Rodleben (hru/sza) l Die 0:5 (0:4)-Klatsche des Fußball-Kreisligisten SG Dobritz/Garitz am Samstag beim SV Chemie Rodleben II ist schnell zu erklären.

"In der Abwehr desolates Verhalten, im Mittelfeld keine Bindung zur Abwehr und Angriff und im Angriff sehr harmlos. Hinzu kamen sehr viele Abspielfehler. Kurz gesagt, alle auf dem Spielfeld gestandenen Spieler standen neben den Schuhen", ärgerte sich SG-Trainer Helmut Rudolf.

"Wenn nichts läuft, dann wird das Spiel noch mit Wortgefechten und gegenseitigen Vorwürfen weiter zerstört. Hat die Mannschaft eigentlich nicht nötig, sich mit gegenseitigen Vorwürfen so aus dem Rhythmus zu bringen. Wenn es mal nicht läuft, sind Typen gefordert, die das Team aufrichten und im Lauf halten. Solche fehlen im Moment", fügte er an.

Eigentlich begann das Spiel sehr vielversprechend. Die SG fand gut ins Spiel und setzte den Gastgeber gleich unter Druck. Es waren schon einige Abspielfehler zu erkennen, die mehr dem Gastgeber dienten als der eigenen Angriffs-Initiative. So profitierte T. Wernicke von einem solchen Fehler. Auf der rechten Außenbahn kam er in Ballbesitz und konnte frei auf das Tor zulaufen. Torhüter Steffen Hinz zögerte und wurde auf dem falschen Fuß erwischt und schon stand es 1:0 (13.).

Dieser Treffer war schädlich für das erforderliche Selbstvertrauen. Die erarbeiteten Möglichkeiten zum Ausgleich wurden sträflich liegen gelassen oder verpufften bereits im Ansatz. Der Rodlebener Torschütze vom Dienst, Wernicke, zeigte, wie es geht, wenn man das nötige Selbstvertrauen zum eigenen Können hat. Er marschierte auf der rechten Außenbahn durch, ließ drei Mann aussteigen und vollendete unhaltbar in das linke untere Eck zum 2:0 (26.).

"Man kann den Jungs das Bemühen zum Anschlusstreffer nicht absprechen, aber es wollte einfach nichts gelingen", so der Coach, dessen Halbzeit-Ansprache keine Wirkung zeigte. Zu viele Zufälligkeiten, Ungenauigkeiten und Unkonzentriertheiten zerstörten den Spielfluss. Wenn sich eine Torgelegenheit ergab, blieb sie ungenutzt.

Die nächsten Gegentore waren regelrechte Gastgeschenke, die dankend angenommen wurden. Steffen Fräßdorf lieferte die Kopfballvorlage für Heinze zum 3:0 (70.). Gleich eine Minute später der nächste Aussetzer. Diesmal war es Sven-Bernd Friedrich, der kurz vor der Mittellinie den Ball verspielte. Da sich alle im Vorwärtsgang befanden, waren drei SV-Spieler frei, die den allein verbliebenen Abwehrspieler Kettmann ausspielten. Wernicke erzielte sein drittes Tor zum 4:0.

Hinzu kam noch, dass sich Eric Metzker verletzte und ausscheiden musste (74.). In der 81. Minute wurde dann der Sack zugemacht. "Das Torso des Abwehrverhaltens fand seinen Höhepunkt", so Rudolf. "Drei Mann liefen auf einen Angreifer zu und keiner kümmerte sich um den freistehenden Hinz, der wenig Mühe hatte, den Ball aus vier Metern ins Tor zu befördern."

Bis zum Spielende passierte nicht mehr viel, obwohl de Vries und Reich noch gute Möglichkeiten vergaben.

"Dieser Leistungsabfall ist kaum verständlich", sagte der Trainer, der nun auf Besserung hofft. "Es stehen noch drei schwere Spiele an, die mit konzentrierter Leistung besser zu bewältigen sind. Die Mannschaft kann es, wenn alle Spieler an einem Strang ziehen."