In einem wahren Kraftakt über 120 Minuten sicherte sich der SC Vorfläming Nedlitz am Sonnabend den Einzug in die zweite Runde des Fußball-Landespokals. Der Landesklasse-Vertreter bezwang dem Naumburger SV (Landesliga) mit 2:0 (0:0) nach Verlängerung.

Nedlitz l Wem sonst als Eduard Hahn sollte es vorbehalten gewesen sein, die Entscheidung zu erzielen. Über 120 Minuten lief er auf der rechten Seite den Platz auf und ab, hatte sich durch seine Schnelligkeit immer wieder vor das Tor der Gäste gekämpft, blieb aber im Abschluss - wie das gesamte Team - glücklos. So versuchte er den Pass auf Thomas Sanftenberg, anstatt selbst abzuschließen (72.) oder er scheiterte nach einem Konter an Keeper Karsten Winckelmann (85.). Da auch Nikolai Kuklin einen Treffer verpasste, weil ihm das Selbstvertrauen fehlte, selbst abzuschließen (74.), Sanftenberg im letzten Moment noch im Schuss gestört wurde (78.) und Marcel Kilz nach Konter freistehend am Kasten vorbeischoss (83.), blieb es beim torlosen Remis. "Vielleicht haben bei einigen die Nerven nicht mitgespielt", schätzte Trainer Helmut Friedrich ein. "Aber es vergibt niemand Chancen mit Absicht. Aufgrund der kurzen Vorbereitung passieren solche Dinge eben", relativierte er.

Vor allem kämpferisch konnte er seinen Schützlingen keinen Vorwurf machen. Sie haben trotz der verpassten Möglichkeiten nie den Mut verloren und nicht aufgesteckt, "und das trotz der Temperaturen. Die Einstellung war topp." In der Verlängerung hatte Nedlitz - wie schon zum Ende der regulären Spielzeit - die hochkarätigeren Chancen. Aber es war bezeichnend, dass auch das Glück etwas nachhelfen musste, bevor der erste Treffer gefallen war. Nach einem Konter über Hahn und seinem Pass auf Kilz flog der Ball nach dessen Schuss erst an den Innenpfosten, bevor er den Weg in den Kasten fand (98.).

Inzwischen rückte auch Keeper Marcus Hoffmann immer mehr in den Blickpunkt, da aufgrund des Kräfteverschleißes auch in der Defensive Fehler produziert wurden und die Aufmerksamkeit nachließ. Doch entweder klärte er bravourös gegen Sebatian Zimmermann (102.), der später nach wiederholtem Foulspiel noch die Gelb-Rote Karte bekam, oder er verzögerte so lange, dass Ron Scheil den Ball noch vor der Linie klären konnte (103.).

Ebenfalls bezeichnend war die Vorarbeit zum zweiten Treffer der Gastgeber, als Kilz und Kuklin im Mittelfeld nachsetzten und den Ball eroberten - trotz der fortgeschrittenen Spielzeit. Als sich auch Hahn nicht vom Ball trennen ließ und schließlich aus einem kleinen Gewühl heraus allein auf den Keeper zulief, war von Nervenflattern keine Spur mehr. Souverän verwandelte er zum 2:0 (110.) und ließ seine Mannschaft und die Fans jubeln.

Im Anschluss haben die Nedlitzer ordentlich gefeiert. "Das gehört nun mal dazu", sagte der Coach zufrieden. "Der Pokal hat seine eigenen Gesetze. Wir geben uns nicht von Beginn an geschlagen, nur weil der Gegner eine Liga höher spielt", betonte Friedrich. Der Coach hofft, dass der Erfolg nun auch das Selbstvertrauen seiner Schützlinge stärkt. "Allerdings wollen wir nicht zu euphorisch in die Saison reingehen", warnt er vor Begehrlichkeiten. "Unser Ziel bleibt nach wie vor der Klassenerhalt."

Vorfläming Nedlitz: Hoffmann - Pilatzek (58. Alarich), Ritze, Juskowiak, Scheil, Hahn, Schmidt (106. Specht), Fambach, Lehmann (69. Santenberg), Kilz, Kuklin

Tore: 1:0 Marcel Kilz (98.), 2:0 Eduard Hahn (110.); SR: Stefan Nowak (Magdeburg); ZS: 73

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