Zerbst (hjs). Am vergangenen Donnerstag-Abend saß Handballer Ralph Steffen beim Training des Verbandsligisten HSV 2000 Zerbst auf der Tribüne. Der 25-Jährige beobachtete das Training unter Bodo Benecke. In dieser Woche wird der gebürtige Zerbster nach seiner Fußverletzung selber ins Trainings-Geschehen beim HSV einsteigen. Der 1,93 Meter große Rückraumspieler wird wieder für den Zerbster Handball-Verein das Trikot überstreifen.

In der vergangenen Saison spielte er für die Zweitbundesliga-Reserve des DessauRoßlauer HV. Davor war der ungemein starke Abwehrspieler ("Einer der Besten", Kühnau-Trainer Kwoczalla) fast eine ganze Saison verletzt. Trotz der Aussicht "Sachsen-Anhaltliga" und der guten Trainingsmöglichkeiten beim Dessau-Roßlauer HV, kehrt das HSV-Eigengewächs an die Nuthe zurück. Eine willkommene Verstärkung für die Zerbster, die momentan auf dem zwölften Tabellenplatz in der Verbandsliga Süd stehen.

"Zerbster spielen für Zerbst", darauf setzt der HSV. Unter diesem Gesichtspunkt wurde der Kontakt zum athletischen Rückraumspieler nie ganz abgebrochen. Nach eigener Aussage fühlte sich der sprunggewaltige Rechtshänder bei den Dessau-Rosslauern sehr wohl, hatte aber mit den Trainingszeiten seine Probleme. Außerdem schlägt nach eigener Aussage sein "Herz sehr für den Zerbster Handball". Deshalb will er helfen, die Mannschaft wieder in die Erfolgsspur zurück zu führen. Freuen wird es die vielen HSV-Fans, die in den vergangenen Monaten verstärkt gefordert hatten, das Gespräch mit Steffen zu suchen.

Da der Wechsel mitten in der Saison vollzogen wird, muss der Rückraumspieler die Wechselfrist einhalten.

Der 1985 geborene Handballer spielte in allen Nachwuchsmannschaften des HSV, schaffte in der Oberliga der A-Jugend unter Trainer Hebestreit und Betreuer Schiller den Durchbruch. Im zweiten Männerteam des HSV war er ebenfalls ein Leistungsträger, wurde 2004 mit der Mannschaft Anhaltmeister. Ex-HSV-Trainer Torsten Kwoczalla schätzte ebenfalls die Stärken des Modellathleten. Er entwickelte ihn zu einem der besten Abwehrspieler der Liga überhaupt. Verstärkt setzte er den "Autofreak" ab der Saison 2007/2008 als Shooter ein und hatte von da an im Rückraum die "Qual der Wahl".

Beim Dessau-Roßlauer HV konnte Steffen das im Angriff nicht immer zeigen, brachte dort vor allem seine Stärken in der Abwehr ein. Beim HSV setzt man sowohl auf die Abwehrqualitäten als auch auf die Sprungwürfe des bei der Zerbster Fleischwaren GmbH beschäftigten "Neuzugangs".