Die deutschen Kegel-Herren wurden bei der VI. Team-WM in Speichersdorf überraschend Vizeweltmeister. Sportredakteurin Simone Zander sprach unmittelbar nach dem Finale mit dem Nationaltrainer Oliver Scholler über diesen überragenden Erfolg.

Volksstimme: Herr Scholler, wie fällt Ihr Fazit aus?

Oliver Scholler: Wir sind vollkommen zufrieden. Wenn man im Finale spielt, will man es auch gewinnen. Deshalb war die Enttäuschung zuerst ein bisschen da, aber die verfliegt jetzt. Der zweite Platz ist einfach toll.

Woran lag es, dass die Serben nicht besiegt werden konnten?

Wir hatten am Ende des Startpaars eine kleine Schwächephase und der Gegner hat uns mit Neunerserien wirklich weh getan. Da ist er an uns vorbei gezogen und das Spiel ist gekippt. Wenn wir im ersten Paar den Vorsprung gehalten hätten, wären wir mit 2:0 in den zweiten Durchgang gegangen. Dann läuft das Spiel sicher ganz anders. Das Schlusspaar spielte ja dann wieder wirklich grandios.

Haben die Spieler doch Nerven gezeigt?

Solch eine Erfahrung muss man als Spieler halt machen. Eine ganze Woche WM und heute mit zwei Spielen, das ist eine echte psychische und physische Anstrengung. Wenn man so etwas mal mitgemacht hat, weiß man das. Aber da müssen wir in Hinblick auf die WM 2017 noch etwas dran arbeiten, um dann vielleicht ganz oben zu stehen.

Doch der Vize-Weltmeister-Titel ist doch ein sensationeller Erfolg?

Wenn ich zwei Jahre zurückdenke, da sind wir nach der Vorrunde schon nach Hause gefahren. Wir sind völlig zufrieden. Hätte mir vorher jemand diese Medaille angeboten, das hätte ich blind unterschrieben.

Ist das verlorene Finale dann doch ein Gewinn?

Wir haben auf jeden Fall gewonnen. Schon der Halbfinal-Einzug war für uns ein riesiger Erfolg. Und die Silbermedaille ist eine Zugabe. Die Stärke des Weltmeisters Serbien akzeptieren wir und gratulieren herzlich.