Zerbst. Nach desolater Leistung verloren die Zerbster Landesklasse-Fußballer weiter an Boden zum Spitzenreiter FSV Barleben. Sie kamen gegen den Tabellenneunten, Börde Magdeburg II, über ein 1:1 (0:0)-Remis nicht hinaus.

Es war angerichtet am Sonnabend: Herrliches Fußballwetter und ein sehr gut zu bespielender Rasenplatz im Zerbster Stadion. Doch was die Fans der Rot-Weißen zu sehen bekamen, verschlug nicht nur diesen die Sprache. Unerklärlich ist der Leistungsabfall der Mannschaft zur Vorwoche. Von der ersten Minute an spielte Zerbst völlig saft- und kraftlos. Da- rauf folgten ein planloses Hin- und Hergeschiebe im Mittelfeld, ohne jegliche Torgefahr auszustrahlen und lange Bälle aus den Halbpositionen, die sehr selten einen Abnehmer fanden. Wenn einmal ein Ball verarbeitet werden konnte, war die vielbeinige Abwehr der Gäste zur Stelle.

So wunderte es keinen, dass der erste Schuss auf das Gästetor von Patrick Möbius in der 25 Minute weit über den Kasten ging. Die Rot-Weißen waren optisch überlegen und ließen die harmlosen Gäste in der ersten Hälfte nicht einmal aufs Tor schießen und trotzdem verstanden sie es nicht, durch Laufarbeit und schnelles Vortragen der Angriffe über Außen den Gegner unter Druck zu setzen. Das hatte sich das Team vorgenommen und konnte es in keiner Phase der ersten Hälfte umsetzen.

So heftig fiel auch die Kabinenansprache des Trainers aus, um die Mannschaft wieder wach zu rütteln. Es hatte auch den Anschein, dass die Ansprache ihre Wirkung nicht verfehlte. Nach Wiederanpfiff waren die Zerbster wacher und kamen zu Chancen. In der 54. Minute ein gut vorgetragener Angriff über die rechte Seite, der Nikolaj Kuklin völlig frei spielte, der zur Halbzeit für Christopher Sens kam. Aber er schoss den Ball viel zu überhastet aus Nahdistanz am Tor vorbei.

Nun war Druck im Spiel und Zerbst drängte auf den Führungstreffer. Bastian Wiegelmann setzte sich auf der rechten Seite energisch durch und konnte im Strafraum nur mit Foul gebremst werden. Den fälligen Strafstoß verwandelte Florian Sens in der 64. Minute sicher zur 1:0-Führung.

Dies sollte doch die Initialzündung sein, doch leider für das falsche Team. Ab diesem Zeitpunkt trauten sich die Gäste aus Magdeburg mehr zu und fuhren einen Konter nach dem anderen. Die Ordnung im Zerbster Spiel ging völlig verloren. Vorn wurden die Bälle leichtfertig vertändelt und die Rückwärtsbewegung fand gar nicht mehr statt. Zerbst bettelte um den Ausgleich und noch waren die Gäste zu überhastet in ihren Abschlüssen. Aber in der 75. Minute war es dann soweit. Nach einem Freistoß der Gäste herrschte absolutes Chaos im Zerbster Strafraum und ein super quer gelegter Pass öffnete Tür und Tor zum viel umjubelten Ausgleich. Zu diesem Zeitpunkt ein hoch verdientes Tor.

Es hätte auch noch schlimmer kommen können, aber zum Glück für Zerbst gingen die Gäste ziemlich fahrlässig mit ihren Chancen um. Zu allem Überfluss wurde der sieben Minuten zuvor eingewechselte Matthias Bruchmüller in der 80. Minute wegen einer Unsportlichkeit zu Recht mit gelb-roter Karte vom Platz gestellt.

Die Rot-Weißen kamen in den letzten zehn Minuten nur noch sporadisch vor das Gästetor, ohne aber wirklich gefährlich zu sein.

Die tapfer kämpfenden Börde-Kicker wollten und bekamen den einen Punkt, den sie sich auf Grund einer starken zweiten Hälfte redlich verdient hatten. Zwischen den Ansprüchen der Rot-Weißen und der Realität ist im Moment eine riesige Lücke. Kommendes Wochenende geht es zum abstiegsbedrohten SV Arminia Magdeburg. Mit so einer Leistung gibt es auch dort ein böses Erwachen.

Zerbst: Werner - Florian Sens, Ernst, Kosel (73. Bruchmüller), Christopher Sens (45. Kuklin), Thamm, Wiegelmann, Möbius, Möhring, Gieseler, Keven Sens.