Während die deutschen U23-Junioren beim Einzelweltpokal der Kegler in Hirschau am Sonntag über zwei Titel und einmal Bronze jubeln konnten, trauerte der Zerbster Mathias Weber wegen seines frühen Ausscheidens in Runde eins.

Hirschau l Dabei waren die Erwartungen beim "Heim-Wettkampf" gerade für Weber besonders hoch gesteckt, spielte der Spitzenkegler des SKV Rot-Weiß Zerbst doch vor einigen Jahren in Hirschau in der Bundesliga. Und auch der ausgeloste Gegner im Achtelfinale am Samstag schien durchaus schlagbar.

Doch der Pole Mikolaj Konopka hielt von Beginn an ordentlich gegen. "Allerdings habe ich mir mein Ausscheiden selbst zuzuschreiben. Vielleicht war mein Spiel einfach nicht dynamisch genug. Gerade zu Beginn hätte da sicher mehr kommen müssen", meinte Weber enttäuscht.

Auch Deutschlands Cheftrainer Günther Doleschel analysierte kritisch: "Er hat sich wahrscheinlich zu sehr mit seinem Gegner beschäftigt. Da sind die Jungen ganz anders. Die gehen einfach auf die Bahn und lassen die Sau raus. Diese Lockerheit fehlte bei Matze und am Ende fehlten dann die entscheidenden Kegel."

Tatsächlich gewann Webers Gegenspieler die erste Bahn knapp (154:158). Zwischenzeitlich, nach zwei knappen Satzgewinnen des SKV-Recken, sah alles nach einem glücklichen Weiterkommen des Zerbsters aus. Doch im letzten Satz reichten die zehn Kegel Vorsprung nicht aus. Bei 2:2 Sätzen gewann Konopka mit 605:603 Kegeln. Die Enttäuschung war perfekt.

SKV-Chef Müller meinte später: "Wenn man die Resultate der Sieger sieht, hat das, was Matze gespielt hat, einfach hier nicht ausgereicht. Er hatte allerdings auch ein wenig Pech. Seine Kugel hat einfach nicht so eine Wirkung gezeigt, wie bei den anderen." Der letztliche Weltpokalsieger Norbert Kiss (HUN) erspielte in einem Wahnsinns-Finale gegen Vilmos Zavarko (SRB) bei 2:2 Sätzen den Turnierbestwert von 694:683 Kegeln.

Während des Finaltages "musste" sich der Zerbster Vorzeigeathlet immer wieder Fragen zu seinem Ausscheiden gefallen lassen. "Aber das ist jetzt schon halbwegs abgehakt. Ich kann ja jetzt eh nichts mehr daran ändern. Und es sind gestern nach dem Ausscheiden sicher keine Flaschen geflogen", versuchte er die Enttäuschung schnell zu verarbeiten.

Dies war aus seiner Sicht auch zwingend notwendig: "Wir spielen am kommenden Samstag schon das Champions League-Rückspiel in Neumarkt. Da muss ich wieder voll dasein, denn schließlich wollen wir da ins Final Four nach Straubing."

Positiv auf die Frustbewältigung wird sich wohl das Abschneiden von Webers Teamkameraden im U23-Bereich ausgewirkt haben. Mit Saskia Barth (1.) und Christina Neundörfer (3.) sowie Fabian Lutz (1.) konnte Weber wenigstens die starken Leistungen im Team feiern. Da rückte die Trauer über das eigene Ausscheiden etwas in den Hintergrund.