Dessau (hru/sza) l Was Kreisligist FSG Vorfläming II beim TSV Einheit Dessau geleistet hat, kann man eigentlich nicht beschreiben. Nachdem er in Halbzeit eins eine sehr schlechte Leistung bot, fing er sich in der 52. Minute, holte einen Vier-Tore-Rückstand auf und gewann buchstäblich in letzter Minute mit 5:4 (0:3).

Trotz der fünf Ausfälle war die FSG II ordentlich aufgestellt. Alle drei Torhüter fehlten, so dass Daniel Leps kurzfristig einsprang. Die beiden Oldies Sebastian Reich und Christian Friedrich waren beruflich verhindert. Kay Borgsdorf und Torhüter Steffen Hinz fallen bis zum Saisonende verletzt aus.

Die FSG II begann das Spiel mit einer Einstellung, die sich nicht wiederholen sollte. Der Sieg stand schon vor dem Spiel fest, auch die Höhe des Ergebnisses. So war es kaum verwunderlich, dass die FSG nicht ins Spiel fand. Sie passte sich der Spielweise des Gegners an, der nur mit langen Bällen agierte.

Bevor sich die Gäste gefunden hatten, kassierten sie schon den 0:1-Rückstand (8.). Da die Zuordnung nicht stimmte, hatte Baumgarten keine Mühe, den Ball per Kopf einzunicken. Das gleiche wiederholte sich in der 15. Minute. Wiederum nach einem Eckball stand keiner bei Mundel, der zum 2:0 einköpfte.

Danach gelang der FSG phasenweise ein besseres Spiel nach vorn. Nach einem guten Spielzug legte Eric Metzker von rechts auf den freistehenden Jonas Rudolf, der zu sehr in Rücklage geriet und den Ball an die Unterkante der Latte jagte. Den Aussagen der Spieler zu Folge war der Ball drin. Kein Vorwurf an Schiri Jörg Lautenschläger, der die Situation nicht genau bestimmen konnte.

Auch das 3:0 war etwas umstritten. Der Schiri war der Auffassung, dass der freigespielte Torschütze Meinhardt aus der eigenen Hälfte gestartet war. Er nutzte den Vorteil des Zögerns der FSG-Hintermannschaft, lief frei auf Torhüter Leps zu und ließ ihm keine Abwehr-Möglichkeit.

Etwas ratlos standen sich Spieler und Trainer gegenüber, bis die richtigen Worte gefunden worden. "Wir holen diesen Rückstand auf", obwohl keiner so richtig dran glaubte. Schon gar nicht beim 4:0, wo Felix Häntze einen Aussetzer hatte und den Ball zurückspielen wollte. Es wurde eine Vorlage für Baumgarten, der überlegt einnetzte (51.).

Das wirkte wie ein Muntermacher. Gleich nach dem Anstoß passierte es, dass endlich schnell und direkt gespielt wurde. Nach Vorlage von Steffen Fräßdorf zeigte Metzker seine Torjägerqualitäten. Mit dem 1:4 begann nicht nur die Aufholjagd, sondern die FSG spielte endlich so, wie in den vorangegangenen Spielen. Entscheidend war die Umstellung in Abwehr und Angriff. Erneut nahm Metzker ein Anspiel von Max Göricke direkt und schoss zum 2:4 ein.

Jetzt witterten die Gäste Morgenluft und spielten Tempofußball. Der Gegner kam kaum noch aus der eigenen Hälfte heraus. In der 78. Minute traf wiederum Metzker zum 3:4-Anschluss.

Es begann ein förmliches Anrennen auf das Einheit-Tor. Eine Vielzahl von Freistößen und Eckbällen brachte nichts ein. In der 90. Minute dann doch noch der Ausgleich zum 4:4. Nach Rudolf-Eckball war Göricke im richtigen Moment am Ball und drückte diesen aus einem Gewühl heraus über die Torlinie.

Der Schiri zeigte drei Minuten Nachspielzeit an. Die FSG motivierte sich noch einmal und wurde in der 91. Minute belohnt. Max Wolf war im endscheidenden Moment zur Stelle und wurschtelte den Ball zum vielumjubelten 5:4-Siegtreffer ins Tor.

Damit nahm ein bereits verloren geglaubtes Spiel noch ein glückliches Ende. "Unfassbar! Diese Moral und dieser Wille sind Ausdruck einer intakten Mannschaft", freute sich FSG-Trainer Helmut Rudolf.

FSG Vorfläming II: Leps - Zähle, K. de Vries, R. de Vries (55. Göricke), S.-B. Friedrich - Edner (86. Wolf), Fräßdorf, Sohn - Rudolf, Metzker, Häntze. SR: H.-Joerg Lautenschläger (Grün-Weiß Dessau). ZS: 20.