Garitz (hru/sza) l Nach einer ansprechenden Leistung gegen den Staffelfavoriten Zerbst II gab es im ersten Heimspiel gegen den Mitfavoriten um den Staffelsieg, Grün-Weiß Dessau, eine herbe 1:10 (0:4)-Niederlage, die die FSG Vorfläming II so nicht verdient hatte.

Bis vor dem Spielbeginn hatte Torhüter Edgar Heilig zugesagt, für den verletzten Steffen Hinz einzuspringen und auszuhelfen, bis er wieder voll einsatzfähig ist. "Aus unerklärlichen Gründen erschien er zum Spiel nicht. Die Enttäuschung bei der Mannschaft war sehr groß", ärgerte sich FSG-Trainer Helmut Rudolf.

Der kurzfristig eingesprungene etatmäßige linke Außenverteidiger Sven-Bernd Friedrich machte seine Sache ordentlich und gab sich alle Mühe, war aber kein voller Ersatz. So war eine erneute Umstellung notwendig, die sich sehr negativ auf den gesamten Spielverlauf auswirkte.

"Hinzu kam, dass kaum einer zur Normalform auflief und das eigene Spiel sehr fehlerhaft war. Es gibt viel zu tun, die Mannschaft wieder aufzurichten und zu einer Einheit zusammenzuschweißen. Das geht aber nur, wenn alle mitziehen", so der Coach.

Bisher lässt die Trainingsbereitschaft sehr viele Wünsche offen. Im gesamten Spielverlauf merkte man die Schnelligkeitsnachteile, konditionellen Nachteile und Ungenauigkeiten im Pass- und Zusammenspiel. Alle diese Merkmale kamen dem Spielgegner entgegen, der noch nicht einmal so stark aufspielte wie Zerbst II, sondern von den vielen Fehlern der FSG pro- fitierte.

Die Frage stellte sich, wie wäre das Spiel gelaufen, wenn Tobias Schmied in der zweiten Minute den Ball im Gästetor untergebracht hätte. Sehr aussichtsreich verzog er, was ihm noch einige Male passierte.

Das Torfestival begann bereits in der 13. Minute, als Max Weimeister einen Fehlschlag produzierte und den Ball dem Torschützen Vogel vor die Beine servierte, der aus Nahdistanz keine Mühe hatte einzuschieben. In der 27. Minute dann ein Abseitstor durch Schellhas, was nicht gerade nützlich für die Moral war. Es folgte ein Freistoßtor (38.). Hier stand die Mauer völlig falsch, was Vogel wiederum entgegen kam. In der 43. Minute schlug Keeper Friedrich über den Ball und Vogel sagte danke zum 4:0.

In der Halbzeitpause herrschte Ratlosigkeit in der Kabine. Die Fehleranalyse fand wenig Gehör. Bis zur 60. Minute zeigte die FSG ein ordentliches Spiel, bis sie wieder in alte Fehler verfiel. Vogel entwischte erneut seinem Gegenspieler und hatte alle Zeit, um zum 5:0 einzulochen (61.).

Dann ging es Schlag auf Schlag. Nachlassende Konzen- tration und Kondition nutzte der Gegner gnadenlos aus. In der 64. Minute folgte das 6:0. In der 76. Minute traf Schmied zum Ehrentreffer. Anschließend folgte der nächste Schlag. Lentge versenkte zum 7:1 (79.).

In der 80. Minute gab es noch einen fragwürdigen Elfmeter. Der Pfiff erfolgte nach Abschluss der Aktion. Der Ball war nicht mehr im Spiel. Pannicke vollendete zum 8:1. Danach war wieder Vogel dran, bevor Lentge in der 90. Minute mit dem 10:1 den Schlusspunkt setzte. Eine sehr bittere Niederlage, die sehr zum Nachdenken anregt.

"Ein besonderer Dank geht an Sebastian Reich, der sich bereit erklärt hatte, der Mannschaft noch einmal für eine Saison zu helfen. Vielleicht ein Beispiel für andere Spieler, die ihm folgen könnten", hofft Rudolf.

FSG Vorfläming II: Friedrich - Schnelle, Reich, Weimeister, Sohn, Ritter (46. Konzok), de Vries, Borgsdorf, Rudolf, Steinert (74. Paul), Schmied.

Schiedsrichter: Jan Fronske (Abus Dessau).