Im Spitzenspiel der Landesklasse 2 verschenkte der TSV Rot-Weiß Zerbst zwei Punkte. Gegen Kleinmühlingen/Zens reichte es nur zum 2:2. Die Nedlitzer hingegen kehrten mit einem 4:2-Auswärtssieg von Zukunft Magdeburg heim.

Zerbst/Nedlitz l Für die Zerbster fühlt sich das 2:2 (0:1) gegen den Tabellenzweiten Kleinmühlingen/Zens wie eine Niederlage an. Sie waren klar besser, hatten die besseren Chancen und dann spielte ihnen die Überzahl-Situation ab der 50. Minute auch noch voll in die Karten. Aber es sollte wieder nicht sein.

"Es ist einfach unglaublich, wie viele Chancen wir wieder liegen gelassen haben", raufte sich Trainer Torsten Marks die Haare. "Schon in der ersten Halbzeit hätten wir 5:1 führen können, aber stattdessen führen die Gäste 1:0", fügte er an.

Norman Möbes hatte die Salzlandstädter in der 13. Minute in Front gebracht. So blieb es bis zur Pause.

Die zweite Hälfte war dann noch ärgerlicher für die Rot-Weißen, denn auch da waren sie tonangebend, aber vorerst ohne Torerfolg. Florian Sens erlöste die Elf und sorgte für den 1:1-Ausgleich (53.). Als dann Kai Lukan in der 72. Minute zum 2:1 einnetzte, dachten alle, jetzt endlich ist der Knoten geplatzt. Doch zwei tausendprozentige Chancen ließen Otto Möbius und Hagen Ernst liegen.

So kam es, wie es kommen musste. Erneut war Möbes bei einem Gewühl vor dem Zerbster Tor zur Stelle und erzielte den glücklichen 2:2-Ausgleich für die Gäste, die in der zweiten Halbzeit ziemlich ruppig agierten und sich nicht wie ein Spitzenteam präsentieren konnten.

"Wir konnten weder die Überzahl-Situation noch die glasklaren Chancen nutzen. Solche tausendprozentigen Chancen darf man einfach nicht liegen lassen. So haben wir heute wieder zwei Punkte verschenkt", war Marks bedient. Die Rot-Weißen bleiben auf Rang drei, da Medizin in Güsen 0:1 unterlag.

Die Nedlitzer Kicker konnten wieder in die Erfolgsspurt zurückkehren. Sie besiegten den FC Zukunft mit 4:2 (2:0) und bleiben mit 50 Punkten zwar auf Rang fünf, halten jedoch Anschluss zum Drittplatzierten Zerbst, der nur zwei Zähler vor den Nedlitzern liegt.

Der Nedlitzer Trainer Helmut Friedrich bescheinigte seiner Mannschaft, die nur mit zwölf Mann nach Magdeburg reiste, eine "geschlossene Leistung", aus der Christian Schmidt noch herausragte. "Er hat ganz stark gespielt", so Friedrich. Sehr gut war auch der dreifache Torschütze Marcel Kilz, der "super freisgespielt wurde" (Friedrich).

"Die frühen Tore von Marcel Kilz und Florian Lehmann (9. und 14.) hatten viel Ruhe ins Spiel gebracht", berichtete der Coach, der anfügte: "Die erste Halbzeit ging klar an uns und wir hatten uns vorgenommen, frühzeitig das 3:0 zu machen, was uns auch gelang. Zuvor gab es jedoch eine Phase, wo uns das Spiel etwas aus der Hand gerutscht war, aber nach dem 3:0 war es wieder eindeutig."

Mit einem Doppelpack von Kilz (74., 84.) führte der SC Nedlitz schon 4:0. Der FC Zukunft, der nie aufgab, kam dann in der 85. und 90. Minute durch David Kohlepp und Christian Karg noch zum 2:4. "In den letzten Minuten haben wir noch zwei Tore geschluckt. Da zog dann der Schlendrian ein. Das war etwas schade, denn wir hätten zu Null gewinnen können. Aber am Ende zählen die drei Punkte", so Friedrich abschließend.

Zerbst: Werner - Florian Sens, Fischer, Wollgast (65. Kunitschke), Daniel Ernst, Hagen Ernst, Otto Möbius, Gieseler, Syring, Böning (46. Wiegelmann), Lukan. SR: Heinz Schwarzlose (Concordia Rogätz), Klaus Stock, Sascha Häusler. ZS: 103.

Nedlitz: Hoffmann - Alarich, Ritze, Juskowiak, Mielchen, Hahn, Schmidt, Fambach, Sanftenberg (75. Körner), Kilz, Lehmann. SR: Benedict Ohrdorf (Grün-Weiß Süplingen), Thomas Krugel, Alexander Kocherscheid. ZS: 20.