamten Kreises. "Das soll so bleiben", stellte Präsident König gleich zu Beginn seiner Rechenschaftslegung klar. Die zur Zeit aktiven 166 Kinder bis 14 Jahre sollen "über Jahre gebunden werden".

Der Verein stellt sich dieser Aufgabe besonders mit großem Augenmerk für die Weiterbildung und Gewinnung von engagierten Übungsleiterinnen und Übungsleitern. 35 lizenzierte Betreuer gib es beim TSV. Weitere sollen gewonnen werden, auch aus der großen Zahl der in jeder Woche "sehr engagierten Elternteile" (König).

Der TSV-Präsident sprach in dieser Beziehung direkt die jüngeren Vereinsmitglieder und Eltern an. Als Verein hatte der TSV wiederholt auf veränderte Ausbildungsformen beim KSB und LSB gedrängt, stets auf Probleme hingewiesen. Eine verkürzte Weiterbildung für langjährig aktive Übungsleiter wurde erneut aufgelegt, kann jetzt genutzt werden. Sie soll vor allem der Kinder- und Jugendarbeit zu Gute kommen. Ein vernünftiger Schritt, darüber ist man sich beim TSV einig.

Die Abteilung Fußball stellt fast die Hälfte der Mitglieder, hat sich unter ihrer neuen Leitung vielen Aufgaben und Problemen angenommen. Das sportliche Zugpferd, die erste Männer-Mannschaft, kann in dieser Saison sogar den Aufstieg in die Landesliga schaffen. "Man kann mit dieser Entwicklung nur zufrieden sein", meinte König.

"Hier gibt es eine kontinuierliche Nachwuchsarbeit und eine gute Zusammenarbeit mit den Schulen."

TSV-Präsident Wolfgang König.

Leitungsmitglied Peter Wadenbach lobte die Arbeit des Trainer- und Betreuerteams. Er ging aber in der Diskussion auch auf Schwierigkeiten ein, die besonders die Vereinsarbeit seiner Abteilung behindern. Dazu gehört die aus der "vereinsübergreifenden Nutzung" der Beleuchtung des Kunstrasenplatzes entstehende finanzielle Belastung für Abteilung und Verein. Die Fußballer, es gibt im Verein nur noch eine Fußballerin, bemängeln auch die Internetpräsens des gesamten Vereins.

Die Zahl der aktiven Leichtathleten benannte König mit 34. Übungsleiter, Betreuer und Elternteile um die sehr engagierten Hans Güth, Rolf Zacharias und Sven Handrich können auf etliche Erfolge verweisen. "Hier gibt es eine kontinuierliche Nachwuchsarbeit und eine gute Zusammenarbeit mit den Schulen", nannte König Hintergründe für die aktuellen regionalen und sogar überregionalen Meistertitel in verschiedenen Altersklassen (Anne Handrich, Christina Schulze, Bärbel Glöckner).

Handrich ging in der Diskussion auf die schlechten Zustände für die meisten Lauf- und Sprungdisziplinen im Stadion ein. In dieser Beziehung sollte das Präsidium nach Auffassung des Übungsleiters noch nachfragender, vor allem gegenüber dem Landkreis und der Stadtverwaltung, sein.

Mit Blick auf den Hallenneubau in Zerbst Nord könnten hierzu Lösungen angedacht werden, war nicht nur aus dem Kreise der Leichtathleten zu hören. Und angelaufen wird für den Weitsprung immer noch auf Gummiförderbändern, die zwar schon manchen Riesensatz (Hans-Dietrich Haberland, Heidi Mertinat) miterlebt haben, aber schon gefühlte Jahrhunderte dort liegen.

Nicht nur diese beiden Abteilungen standen im Mittelpunkt der Ausführungen Königs. In einem solch großen Mehrspartenverein ist das Präsidium in jeder Woche, ja fast täglich, gefordert. Wenn dann noch wie beim TSV die Finanzarbeit stimmt, es keine Auflagen seitens des Finanzamtes gibt, muss die Leitungsarbeit gut und vereinswirksam sein. Bei der ohne Gegenstimme erfolgten Abstimmung zur Entlastung des Präsidiums wurde das von den anwesenden Mitgliedern noch einmal deutlich gezeigt.

Der traditionsreiche TSV scheint solide aufgestellt zu sein und die Schwerpunkte der aktuellen Vereinsarbeit umsetzen zu können.