Das Rennen um den Staffelsieg in der Landesklasse 2 scheint fast entschieden. Drei Spieltage vor Ultimo musste der Tabellenzweite Rot-Weiß Zerbst einen herben Rückschlag hinnehmen.

Magdeburg l Die Zerbster unterlagen im Spitzenspiel beim Ligadritten TuS Magdeburg-Neustadt mit 2:3 (0:2) und haben bei noch zwei ausstehenden Spielen nun schon vier Punkte Rückstand zum Spitzenreiter Heyrothsberge, der gegen Zukunft II knapp mit 3:2 gewann.

Trainer Torsten Marks konnte doch Ricardo Werner im Tor einsetzen. Er meldete sich kurzfristig fit. Umso bitterer, dass er zwei Minuten vor Schluss rüde umgehauen wurde und sich wahrscheinlich einen Kreuzbandriss zugezogen hat. "Dafür gab es nicht einmal eine Gelbe Karte", war Marks fassungslos.

"Wir haben das Spiel aufgrund einer schlechten ersten Hälfte verdient verloren", sagte Marks. "Wir haben nahtlos an die schlechte zweite Halbzeit vom Zukunft-Spiel angeknüpft und als Mannschaft komplett versagt."

Trotzdem hatte Zerbst die erste große Chance. Thomas Möhring zog nach einem langen Freistoß in den Strafraum ab, scheiterte jedoch am Torwart (13.). "Es war ein wildes Langgekloppe ohne Konstruktivität im Mittelfeld. Der Ball wurde von 16er zu 16er geschlagen. Das hatte mit Fußball von beiden Seiten nichts zu tun", beschrieb Marks das Gekicke.

Zerbst hatte noch Glück, als Michel Dolke einen Freistoß aus 20 Metern (m) an den Pfosten setzte (16.). Nach Vorlage von Bastian Wiegelmann zog Möhring aus 16 m ab, aber Keeper René Ryll hielt (37.). Eine Minute später die 1:0-Führung für TuS. Ein langer Ball wurde in den Strafraum geschlagen. Am langen Pfosten lauerte Dolke und schob ein. Werner sah ganz schlecht aus (38.).

"Durch simple Fehler haben wir den Gegner zum Toreschießen eingeladen. Keiner fühlte sich zuständig, den Ball zu klären", ärgerte sich Marks.

Fast mit dem Pausenpfiff das 2:0 für TuS, die einen Fehler im Spielaufbau der Zerbster eiskalt nutzten. Christian Scholz spielte Werner noch aus und schob trocken ein (43.).

In der zweiten Halbzeit lief es dann etwas besser. "Ich hatte noch eine kleine Andacht gesprochen", so der Trainer, der seinen Jungs bescheinigte: "Sie haben gekämpft, sich gewehrt und in einigen Phasen gezeigt, dass sie Fußball spielen können. Auch wenn der Wille oft in Hilflosigkeit mündete."

Für Hoffnung sorgte der schnelle Anschlusstreffer durch Wiegelmann (56.). Doch diese währte nicht lange. Bereits in der 64. Minute erhöhte Oliver Busse nach einem Freistoß auf 3:1 für die Heimelf.

Die Rot-Weißen stemmten sich weiterhin gegen die Niederlage, doch es kam zu wenig. Als Wiegelmann im 16er von den Beinen geholt wurde, konnte Otto Möbius auf 2:3 verkürzen (67.). Es war noch genügend Zeit, doch es blieb bei der knappen Niederlage.

"Wir können uns jetzt noch an den Strohhalm klammern, aber selbst wenn Union patzen sollte, ist es utopisch, dass wir in der jetzigen Verfassung in Heyrothsberge gewinnen könnten", so Marks. "Wir haben das Spiel in Hälfte eins hergeschenkt. Die Art und Weise geht mir absolut an die Nieren."

Wohl erst recht absolut mit Fußball nichts zu tun hatte der Nebenschauplatz der Partie. Nach Beleidigungen der Neustädter Trainer und Zuschauer mit den Anhängern der Zerbster kam es zu einer Prügelei, wo sogar die Polizei gerufen wurde. "Es ging um eine absolute Nichtigkeit", so sah es Trainer Marks, der zum Schlichten eingriff. "Auf dem Platz war alles okay. Sogar die TuS-Spieler sind vom Platz gegangen, um die Situation zu klären und um beruhigend auf ihre eigenen Ordner und Trainer einzuwirken."

TSV Zerbst: Werner (88. Weiß) - Florian Sens, Fischer, Hagen Ernst, Wiegelmann (70. Wollgast), Patrick Möbius (46. Reichhardt), Otto Möbius, Möhring, Sebastian Sens, Tiede, Böning.

SR: Rüdiger Meier (Burg), Felix Oehler, Raik Witte.

ZS: 101.