Im 15. Jahr seines Bestehens konnte der Sportkeglerverein Rot-Weiß Zerbst `99 (SKV) einmal mehr eine der erfolgreichsten Spielzeiten der Vereinsgeschichte bejubeln.

Zerbst l Neben den nationalen Erfolgen in Meisterschaft und Pokal holten sich die Rot-Weißen in Apatin bereits zum fünften Mal den Weltpokal. "Ich darf auch in diesem Jahr wieder von der erfolgreichsten Saison der Vereinsgeschichte berichten. Ich bin mächtig stolz auf die Leistung unserer Mannschaften und Einzelspieler auf nationalem und internationalem Terrain", freute sich der Zerbster Vereinschef Lothar Müller über das Abschneiden seiner Sportler im Jubiläumsjahr.

Die Saison für die Spitzenkegler aus Zerbst startete überaus erfolgreich. Nach einem fast makellosen Einstieg in die Bundesliga mit drei klaren Erfolgen ging es zum Weltpokal ins serbische Apatin. Was die Rot-Weißen dort für ein Feuerwerk abbrannten, ließ nicht nur die Gegner staunen, sondern auch die Fans aus Nah und Fern jubeln. In der Qualifikation ging es noch recht eng zu.

Der SKV holte sich mit 3835 Kegeln den ersten Platz vor Zapresic (CRO, 3825), Podbrezova (SVK, 3807) und Belgrad (SRB, 3792). Im Halbfinale ließen die Zerbster den Serben aus Belgrad beim 6:2 (3880:3759) keine Chance.

Die absolute Galavorstellung lieferte der SKV jedoch im Finale gegen Podbrezova ab. Beeindruckend war nicht nur, dass das Spiel bereits nach vier Startern auch rechnerisch entschieden war. Torsten Reiser überspielte mit 704 Kegeln bei einer fehlerfreien Partie auch noch als erster deutscher Kegler die magische 700er Marke und setzte der Leistung seines Teams die Krone auf.

Reiser erster Deutscher über der 700er Marke

Dieses emotional überaus positive Gefühl, das beste Kegelteam der Welt zu sein, nahmen die Rot-Weißen mit zurück in die nationalen Wettbewerbe. In der Bundesliga gab es keine Mannschaft, die dem SKV auch nur annähernd gefährlich werden konnte. Die Truppe um Teamchef Timo Hoffmann verlor kein einziges Spiel, gab in der gesamten Saison in 20 Spielen lediglich 17 Mannschaftspunkte ab.

"Wir wollten natürlich auch diesen Titel noch gewinnen, haben aber im entscheidenden Moment geschwächelt und Fehler gemacht."

Teamchef Timo Hoffmann zum verpassten Champions League-Titel.

So konnten die Zerbster nach dem letzten Spieltag Anfang April ausgiebig mit ihren Fans ihren mittlerweile neunten deutschen Meistertitel infolge feiern. Eine unglaubliche Serie und Dominanz, die es in dieser Form im deutschen Kegelsport noch nicht gab.

Mit Mathias Weber stand auch ein Zerbster als ausgeglichenster Spieler an der Spitze der Bundesliga-Schnittliste. Aber auch Torsten Reiser (bestes Ergebnis 680) und Axel Schondelmaier (676 und Ranglistenplatz sechs) zeigten sich mit Weltklasse-Resultaten. Mit einer Ausgeglichenheit, wie sie im Buche steht, überzeugte auch Uros Stoklas (4.), der in seiner ersten Saison beim SKV voll einschlug.

Nur eine Woche zuvor gab es den einzigen Dämpfer der Saison. Nachdem sich der da schon als Meister feststehende SKV in der Champions League mit überlegenen Erfolgen gegen Cluj (ROM) und Zalaegerszeg (HUN) bis ins Final Four-Turnier im bayrischen Straubing gespielt hatte, setzte es im Halbfinale eine ebenso knappe wie unerwartete 3:5-Niederlage bei 3757:3766 Kegeln gegen KK Zadar aus Kroatien.

"Die einzige Niederlage der Saison in so einem entscheidenden Spiel. Das war schon hart", meinte Müller rückschauend. Da konnte auch die Top-Leistung im Spiel um Platz drei gegen Zapresic (6:2, 3948:3727) mit dem besten Ergebnis des Turniers nicht wirklich trösten.

"Wir wollten natürlich auch diesen Titel noch gewinnen, haben aber im entscheidenden Moment geschwächelt und Fehler gemacht", so Teamchef Hoffmann hinterher enttäuscht. So musste der SKV mit Bronze zufrieden sein, während die Ungarn aus Szeged über den Titel jubelten.

Den letzten Mannschaftstitel der Saison, den DKBC-Pokal, holten die Rot-Weißen dann Ende April in Mutterstadt wieder an die Nuthe. Mit Siegen gegen Lorsch und Straubing verteidigten sie den Pott und blieben so auch dort auf nationalem Gebiet ungeschlagen.

Auch bei den deutschen Einzelmeisterschaften spielten die SKV-Akteure eine hervorragende Rolle. Weber holte sich den Titel über 120 Wurf, eliminierte dabei im Halbfinale seinen Kapitän Hoffmann im direkten Duell. Seine Bronze-Medaille veredelte Hoffmann nur eine Woche später bei den 200-Wurf-Meisterschaften mit Silber. Dort wurde er lediglich von seinem ehemaligen Team-Kollegen Sven Tränkler geschlagen.

Auch das zweite SKV-Team zeigte in der 2. Bundesliga Nord-Ost überzeugende Spiele und sicherte sich knapp vor dem ATSV Freiberg den Titel. Hier waren Martin Herold (8.) und Robert Heydrich (10.) die besten Zerbster Spieler in der Einzel-Rangliste. Heydrich bewies auch bei den Einzel-Landesmeisterschaften mit Bronze seine Klasse. Bei den deutschen Meisterschaften musste er sich im Viertelfinale Hoffmann geschlagen geben, freute sich aber dennoch, unter den besten acht Keglern der Republik gelandet zu sein.

Die SKV-Damen spielten in der Landesliga eine gute Rolle und überzeugten. Das dritte Herren-Team präsentierte den Verein auf Kreisebene in der Kreisoberliga sehr ordentlich.

"Um diese tollen Leistungen auch in der kommenden Saison bestätigen zu können, das ist natürlich unser Ziel, bedarf es der Anstrengungen aller Vereinsmitglieder, meines Vorstandes und natürlich aller Unterstützer und Sponsoren, denen ich hier ganz herzlich danken möchte", blickte der Präsident des Zerbster Vorzeigevereins optimistisch und dankbar voraus.