Dessau (jsc/sza) l Kreisoberligist FSG Steutz/Leps kann seinen momentanen Abwärtstrend nicht stoppen, was gar nicht so verwunderlich ist. Seit Wochen stehen beide Übungsleiter bei jedem Spiel vor der großen Herausforderung, eine spielfähige Mannschaft auf den Platz schicken zu können. Denn es geht nach dem Motto: Wer ist überhaupt da, wer ist gesperrt, wer ist privat bzw. beruflich verhindert, fast immer ein ,,Lotteriespiel``. So auch wieder beim Punktspiel beim SV Dessau 05, wo wiederum vier Positionen gegenüber dem Roßlauspiel neu besetzt werden mussten. Die FSG unterlag 1:3 (0:1)

Allrounder Stephan Moller musste das Tor hüten, Nachwuchsspieler Hannes Schmidt von Beginn an spielen und auf der Bank saßen mit Below und Müller zwei Spieler der Zweiten. Dazu wurde zu allem Überfluss auf dem ungeliebten Kunst- rasenplatz gespielt. Dennoch muss man immer wieder staunen, wie gut die FSG in dieses Spiel hineinfand. Schnell hatte sie sich mit den ungewohnten Bedingungen angefreundet, wurde das schnelle Pass-Spiel der Dessauer mit energischen Aktionen gekontert. Jeder hatte rasch seinen Gegenspieler gefunden und solange die Kraft reichte, war auch die Konzen- tration da, dem Gegner gut Paroli zu bieten.

Torsten Frens, Sebastian Hecht und René Wolf starteten aus dem Mittelfeld gute Spielzüge. Die ersten klaren Chancen des Spiels hatten Tim Schröter und Hecht. Ihre Schussversuche gingen nur knapp am 05-Tor vorbei. Zwei Riesenchancen versiebten dann Schröter und Lucas Kamschütz. Die FSG hätte in Führung liegen müssen.

Nach einer guten halben Stunde dann aber ein Freistoß für die Dessauer, der schnell ausgeführt wurde. Weit aus dem Mittelfeld kam der Flugball zum völlig freistehenden Dessauer Mittelstürmer, der nur noch die Flugbahn mit dem Kopf ändern musste. Moller war ohne Abwehrchance.

Es war dennoch eine gute erste Halbzeit für die Gäste. In der zweiten Halbzeit war noch alles möglich. Aber schnell war das verspielt, als 05 nach ungestörtem Doppelpass-Spiel zum 2:0 einschoss und wenig später nach einem Eckball ungestört zum 3:0 einköpfen konnte.

Die Steutzer verloren zu schnell ihre Zuordnung. Kaum ein Spieler hielt sich noch an die vorgegebenen Einweisungen und schon ging es drunter und drüber. Die Dessauer erspielten sich Chance um Chance. Nur Moller war es zu verdanken, dass es beim 3:0 blieb.

Und plötzlich, 15 Minuten vor dem Ende, befreiten sich die Gäste wieder aus diesen Druckaktionen. Die Stürmer Schröter und Kamschütz wurden endlich agiler, auch durch die wieder bessere Unterstützung aus dem eigenen Mittelfeld. Die Chancen zum Anschlusstreffer und zu mehr hatten beide. Eine nutzte dann wenigstens Schröter zum 1:3.

"Es war ein verdienter Sieg der Dessauer, wo man sehen konnte, wie sich junge, talentierte Spieler durchaus für ihre erste Mannschaft angeboten haben", resümierte FSG-Trainer Joachim Schaffer, der anfügte: "Aber auch bei der FSG gibt es diese Talente und guten Spieler, die aber zumindest versuchen sollten, über ordentliche Trainingsleistungen und vor allem vernünftiges Wettkampfverhalten wieder in die Erfolgsspur zurück zu finden, denn es wäre doch echt schade, eine bisher so tolle Saison nur noch austrudeln zu lassen. Drei Niederlagen in Folge sind genug."

FSG Steutz/Leps: Moller - Beelitz, Rummel, Schmidt, Saar, Frens, Hecht, Wolf, Arndt, Kamschütz, Schröter, Below, Müller.

SR: Torsten Hüttig (Grün-Weiß Dessau), Reinhardt Zimmer. ZS: 14.