Zerbst l Ein Spieltag, den die Rot-Weißen aus Zerbst nicht so schnell vergessen werden. Die Landesklasse-Elf des TSV besiegte am Samstag die SG Gnadau mit 9:1 (3:1) Toren und landete den höchsten Sieg der Liga in der bisherigen Spielzeit. Überragend dabei war Youngster Max Syring, der sechsmal einnetzte.

Dabei begann die Partie anders als geplant, denn Nico Steigleder brachte die Gnadauer in der 15. Minute mit 1:0 in Front. Zuvor hatte Max Syring die erste Großchance für Zerbst vergeigt.

"Die ersten 20 Minuten haben wir wieder verschlafen", so Trainer Torsten Marks. "Wir können uns bei Ricardo (Werner - d. Red.) bedanken, der uns im Spiel gehalten hat."

Die Zerbster spielten schläfrig und die Gäste überraschten mit superschnellen Kombinationen. Dass sie ab der 16. Minute nach der Roten Karte für Robert Paasch nach grobem Foulspiel in Unterzahl spielten, war nicht zu merken.

Marks selbst war es, der an der Linie seine Jungs immer wieder aufforderte ranzugehen, mitzuspielen und endlich aufzuwachen. Er tobte fast. Dies zeigte erst Wirkung, als die Gnadauer noch zwei dicke Chancen versiebten.

Florian Böning bediente Syring, der umkurvte Torwart Ronny Merker und schob zum 1:1 ein (37.). "Ich war schon nah dran, Max auszuwechseln, weil er so verträumt war und teilweise nur herumstand", schmunzelte der Coach, der sich "riesig für ihn gefreut hatte". Dann zündeten die Zerbster den Turbo. Alles klappte. So erhöhten Otto Möbius und erneut Syring auf 3:1 (41., 45.).

"In Halbzeit zwei mussten die Gnadauer ihrem hohen Anfangstempo Tribut zollen, gaben aber niemals auf", lobte Marks die Gäste.

Der zweite Abschnitt hielt dann den großen Auftritt von Syring bereit, der mit einem Hattrick innerhalb von sieben Minuten das Resultat auf 6:1 hochschraubte und für die Spielentscheidung sorgte (53., 58., 60.).

Doch der Torhunger der Rot-Weißen war lange noch nicht gestillt. So trug sich auch noch der eingewechselte Bastian Wiegelmann in die Torschützenliste ein, bevor der "Torschütze vom Dienst", Max Syring, erneut zuschlug. Den 9:1-Endstand markierte der engagierte Johannes Tiede in der 90. Minute.

Von den Gästen war im zweiten Abschnitt nichts mehr zu sehen. "Sie kamen nur einmal über die Mittellinie", so Marks. "Aber in der ersten Hälfte haben sie überraschend gute Kombinationen gezeigt. Nach der Umstellung durch die Rote Karte hatten sie es dann schwer."

Für die Zerbster war es ein Sieg für das Selbstvertrauen, der jedoch nicht überbewertet werden sollte. "Ich werde gleich auf die Euphorie-Bremse treten", sagte auch der Trainer, denn gerade vor dem Derby in Nedlitz ist vollste Konzentration gefragt und alles lief ja auch noch nicht rund."

Zerbst: Werner - F. Sens, Fischer, Wollgast, Kunitschke, P. Möbius, O. Möbius (65. Reichhardt), Gieseler (63. Lukan), Syring, Tiede, Böning (53. Wiegelmann).

SR: Marco Uhlmann (Welsleben), Martin Seidl, Ingo Henning. ZS: 79.