Für die erste Herrenmannschaft des TTC "Anhalt" Zerbst galt es am vergangenen Sonnabend erneut, ein Mammutprogramm zu absolvieren. Mit dem SV Turbo 90 Dessau und dem TTC "Börde" Magdeburg II empfing das Team gleich zwei Kontrahenten, gegen die es wichtige Punkte im Abstiegskampf der Tischtennis-Verbandsliga sammeln wollte.

Zerbst. Ein unglücklicher Start gegen die Dessauer bescherte der Lucas-Truppe einen 1:2-Rückstand nach den Eingangs-Doppeln, wobei die Paarung Lehmann/Hasdorf erneut ihre Klasse unter Be- weis stellte.

Im oberen Paarkreuz hatte Sunday Kinnouezai keine Probleme gegen M. Drews und siegte sicher in drei Durchgängen. Am Nachbartisch gelang es Michael Lucas, den Dessauer Spitzenspieler Köhler in Bedrängnis zu bringen. Jedoch ließ sich eine knappe 1:3-Niederlage nicht verhindern.

Im mittleren Drittel hatte Kai Lehmann nur anfangs leichte Mühen, siegte dann jedoch souverän gegen Lang. Ebenso gut aufgelegt präsentierte sich Denis Hasdorf, der Wieczorek bei seinem Dreisatzerfolg nicht den Hauch einer Chance ließ.

Im unteren Paarkreuz dominierte Stefan Graßhoff mit seinem Noppenspiel clever über Schulze, wohingegen Carsten Heyer am Nachbartisch gegen C. Drews zwar gut spielte, jedoch zu viele Chancen ausließ.

Im Spitzenspiel des Tages hatte es die Zerbster Nummer eins, Kinnouezai, mit dem bislang in der Liga ungeschlagenen Köhler zu tun. Nach verlorenem ersten Durchgang konnte er in Satz vier bereits seinen ersten Matchball zum 11:9 verwandeln.

Bei der Punkteteilung im mittleren Paarkreuz unterlag Lehmann gegen Wieczorek im Entscheidungsdurchgang mit 9:11. Wie bereits in der ersten Runde hielt sich Hasdorf mit einem 3:0 gegen Lang schadlos und brachte den TTC mit 7:6 Punkten in Führung.

Nach ständig wechselnden Führungen entschied Graßhoff das Spiel gegen C. Drews im Entscheidungssatz mit 11:2 und sicherte ein vorzeitiges Unentschieden. Ein ähnlicher Verlauf zeigte sich im Spiel Heyers gegen Schulze. Beim Stand von 7:10 im fünften Satz wehrte Heyer drei Matchbälle ab, um den berühmten Sack dann selbst mit 13:11 für sich und sein Team zuzumachen.

Nach diesem verdienten 9:6-Sieg, den sich die Zerbster als Pflicht auferlegten, sollte um 18 Uhr die Kür gegen die spielstarke zweite Mannschaft des TTC "Börde" folgen.

Wie bereits im ersten Spiel des Tages gerieten die "Anhalter" nach den Doppelspielen in einen 1:2-Rückstand, wobei das Duo Kinnouezai/Heyer über Marmodee/Fromm erfolgreich blieb.

Im oberen Paarkreuz hatte Kinnouezai gegen den Haudegen Marmodee allerhand zu tun, konnte jedoch mit 3:1 den Zerbster Ausgleich herstellen. In der Begegnung mit Burchardt sah Kapitän Lucas nach einem klaren 0:2-Rückstand wie der Verlierer aus, jedoch agierte der Zerbster zusehends aggressiver und konnte Durchgang drei in der Verlängerung mit 14:12 für sich entscheiden. Davon berauscht überrollte er den Magdeburger Spitzenspieler förmlich und brachte sein Team mit 3:2 in Front.

Im mittleren Drittel glänzte Lehmann mit seinem 13:11-Sieg im fünften Satz über Homburg taktisch als auch nervlich, während Hasdorf gegen den äußerst starken Junge nichts ausrichten konnte. Ebenso teilten sich im dritten Paarkreuz die Punkte. Während Graßhoff sich gegen Wilrodt-Schröder knapp geschlagen geben musste, konnte Heyer sein Gegenüber, Fromm, in fünf Sätzen besiegen.

Im Aufeinandertreffen mit Burchardt hatte Kinnouezai nur in Satz drei das Nachsehen, verließ jedoch zu keinem Zeitpunkt die Siegerstraße. Gegen den langjährigen Stendaler Marmodee rettete sich Lucas nach knapp verlorenen ersten Durchgängen noch in den Entscheidungssatz, wo der Gast jedoch gekonnt seine Erfahrung ausspielte.

Im Duell gegen Junge hingen die Trauben für den Strinumer Lehmann etwas zu hoch, was einen weiteren Punkt auf der Haben-Seite der Elbestädter bedeutete. Ähnlich erging es Hasdorf, der dem unbequemen Spiel Homburgs nur hin und wieder Paroli bieten konnte.

Im Aufeinandertreffen der Defensivspieler bewies Fromm den längeren Atem gegen Graßhoff und sicherte den Landeshauptstädtern ein vorzeitiges Unentschieden.

Im letzten Einzelspiel des Tages, ging es für Heyer gegen Wilrodt-Schröder über die volle Distanz, wobei der Zerbster in den wichtigen Phasen entschlossener aufspielte und nach fünf Sätzen auf 7:8 aus Sicht des TTC verkürzte.

In dem Bewusstsein, dass die Gastgeber mit Kinnouezai/Heyer ein gutes Spitzendoppel aufstellen konnten, ging es in die Partie gegen Burchardt/Homburg. Nach zu passivem, verlorenem ersten Satz gelang es den Anhaltern, durch geschickte Spielzüge offensiver zu werden und somit die folgenden Sätze, auch dank der riesigen Unterstützung des tollen Zerbster Publikums, zu gewinnen.

"Mit dem Sieg gegen Dessau und dem Unentschieden gegen die jederzeit fairen Magdeburger haben wir unser Soll heute absolut erfüllt", so ein überglücklicher Zerbster Kapitän Michael Lucas nach dem Spiel.

Zerbst: Kinnouezai 4,5; Lucas 1; Lehmann 2,5; Hasdorf 2,5; Graßhoff 2; Heyer 3,5.

Dessau: Köhler 1,5; Drews, M. 1,5; Wieczorek 1,5; Lang; Drews, C. 1,5; Schulze.

Magdeburg: Burchardt 0,5; Marmodee 1; Junge 2,5; Homburg 1,5; Fromm 1; Wilrodt-Schröder 1,5.