In einem spannenden Bundesliga-Spiel gewannen am Sonnabend die Kegler des SKV Rot-Weiß Zerbst knapp mit 5:3 Mannschaftspunkten (MP) und 3684:3624 Kegeln gegen Aufwärts Donauperle Straubing und rückten so in der Tabelle auf Rang zwei vor.

Zerbst l "Mit dem, was ich gesehen habe, kann und will ich nicht zufrieden sein", schimpfte der recht aufgebrachte Mannschaftsleiter der Rot-Weißen, Timo Hoffmann, während im Mittelpaar seine Spieler mit durchwachsener Leistung Kegel um Kegel an die Gäste abgaben. "Wenn wir so unkonstant spielen, haben wir in der kommenden Woche beim Weltpokal keine Chance auf den angestrebten Halbfinal-Einzug."

Dabei starteten die SKV-Recken überzeugend in die Partie gegen die bis dahin ungeschlagenen Niederbayern. Axel Schondelmaier überzeugte in seinem ersten Saisonspiel mit Konstanz auf höchstem Niveau. Er erspielte mit 662 Kegeln nicht nur die Tagesbestleistung, sondern zwang die Gäste zur Mitte der Partie auch noch zur ersten Auswechslung.

Aber auch der für Paul Rohotin eingewechselte Robin Parkan (zusammen 583, 0:4) war gegen Schondelmaier chancenlos. Gleichzeitig hielt Mathias Weber (3:1, 622) mit nur einer schwächeren Bahn den ehemaligen Zerbster Radek Hejhal (605) in Schach und sorgte so für den zweiten MP.

"Heute sind wir mit einem blauen Auge davon gekommen. Beim Weltpokal muss eine Steigerung her, wenn wir unser Mindestziel, den Halbfinaleinzug, erreichen wollen.",

Teamchef Timo Hoffmann.

Es sah bei 2:0 MP und einem beruhigenden 96-Kegel-Vorsprung alles nach einem sicheren Erfolg des deutschen Meisters aus. Doch weit gefehlt. Das Straubinger Mittelpaar, mit dem erst zu Saisonbeginn von Zerbst nach Niederbayern gewechselten Cosmin Craciun, setzte die sonst so sicheren SKV-Spieler Torsten Reiser (0,5:3,5, 578) und Uros Stoklas (1:3, 615) von Beginn an unter Druck.

Reiser brachte keine Ruhe und Genauigkeit in sein Spiel und verlor gegen den starken Jens Weinmann (626) deutlich. Craciun (646) zeigte seinen ehemaligen Teamkollegen seine momentane Top-Form und ließ dem zu wechselhaften Stoklas, nur zwei Bahnen spielte der Slowene auf Top-Niveau, keine Chance. So war der Vorsprung in der Kegel-Gesamtwertung bedrohlich auf nur noch 17 Kegel gesunken. Bei 2:2 MP kam Unruhe im Zerbster Lager auf.

Doch Thomas Schneider (2:2, 590) und Boris Benedik (3:1, 617) beruhigten schnell mit starken Startbahnen die Gemüter der SKV-Fans und -Offiziellen. Sie schraubten den Kegel-Vorsprung wieder in sichere Gefilde und sahen auch lange Zeit wie die sicheren Sieger in den Einzelduellen aus.

Doch während Benedik gegen Manuel Lallinger (573) durchzog, musste Geburtstagskind Schneider seinen MP noch wegen einem weniger getroffenen Kegel an Jiri Nemec (591) abgeben.

Nach dem knappen, aber auch verdienten 5:3-Erfolg rückten die Rot-Weißen auf den zweiten Tabellen-Rang vor. Lediglich Aufsteiger Staffelstein bleibt nach dem Erfolg im Spitzenspiel gegen Amberg verlustpunktfrei vor den Zerbstern.

"Heute sind wir mit einem blauen Auge davon gekommen. Beim Weltpokal muss eine Steigerung her, wenn wir unser Mindestziel, den Halbfinaleinzug, erreichen wollen", gab Teamchef Hoffmann der Mannschaft vor den Kameras des MdR-Fernsehens mit auf den Weg. "Ich bin mir aber sicher, dass die auch möglich ist, wenn wir alle an unsere Grenzen gehen und natürlich auch die richtigen Spieler zum richtigen Zeitpunkt einsetzen."