Zum Spitzenspiel des 21. Spieltages in der Fußball-Kreisoberliga Jerichower Land empfing der VfL Gehrden den Tabellenführer aus Niegripp, der mit dem Auswärtssieg in der vergangenen Woche beim Tabellenzweiten Güsen seine Aufstiegsambitionen einmal mehr untermauerte. Die Partie endete 2:2 (1:0).

Dornburg. Die Gäste mussten im Hinspiel ihre bisher einzige Saisonniederlage gegen den VfL einstecken, revanchierten sich jedoch vor vier Wochen mit einem Heimsieg im Pokal-Achtelfinale. Trainer Heinrich Schöbel musste im Abwehrverbund erneut umstellen, da mit Bohn, Kraft und Kalkhake drei Spieler nicht zur Verfügung standen. Dafür kehrte Maximilian Leps ins Team zurück, welcher den Niegripper Spiel- macher Schlüter komplett aus dem Spiel nahm, so dass dieser nur durch unsportliche Bemerkungen auffiel.

Das Spiel begann gleich mit zwei Paukenschlägen. Nach zwei bzw. fünf Minuten hätte Lars Günther den VfL mit 2:0 in Führung bringen können. Der Niegripper Torhüter hatte bei seinen missglückten Ausflügen jedoch das Glück, dass der Gehrdener Stürmer seine Heber aus 20 Metern neben das Tor setzte.

Nach diesen Aufregern verflachte die Partie. Beide Mannschaften standen sicher in der Defensive. Die Gehrdener kamen nicht zu ihrem gewohnten Kurzpassspiel, sondern versuchten über lange Bälle zum Erfolg zu kommen, blieben aber immer wieder in der tief stehenden Niegripper Verteidigung hängen. Nach 20 Minuten dann ein Aussetzer des Gehrdener Torhüters. Einen Schuss aus 17 Metern ließ er genau vor die Füße eines Niegripper Stürmers fallen, der zum 1:0 nur noch einschieben brauchte.

Die "Schöbel-Truppe" war geschockt. Blau-Weiß zog sich nun noch weiter zurück und lauerte auf Konter. Bis zur Halbzeit passierte jedoch nicht mehr viel. Niegripp kam noch zu zwei Distanzschüssen und auch der VfL konnte kaum gute Offensiv-Akzente setzen.

Zum Wiederanpfiff der zweiten Spielhälfte hatten sich die Gehrdener viel vorgenommen, doch erneut waren es die Gäste, die die gefährlicheren Aktionen hatten. Torhüter Götze hielt seine Mannschaft erst im Eins gegen Eins und dann bei einem 20-Meter-Freistoß im Spiel.

Nach 60 Minuten die Wende. Für den verletzten Stefan Sens kam Florian Baumgart ins Spiel und sorgte für frischen Schwung in der Offensive der Gastgeber. Seinen ersten Distanzschuss setzte er noch neben das Tor. Fünf Minuten später war er aber zur Stelle. Chris Rehse schickte Günther die Linie entlang und seine Flanke fand Baumgart, der aus kurzer Distanz zum umjubelten Ausgleich einschob. Nun sahen die zahlreichen Zuschauer ein packendes Spitzenspiel. Beide Teams spielten mit offenem Visier. Bei einer Niegripper Großchance hatten die Gehrdener Glück, dass ein Stürmer im Nachschuss nur das Außennetz traf. Auf der Gegenseite war es Günther, der drei Meter vor dem Tor querlegte, statt den Ball zu versenken. Fünf Minuten vor dem Ende dann eine unglückliche Abwehraktion des VfL und ein Niegripper traf aus 16 Metern mit einem satten Schuss ins lange Eck.

Mit dem unbedingten Willen, den Ausgleich erzielen zu wollen, warfen die Gehrdener nun alles nach vorn und wurden in der 89. Minute belohnt. Günther schlug erst im Strafraum über den Ball, brachte aber im Anschluss eine gute Flanke, in die Marcel Schöbel segelte und zum 2:2 einköpfte.

Der VfL bleibt damit der Angstgegner der Niegripper. Gegen keine andere Mannschaft musste der Landesklasse-Absteiger bisher Punkte lassen. Nun muss diese Leistung auch am kommenden Wochenende im Heimspiel gegen Ihleburg/Parchau abgerufen werden. Gegen diesen Gegner haben die Gehrdener aus dem Hinspiel noch einiges gut zu machen.

Gehrden: Götze - Sens (60. Baumgart), Krause, Leps, Rehse - Knape, Schöbel, Wiergowski, Lehmann, Günther, Böttge (75. Lange).