Trüben (sla). Im Februar fand beim Silent Corner in Trüben ein Kurs für Einsteiger im Westernreiten statt. Nichts Besonderes möge man denken, so etwas gibt es in Trüben schließlich das ganze Jahr. Nicht aber dieser Kurs, denn in der sonst mehr durch Frauen dominierten Welt des Reitens sieht man selten so viele Männer auf einem Haufen. Dieser Kurs richtete sich nicht nur an Einsteiger, sondern speziell an diejenigen, die sonst nur zuschauen oder helfen, an die Männer der Reiterinnen.

Unter der Leitung von Andrea Rongelraths-Ganzer wurde am ersten Tag des zweitägigen Kurses zunächst einmal am korrekten Sitz gearbeitet. Das anfängliche Schmunzeln in den Gesichtern der Männer wandelte sich schnell in konzentrierte Gesichtsausdrücke, denn was bei den Damen, die allesamt erfahrene Turnierreiterinnen sind, so leicht aussieht, verlangt ständige Konzentration und Arbeit.

Selbst für diejenigen, die bereits einige Grundlagen beherrschten, kein leichtes Unterfangen. Amüsiert waren nun eher die zuschauenden Frauen. Aber die Teilnehmer zeigten sich ehrgeizig und der Kurs schritt gut voran, so dass am Ende des ersten Tages alle drei Grundgangarten des Pferdes abgearbeitet waren.

Darauf aufbauend war für den zweiten Kursteil Trail angesagt, eine Geschicklichkeitsdisziplin, bei welcher am Boden liegende Hindernisse in einer festgelegten Art und Weise überwunden werden müssen. Dabei dürfen zum Beispiel Stangen oder Pylonen nicht berührt und der richtige Weg muss eingehalten werden.

Hierbei ist neben einem korrekten Sitz vor allem Ruhe und Körperkoordination gefragt. Hier zeigte sich, dass die Übungen vom Vortag die richtigen Voraussetzungen lieferten, so dass sich die Teilnehmer voll auf die Hindernisse konzentrieren konnten, die erst als Einzelaufgabe geübt und anschließend miteinander kombiniert wurden.

Die zunehmenden Zuschauerzahlen bestätigten, dass dies eindeutig der lustigere Teil des Kurses war, denn den Männern war an mancher Stelle doch anzusehen, dass die zuschauenden Damen wussten, wie sich ihre Pferde gewöhnlich bei der Bewältigung dieser Aufgaben verhielten. Für die Damen eine gute Möglichkeit, sich in Geduld zu üben, denn am liebsten wären sie aufgesprungen und hätten ihre Partner mit Tipps überschüttet, wenn da nicht die Trainerin gewesen wäre, die ihrerseits die bunte Truppe gut im Griff hatte und die Situation für sich nutzte, um beide Seiten mit einzubeziehen und Parallelen aufzuzeigen.

Das brachte die Jungs in Fahrt und am Ende ritt jeder einen kompletten Trail, der mit reichlich Applaus der Zuschauer belohnt wurde. Großen Res-pekt ernteten vor allem Edda und Peter Lehmann, die als jung gebliebene in den Mittsechzigern zusammen am Kurs teilnahmen und den jüngeren Teilnehmen in nichts nachstanden.