Zerbst (ppf/sza) l Am vergangenen Sonntag sorgte das B-Jugendteam des TSV Rot-Weiß Zerbst für eine erneute Sensation beim Kampf um den Landespokal. Die Jungs schossen nach den Siegen über den Verbandsligisten SG Lutherstadt Wittenberg und den Regionalligisten Hallescher FC auch den Vierten der Verbandsliga, den 1. FC Lok Stendal, mit einem 5:4 (1:1) nach Elfmeterschießen aus dem Wettbewerb.

Die Gäste waren durch die bisherigen Erfolge der Rot-Weißen gewarnt und wollten sich nicht überrumpeln lassen. Die Partie startete schwungvoll. Beide Teams lieferten ein schnelles Spiel auf hohem Niveau. Für den TSV gab es schon in der sechsten Minute die erste einhundertprozentige Chance durch Philipp Baumgart, der am aufmerksamen Gäste-Keeper Philipp Maximilian Möller scheiterte. Im Nachsetzen durch Hans Cicek rettete der Pfosten.

Beide Mannschaften gingen ein hohes Tempo und lieferten sich energische Zweikämpfe. Auf die technisch etwas besseren Verbandsligisten antworteten die Zerbster mit einer sehr hohen Laufbereitschaft. Die erste Schrecksekunde gab es für die Heimelf in der 27. Minute. Nach einem Eckstoß der Gäste klärte Linus Rudolf per Kopf auf der Linie.

Den Führungstreffer für Lok brachte ein verdeckter Schuss aus der zweiten Reihe durch Torjäger Tim Seidel-Holland. Für Keeper Eric Schwarz gab es nichts zu halten (30.).

Durch den Rückstand völlig unbeeindruckt steckte der TSV nicht auf und glich aus. Nach einem Foulspiel am Zerbster Kapitän Lukas Segbers im Gästestrafraum verwandelte Baumgart den Strafstoß eiskalt.

Nach dem Seitenwechsel kamen die Gäste etwas besser ins Spiel und versuchten mit schnellem Kombinationsspiel und langen Bällen in die Spitze die TSV-Abwehr auszuhebeln, aber ohne Erfolg.

Der Anfangssturm der Gäste erlahmte. Jetzt zeigten sich auch die Zerbster Jungs konzentriert und erspielten sich einige sehr gute Torchancen.

Kurz vor der Pause war es erneut Rudolf, der nach einem Standard der Gäste auf der Linie für seine Elf klärte. Es blieb beim 1:1. Beide Teams mussten in die Verlängerung. Bis zum Ende blieben Laufpensum sowie Tempo hoch und die Zerbster gaben alles. Nach 100 schweren Minuten musste das Elfmeterschießen entscheiden.

Lok eröffnete den Nervenkrimi und überwand Keeper Schwarz. Zerbst glich durch Cicek aus. Auch der zweite Schütze der Gäste verwandelte und der TSV stellte den alten Abstand durch Nils Pfitzner wieder her. Beim dritten Lokschützen zeigte Schwarz seine ganze Klasse und hielt mit einer Glanzparade. Auch Lok-Keeper Möller parierte den anschließenden Schuss von Baumgart. Der vorletzte Stendaler traf und Constantin Schöne zog nach.

Der letzte Lok-Schütze zeigte Nerven und schob die Kugel über das Tor. Tim Herrmann, als letzter Schütze der Rot-Weißen, hatte jetzt alles in der Hand. Spannung pur auf dem Zerbster Anger, als er sich völlig cool den Ball zurechtlegte, kurz anlief und die Kugel zum 5:4 im Netz zappelte.

Der anschließende Jubel bei den Fans und den völlig entkräfteten Spielern, die in dieser fairen Partie alles gegeben hatten, war riesig. Das B-Jugend-Team wurde mit dieser starken Leistung seiner Rolle als Pokalschreck erneut gerecht.

TSV Zerbst: Schwarz - Wernicke (41. Rejeb), Schöne, Segbers, Herrmann, Pfitzner, Cicek (19. Specht), Rudolf, Aderholz (60. Böhlert), Ritsch, Baumgart.

SR: Andreas Zepter. ZS: 45.