Mit zwei Siegen nach sieben Stunden Kegeln konnten die Spitzenkegler des SKV Rot-Weiß Zerbst den ungewöhnlichen Samstag erfolgreich gestalten. In der ersten Partie gelang dabei gegen den oberpfälzischen Vertreter FEB Amberg in der Bundesligapartie ein klares 6:2 bei 3902:3550 Kegeln. Im anschließenden DKBC-Pokalviertelfinale sprang ein 7:1 bei 3695:3597 Kegeln heraus.

Zerbst l Das Vormittagsmatch verlief von Beginn an klar für die Hausherren. Marcus Gerdau, der nach seinem überzeugenden Auftritt in der Champions League eine weitere Einsatzchance erhielt, legte mit 666 Kegeln ein weiteres Spitzenergebnis nach. Gegen Rainer Sattich (575) gewann er klar mit 4:0 Satzpunkten (SP).

Benedik überragend

Parallel unterlag zwar Mathias Weber gegen den Youngster Daniel Beier nach Satzgleichheit mit 637:647 Kegeln. Doch es blieb bereits ein gewaltiger Vorsprung.

Diesen bauten Thomas Schneider gegen Wolfgang Häckl und Uros Stoklas gegen Matthias Hüttner weiter aus. Schneider startete mit 189 Kegeln fulminant und gewann alle vier Sätze bei ebenfalls starken 667:569 Kegeln. Stoklas kam auf 636 Kegel bei 4:0 Sätzen.

Im Schlusspaar zeigte Boris Benedik noch einmal Kegelsport vom Allerfeinsten. Mit vier Bahnen auf höchstem Niveau verpasste er mit 691 Kegeln nur um einen Zähler den bisherigen Bahnrekord. Gegen Bernd Klein (586) behielt er mit 4:0 klar die Oberhand. Gleichzeitig musste sich Timo Hoffmann dem stabilsten Amberger Jürgen Zeitler mit 605:641 Kegeln geschlagen geben.

Nach einer halben Stunde stand nun die zweite Partie und damit die Pokalrunde auf dem Plan. Den Zerbstern merkte man nun deutlich die fehlende Konsequenz an. Mannschaftsleiter Hoffmann nutzte zudem die Möglichkeit zur Rotation.

So kamen im Startpaar Schneider und der wieder genesene Axel Schondelmaier zum Einsatz. Schneider traf 611 Kegel und musste bis zuletzt kämpfen, um gegen Bernd Klein (601) nach Satzgleichheit noch zu gewinnen. Schondelmaier startete herausragend mit 185 Kegeln, konnte das hohe Niveau aber nicht halten und musste auch bis zur letzten Kugel bangen, um mit einem Kegel (637:636) bei 2:2 Sätzen gegen Zeitler zu siegen.

Im Mitteldurchgang gelang dem Amberger Beier gegen Torsten Reiser der zweite Punktgewinn des Tages. Reiser verpasste die ersten 60 Wurf und konnte den Rückstand nicht mehr aufholen. Der Zerbs- ter unterlag mit 1:3 SP und 598:615 Kegeln. Stoklas spulte sein gewohntes Programm ab und kam damit zu 3:1 SP und 622:570 Kegeln gegen Andreas Schweiger.

Im Schlusspaar brachten Hoffmann und Benedik den Sieg nach Hause. Hoffmann gewann mit dem besseren Ergebnis von 603:598 Kegeln gegen Sattich und Benedik nach 3:1 SP und 624:577 Kegeln gegen Wolfgang Häckl.

Da während der Pokalpartie die Nachricht in Zerbst eintraf, dass Schwabsberg in Lorsch verlor, reichte der Sieg am Vormittag für den SKV, um den zehnten Deutschen Meistertitel in Folge drei Spieltage vor Saisonschluss einzufahren. "Ich freue mich, dass wir neben dem Einzug ins Pokal-Final-Four auch jetzt schon den Meistertitel festgemacht haben. Das war unser großes Ziel und ist der wichtigste Titel jeden Jahres", zeigte sich Hoffmann überglücklich. Die Zerbs- ter führen uneinholbar mit sechs Zählern und 26 Mannschaftspunkten (MP), wobei für Schwabsberg als Zweitplatziertem in den letzten drei Spielen nur noch 24 MP erreichbar wären.

"Wir wollen jetzt die Spannung hochhalten und auch die nächsten Spiele entsprechend angehen. Wir haben bereits Ende März in Straubing mit der Champions League unser nächstes großes Ziel vor Augen", erläuterte Hoffmann.

Am kommenden Wochen- ende tritt der alte und neue Titelträger beim Verfolger in Schwabsberg an, bevor in zwei Wochen nach dem letzten Heimspiel gegen Lorsch die große Meisterfeier steigen soll.