Speichersdorf l "Die WM im eigenen Land ist immer etwas ganz Besonderes", sagte im Vorfeld der Nationaltrainer der deutschen Herren, Oliver Scholler. Es ist einfach beeindruckend und erzeugt ein absolutes Gänsehautgefühl, dort dabei zu sein. Eine proppevolle Halle, die fest in deutscher Hand ist sorgt für Topstimmung und gibt den Jungs auf den Bahnen vollste Unterstützung.

Die tolle WM-Bahn, die in Zusammenarbeit des gastgebenden Vereins SKC Speichersdorf mit der Gemeinde extra und nur für die WM in einer Mehrzweckhalle neu eingebaut wurde, ist beeindruckend. Auf dem Bahnhintergrund sind nicht nur die gewohnten Ergebnis-Anzeigen zu sehen. Gigantisch groß auf leuchtendem Orange, genau wie die Läufe, ragt Spiderman, der natürlich eine WM-Kugel spielt, hervor.

"Nach der Spieleröffnung fing es plötzlich in meinem Magen an zu kribbeln. Ein für mich recht ungewohntes Gefühl." - Thomas Schneider, Zerbst

Die Organisatoren des SKC Speichersdorf hatten keine Mühen gescheut und alles perfekt vorbereitet. Schon der Empfang war herzlich. Und obwohl gerade beim Auftakt am Sonntag, da stand das erste Vorrundenspiel gegen Slowenien vor ausverkaufter Halle an, großer Trubel herrschte, strahlten die Speichersdorfer eine Ruhe aus, sind stets freundlich und hilfsbereit.

Kegelfeuerwerk gegen Slowenien

Die deutschen Jungs mit den Zerbstern Timo Hoffmann, Thomas Schneider, Mathias Weber, Torsten Reiser und Axel Schondelmaier sowie den Schwabsbergern Fabian Seitz, Timo Hehl und Mathias Dirnberger, die vom Nationaltrainer Oliver Scholler, seinem Co-Trainer Wolfgang Lutz und dem Zerbster Martin Herold als Teammanager angeführt werden, haben sich bereits sehr gut präsentiert.

Die Anspannung vor dem ersten Spiel war fast zu Greifen. "Mir geht\\\'s gut", lächelte Thomas Schneider, der wie immer gut drauf ist. Nach der Partie, er war mit 665 Kegeln Tagesbester, gab er aber zu: "Nach der Spieleröffnung fing es plötzlich in meinem Magen an zu kribbeln. Ein für mich recht ungewohntes Gefühl. So musste ich mich erst noch einmal zurückziehen, um die gewohnte Lockerheit zurück zu bekommen."

Gegen Slowenien zündeten die Jungs ein wahres Feuerwerk ab, gewannen beeindruckend 7:1. Diesen Sieg beschrieb Scholler "als den bisher wichtigsten".

Im zweiten Match gegen den vorjährigen WM-Dritten Serbien wollten die Deutschen an die Leistung des ersten Spiels anknüpfen und mit einem Erfolg hätten sie den Gruppensieg schon perfekt machen können. Dass es möglich war, dafür sprachen auch die Zahlen. Denn die Serben spielten mit 3874 Kegeln in ihrem ersten Vorrundenspiel gegen den nächsten Gegner der Deutschen, Bosnien-Herzegowina, genau das selbe Ergebnis wie die Deutschen.

Favorit gegen Bosnien

Doch leider unterlagen die Scholler-Jungs den Zavarko Co. im Duell auf Augenhöhe 2:6. Überragend spielte Timo Hoffmann, der den Weltklasse-Star Vilmos Zavarko mit 3:1 (658:663) sensationell in die Knie zwang. "Wir haben gesehen, dass die Serben schlagbar sind, wenn wir sie nur richtig unter Druck setzen", bilanzierte Oliver Scholler. "Wir haben es leider nicht geschafft, einmal vier Topergebnisse auf die Bahnen zu bringen", war auch Thomas Schneider etwas verärgert. Und er fügte zu seiner Leistung - er spielte 621 Kegel und holte seinen Mannschaftspunkt - an: "Ich konnte in den letzten Würfen meine Konzentration nicht mehr hochhalten und habe mir dadurch ein Topergebnis verdorben."

Doch die Jungs, die gestern die Pause zum Anfeuern der deutschen Damen im Spiel gegen den amtierenden Weltmeister Ungarn (Deutschland unterlag 2:6), zum Entspannen in der Therme bzw. zum lockeren Training auf den Bahnen in Bayreuth genutzt hatten, waren auch gleich wieder optimistisch: "Gegen Bosnien sind wir der Favorit und da wollen wir gewinnen und ein gutes Ergebnis spielen", sagte Geburtstagskind Axel Schondelmaier.

Am Donnerstag um 15 Uhr geht es um Alles. Gewinnen die deutschen Jungs haben sie ihr erstes großes Ziel, den Viertelfinal-Einzug, erreicht. "Dann schau\\\'n wir mal", so Oli Scholler.

   

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