Zerbst. Am vergangenen Sonntag feierte der TV "Gut-Heil" Zerbst sein 20-jähriges Bestehen seit der Wiedergründung. In die vereinseigene Friesenhalle kamen zahlreiche Mitglieder und Ehrengäste, um dieses ruhmreiche Ereignis zu würdigen.

Präsident Dietmar Mücke erklärte zur Eröffnung der Feierlichkeit den Anlass des Ereignisses: "Der Turnverein wurde nach dem Ende des zweiten Weltkrieges wegen Mitgliedschaft im National- sozialistischen Reichsbund für Leibesübungen (NSRL) aufgelöst und das Vermögen beschlagnahmt. Das Grundstück mit der Friesenhalle ging ins Volkseigentum über. Bis 1990 nutzten die in Zerbst stationierten Panzereinheiten der UdSSR das Gelände.

Als die sowjetischen Streitkräfte mit dem Ende der DDR abzogen, ergriffen einige ehemalige Mitglieder des Vereins die Initiative. Am 21. Januar 1991 beschlossen 51 Damen und Herren spontan die Wiedergründung von "Gut-Heil". Aufgrund eines lückenlosen Eigentums- und Rechtsfolge-Nachweises konnte das Grundstück vom Amt für offene Vermögensfragen rückübereignet werden.

Doch die jahrelange Fremdnutzung hatte erhebliche Schäden hinterlassen. Unter schwierigen Bedingungen wurde das Unmögliche möglich gemacht. Einer tat sich besonders hervor – durch seinen unermüdlichen Einsatz und sein koordinatorisches Geschick – Heinrich Jüptner.

Er und 13 weitere verbliebene Wiedergründer erhielten am Sonntag eine besondere Auszeichnung sowie Dank im Namen aller 463 aktuellen Mitglieder. Mit viel Mühe hatten die Wiedergründer Spenden gesammelt, die Halle und das Gelände renoviert und neue Abteilungen eröffnet.

Innenminister Holger Hövelmann wies in seiner Ansprache auf die hohe Bedeutung des Sports im Allgemeinen hin und lobte den TV "Gut-Heil" im Besonderen als den größten Verein in Zerbst. Besonders die Jugendlichen werden von der Straße geholt und die ehrenamtliche Tätigkeit schafft diese Möglichkeit.

Bürgermeister spendet spontan 100 Euro

Helmut Behrendt griff gleich in seine eigene Tasche und spendete dem Verein 100 Euro – in der Hoffnung auf zahlreiche Nachahmer. Eine Zwischenruferin hatte ihn fröhlich darauf hingewiesen. Der Bürgermeister dankte auch gerade den Aktiven. Einige von ihnen wurden durch den Kreissportbund mit der Ehrennadel für ihr Schaffen ausgezeichnet: Annemarie Lüdicke, Ralf Gohl, Marianne Mahn, Ingrid Kühnke und Dietmar Mücke.

Heute wird etlichen Sport-arten im Turnverein nachgegangen. Jede der Abteilungen hat einen Beitrag zur umfassenden Ausstellung in der Friesenhalle geleistet, in der die Leistungen und das Wirken der Sportfreunde dargestellt wurden. Auf einer 15-Meter-Wand waren Fotos und Texte zu sehen. In Glasvitrinen konnten Leistungsabzeichen und Medaillen aus dem vergangenen Jahrhundert bewundert werden und auf den Tischen lagen Fotoalben aus derselben Zeit.