"Es war ein geiles Spiel und beide Mannschaften hätten nicht verlieren dürfen", fasste der 2.Vizepräsident des FSA und Vorstandsmitglied des KFV Anhalt, Mario Pinkert, die Pokalfinal-Partie zwischen dem TSV Zerbst und dem SC Nedlitz zusammen. Nedlitz stürzte den Favoriten nach Verlängerung mit 4:3 (3:3, 0:1).

Von Simone Zander

Zerbst l Für dieses Finalspiel war alles bestens arrangiert. 305 zahlende Zuschauer wollten die beiden Landesklasse-Teams sehen und sie wurden nicht enttäuscht. So wie das Wetter, von strömendem Regen bis hin zu strahlendem Sonnenschein, wurde auch auf dem Platz alles geboten. Ein Fight vom Feinsten, kein Team gab sich geschlagen.

Die erste gute Chance hatten die Nedlitzer durch Kevin Göritz, der nach einer Vorlage von Eduard Hahn am Zerbster Keeper Ricardo Werner scheiterte (3.) Und dann die frühe Führung für die Gäste. Daniel Pilatzek schnappte sich nach ungenauem Pass die Kugel. In der Mitte lauerte Torjäger Marcel Kilz, der Werner beim 1:0 keine Chance ließ (13.).

Die Rot-Weißen machten Druck und hatten durch Florian Böning und Otto Möbius gleich zwei gute Chancen zum Ausgleich. Doch beide blieben ungenutzt (30.). Kurz vor dem Pausenpfiff des jungen Schiedsrichters Konstantin Haferland (SV Dessau 05) verhinderte der Nedlitzer Keeper Marcus Hoffmann mit einer riesen Parade den Ausgleich. Nach einem Freistoß von Florian Sens scheiterte Hagen Ernst per Kopf am überragenden SC-Schlussmann (45.).

Nach der Pause machte Zerbst bei Dauerregen Druck und dreht innerhalb von zwei Minuten die Partie. Erst sorgte Böning nach Vorlage von Möbius für den 1:1-Ausgleich (54.). Kurz danach machte es Möbius selbst und köpfte nach guter Flanke von Böning zum 2:1 ein (60.).

"Ich muss jetzt erstmal ganz viel Aufbauarbeit leisten."

TSV-Trainer Torsten Marks.

Der SC brauchte eine Weile, um sich zu erholen, schlug dann aber effektiv zurück. Ein schneller Konter über Göritz kam zu Kilz, der zum 2:2 einschob (61.).

Und weiter ging`s. Es war ein abwechslungsreiches Spiel mit guten Szenen auf beiden Seiten. Nach einem Fehler im Spielaufbau der Zerbster war Nikolai Kuklin zur Stelle und netzte die Kugel überlegt zum 3:2 ein (73.).

Nun wollten die Rot-Weißen unbedingt den Ausgleich. Sie belagerten das Hoffmann-Gehäuse. Nedlitz kam nur noch selten zu Entlastungsangriffen. Kurz vor Ultimo gelang dem Zerbster Kapitän Florian Sens dann noch der 3:3-Ausgleich. Möbius setzte sich super durch und passte in die Mitte auf Sens, der ganz cool mit der Hacke vollendete (90.).

In der Verlängerung wollte kein Team Fehler machen. Ein Strafstoß entschied dann die Partie. Sebastian Sens konnte den schnellen Göritz im Strafraum nicht stoppen und brachte ihn zu Fall. Haferland zeigte sofort auf den Punkt.

Wer übernimmt Verantwortung, war die große Frage, denn der SC hatte in den Ligaspielen ein Elfmeter-Trauma erlitten. Maik Fambach traute sich und schoss souverän ein (110.).

Nun waren die Nedlitzer und ihre zahlreichen Anhänger völlig aus dem Häuschen. Ein paar Minuten standen noch auf der Uhr und die wollte Zerbst zum erneuten Ausgleich nutzen. Die riesen Chance dazu hatte O. Möbius, doch sein Kopfball strich knapp über das Hoffmann-Gehäuse (118.).

Kurz danach pfiff Haferland den Pokalkrimi ab und die Nedlitzer feierten. Die Zerbster waren total enttäuscht. Viele Zuschauer meinten: "Dieses Spiel hätte zwei Gewinner verdient." Doch am Ende kann es nur einen geben und die Nedlitzer waren am Ende ein würdiger Sieger.

So konnten das Trainer-Duo Helmut Friedrich/Thomas Giese und seine Mannschaft eine super Saison in der Landesklasse mit dem Pokalsieg krönen. Den Zerbstern bleibt nach dem zweiten Rang in der Liga nur der Vize-Pokalsieg. Die tröstenden Worte fanden bei der riesen Enttäuschung kein Gehör.

Bei der Siegerehrung, untermalt mit dem Song "We are the Champions" von Queen, sprachen die Landtagsmitglieder Holger Hövelmann (SPD) und Dietmar Krause (CDU) sowie Pinkert und der Regionalvertreter der Köthener Brauerei, Jürgen Hoppe, ihre Glückwünsche aus.

Die Zerbster mussten nun ohne Pokal nach Mallorca fahren. "Ich muss jetzt erstmal ganz viel Aufbauarbeit leisten", sagte Marks. Die Nedlitzer feierten spontan bei ihrem Vorstandsmitglied Michael Puls, der sie zu sich nach Hause einlud, bis in den frühen Morgen.

Zerbst: Werner - Möhring, Fischer, Hagen Ernst, F. Sens, Wollgast (70. Gieseler), Wiegelmann (81. Reichhardt), Tiede, Böning, O. Möbius, Syring (78. S. Sens).

Nedlitz: Hoffmann - Ritze, Juskowiak, Pilatzek, Göritz, Scheil (73. Sanftenberg), Schmidt, Hahn (31. Kuklin), Mielchen (90. Specht), Fambach, Kilz.

SR: Konstantin Haferland (SV Dessau 05). ZS: 305.

 

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