Neuenhofe l "Wir sind nach Neuenhofe gefahren, aber die Jungs waren erst zur zweiten Halbzeit anwesend", beschrieb der Trainer der Landesklasse-Elf des TSV Rot-Weiß Zerbst, Torsten Marks, die Misere des 14.Spieltages. Die Zerbster verloren sang- und klanglos 0:3 (0:2).

Dabei hatte Marks seine Kicker so gut auf den Gegner eingestellt. "Ich hatte gewarnt, dass Neuenhofe auch mal schmutzigen Fußball spielt. Doch wir hatten ein rosa Tutu an und damit kann man kein Spiel gewinnen", so Marks, der nach der ersten Halbzeit "bitter enttäuscht" war.

Dabei hatte der TSV gleich eine gute Chance. Nach einer flachen Hereingabe von Carsten Kosel konnte der Schuss von Christopher Sens noch geklärt werden. Die Gastgeber machten es dann besser. Sie nutzten einen Fehler in der Zerbster Abwehr eiskalt aus. Stephan Paasche stand am Elfmeterpunkt völlig frei und schob zum 1:0 in der achten Minute ein.

"Es war ein Gegner, der die einfachen Tugenden des Fußballs, wie Leidenschaft und Kampfgeist, gezeigt hat."

Torsten Marks, Trainer des TSV.

"Es war einfach ein Gegner, der die einfachen Tugenden des Fußballs, wie Leidenschaft und Kampfgeist, gezeigt hat. Vorn hatten sie Patrick Stallmann, der vier Leute beschäftigt hat und dann die Bälle noch quer legen konnte. Es war eine Vollkatastrophe", sagte Marks.

Das 2:0 ließ nicht lange auf sich warten. Erneut ein Fehler im Spielaufbau. Michel Hollweg steuerte allein auf Torhüter Nicky Lahne zu und schob die Kugel durch die Hosenträger ein (21.). Zuvor gab es noch Tumulte an der Zerbster Trainerbank. Der Linienrichter und Trainer Marks liefen aufeinander zu und eckten dabei etwas zusammen. "Das war keine Absicht", entschuldigte sich Marks, der trotzdem des Feldes verwiesen wurde. Anschließend durfte sich auch Torwartrainer Peter Anders zu ihm gesellen.

Dann wurde wieder Fußball gespielt. Die Zerbster hatten zwei Chancen zum Anschluss. Zuerst lief Bastian Wiegelmann frei auf den Torwart zu, schoss aber knapp am Winkel vorbei. Dann parierte Neuenhofes Keeper Andreas Otto einen Kopfball von Otto Möbius stark (35.).

"Ich hatte in der Kabine die Fehler angesprochen und in der zweiten Halbzeit haben die Jungs wirklich viel versucht", erzählte Marks, der hinter der Bande bleiben musste. "Wir waren auch spielbestimmend, aber vorn konzept- und kopflos. Die vielbeinige Heimabwehr hat einfach alles unterbunden."

So nahm das Unheil seinen Lauf. Der nächste Konter brachte der Heimelf das nächste Tor ein. Erneut gab Stallmann die Vorlage und Paasche bedankte sich mit seinem zweiten Treffer zum 3:0 (51.).

Es war noch genug Zeit, sich zu wehren und nochmal ranzukommen. Doch symptomatisch für das Spiel war, dass Otto Möbius auch noch einen Elfmeter verschoss. "Mit über 200 PS drosch er das Ding in die Wolken", konnte Marks nur den Kopf schütteln.

"Das Spiel haben wir schon in der ersten Halbzeit verloren", war der Trainer bedient. "Gegen solche körperbetont spielenden Mannschaften müssen wir auch mal Mum zeigen und in die Zweikämpfe gehen. Nach oben brauchen wir nun nicht mehr gucken. Die vorn stehenden Teams bestechen mit Kons-tanz, die uns leider fehlt. Es wird nun immer schwerer, sich zu motivieren."

Vor der Winterpause stehen noch zwei schwere Spiele an. Am kommenden Spieltag kommt der Aufsteiger aus Niegripp. "Niegripp ist genau wieder so eine Mannschaft, die uns alles abverlangen wird, die mit Leidenschaft und Kampf auftrumpfen wird. Und dann erwartet uns der HSV Medizin. Das werden zwei richtungsweisende Spiele werden", blickte Marks schon voraus.

Rot-Weiß Zerbst: Lahne - Florian Sens, Wollgast (50. Kunitschke), Fischer, Tiede, Patrick Möbius, Kosel, Gieseler, Wiegelmann, Otto Möbius, Lukan.

SR: David Siegel (TuS Schwarz-Weiß Bismark), Alexander Kocherscheid, Kurt Schröder.

ZS: 30.