Es ist Realität. Der SKV Rot-Weiß Zerbst hat nach Weltpokal und Meisterschaft nun auch die Champions League gewonnen. In Straubing "regierte" am Sonntagabend "nur der SKV."

Straubing l Und das nach einem Spiel, das so sicher viele erwartet, wenige erhofft, aber am Ende alle Fans des SKV ekstatisch feierten.

Nach einer Partie auf Augenhöhe rangen die Zerbster die Ungarn aus Szeged mit 5:3 Mannschaftspunkten (MP) und 3718:3682 Kegeln nieder. Und das im wahrsten Sinne des Wortes.

Zu Beginn sah für die Rot-Weißen alles gut aus. Thomas Schneider (2:2, 591:600), Mathias Weber (2:2, 648:651) und Axel Schondelmaier (2:2, 644:583) starteten gut. Doch nur Schondelmaier konnte seinen tatsächlich auch realisieren, da sowohl Weber als auch Schneider kurz vor Schluss mit dem letzten Wurf noch verloren. So führte der SKV zwar nach Kegeln, lag aber nach Punkten hinten.

Es ist einer der größten Tage. Für mich, für den Verein und für Sachsen-Anhalt."

SKV-Sportwart Andreas Förster.

Dann begann der "Krimi". Teamchef Timo Hoffmann (0:4, 589:637) blieb chancenlos. Aber Uros Stoklas (2:2, 631:618) und Boris Benedik (2:2,615:593) behielten in der Schlussphase die Nerven und kämpften ihre starken Gegenspieler nieder.

Als drei Wurf vor Schluss der knappe Sieg der Zerbster feststand, gab es kein Halten mehr. Die vielen Fans der Rot-Weißen, die schon während der Partie stimmlich klar die Oberhand hatten, skandierten die bekannten Jubelgesänge: "Oh, wie ist das schön ...", "Immer wieder SKV ..." und "Hier regiert der SKV ..." hallten in die mittlerweile dunkle Straubinger Nacht.

"Ich bin überwältigt. Die Jungs haben alles umgesetzt, was wir vorgegeben hatten, von der Anreise bis zum Hochheben des Pokals. Es ist einer der größten Tage, für mich, für den Verein und für Sachsen-Anhalt", schwärmte SKV-Sportwart Andreas Förster.

Schon im Halbfinale am Samstag gegen Belgrad mussten Mannschaft und Fans lange zittern, bis der 7:1 (3699:3641)-Sieg gegen KK Belgrad feststand. "Am Ende sieht ein 7:1 super deutlich aus. Doch wer den Spielverlauf beobachtet hat, weiß, wie eng dieses Spiel war", schilderte SKV-Sportwart Andreas Förster die Dramatik.

Denn im Start-Durchgang verzauberte zwar Thomas Schneider mit der Tagesbestleistung von 661 Kegeln die fest in Zerbster Hand befindliche Halle. Aber sowohl Mathias Weber (604) als auch Marcus Gerdau (584) hatten kräftig mit ihren Gegenspielern zu kämpfen. Höhepunkt war hier der Punktgewinn von Weber, der nicht nur seinen dritten Satz mit einem Zauberwurf gewann, sondern bei 2:2 Bahnen erst durch einen missglückten letzten Wurf seines Gegners mit gerade einmal einem Kegel Vorsprung den MP holte.

So führte der SKV nach MP zwar mit 2:1, lag aber im Kegel-Gesamtergebnis knapp hinten. Diesen Rückstand drehten die Zerbster Schluss-Spieler aber schnell in einen kleinen Vorsprung. Die Belgrader gaben sich längst nicht geschlagen, kämpften sich immer wieder heran, so dass die direkten Duelle bis zu den Schlussbahnen nicht entschieden waren.

Uros Stoklas überragend

Doch Uros Stoklas (621) rang im Schluss-Spurt den schwächelnden Calic ebenso nieder, wie Teamchef Timo Hoffmann (596) Ostojic. Als dann auch noch Boris Benedik (633) mit zwei Räumerneunen Vlajkov auf Distanz hielt, stand Mitte des letzten Satzes der Finaleinzug des SKV fest.

So jubelte die Zerbster Fangemeinde schon während der letzten Würfe ihrer Idole. Die Gesänge "Finale, Finale, oho..." und "Immer wieder SKV..." hallten durch das Straubinger Liberty-Center.

Am Nachmittag hatte sich der Zerbster Finalgegner aus Szeged deutlich mit 6:2 (3704:3598) gegen Podbrezova (SVK) um den überraschend schwachen Ex-Zerbster Ivan Cech (559) durchgesetzt.

 

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