Nach dem Heimsieg in der Vorwoche gegen Weißenfels wollen die Zerbster Verbandsliga-Handballer des HSV 2000 gegen den Tabellenzweiten Kühnau erneut für eine Überraschung sorgen. Kein leichtes Unterfangen, betrachtet man den Gegner und dessen Aufstiegsmöglichkeiten.

Zerbst. Mit dem Sieg auswärts gegen Steuden mischen die Kühnauer wieder voll im Aufstiegsrennen mit. "Wenn wir am Ende die Möglichkeit haben aufzusteigen, werden wir diese Chance nicht leichtfertig vergeben", äußerte sich Marko Wallschläger nach dem Hinspiel in Zerbst. Das Spiel hatten die Seidel, Rathmann und Co. bekanntlich 31:27 vor der Zerbster Rekordkulisse von 304 Zuschauern gewonnen. Nun sind sie als Zweiter wieder in direkter Sichtweite des Aufstiegsplatzes, aber daher auch im Zugzwang. Aus dieser Sicht steht die Frage: Können die Kühnauer mit diesem Druck umgehen?

Dazu kommt natürlich die immer besondere Brisanz solcher Derbys zwischen Dessauer und Zerbster Mannschaften. Zudem ist es für beide Teams kein normales Spiel, haben etliche Spieler samt Trainer Torsten Kwoczalla vor nicht allzu langer Zeit noch an einem Strang gezogen. Die Mannschaften sind aber reifer geworden und haben sich entwickelt. Deshalb werden es alle rein sportlich sehen.

Sportlich sind die Hausherren in der Dessauer Anhalt-Arena am Sonntag ab 15.30 Uhr Favorit. Der Kader ist einfach ausgeglichener besetzt und individuell breiter mit mehr Qualität bestückt. Keine Frage, die erste Zerbster Bank kann gegenhalten, hat ebenfalls herausragende Stärken. Die zweite Bank ist bei den Kühnauern deutlich stärker, was am Ende ausschlaggebend sein könnte.

Bei den Zerbstern hofft man auf die Studenten, dass sie sich wieder so wie gegen Weißenfels einbringen können. Erfreulich, dass Erik Lewin aus dem Rückraum mit gewaltigen Würfen viel für das eigene Ego getan hat, endlich wieder "richtig torgefährlich war" (Benecke). Dann stimmt das tolle Spiel von Mathias "Matze" Krümmling optimistisch. Was der 1,93 Meter Hühne taktisch und in der Abwehr geleistet hat, war in dieser Art und Weise sogar für Insider überraschend. Das war eines seiner besten Spiele für den HSV überhaupt.

Da die Stärken vom Liga-Torschützenbesten Sebastian Daudert und vom super schnellen Tobias "Bob" Els dem Kühnauer Betreuerstab genau bekannt sind, müssen die Zerbster mit taktischen Gegenmaßnahmen rechnen. Gegen Weißenfels hat der HSV das aber gut gelöst.

Leider fällt Abwehrrecke Sebastian Siebert mit einem Muskelfaserriss länger aus, fehlt so zur Entlastung. Die kann und wird natürlich Rückkehrer Ralf Steffen bringen. "Für mich der beste Abwehrspieler der Liga", so der O-Ton von Kwoczalla noch aus Zerbster Zeiten. Der 1,92 Meter große Rückkehrer wird sich aber erst noch "reinfinden müssen" (Benecke). Wunderdinge sollte man deshalb nicht gleich erwarten. Nach seiner ganz schweren Knieverletzung und seiner über Wochen fehlenden Spielpraxis muss er erst wieder Anschluss finden. "Ich bin dabei und fühle mich gut", antwortete der gebürtige Zerbster auf Nachfrage vergangenen Sonnabend. Er ist ohne Zweifel ein Zerbster Sympathieträger und bei den HSV-Fans hoch angesehen.

Der Zuspruch wird wieder auf beiden Seiten groß sein. Fährt der Zerbster Fan-Club mit, dürfte die Anhalt-Arena von der Lautstärke her wieder in HSV-Hand sein. Ob es auch spielerisch und dann vom Ergebnis her so sein wird, muss sich zeigen. Für Spannung ist jedenfalls gesorgt.

Spielerkader HSV: Haberland, Engler, Geilich - Natho, Daudert, Lewin, Hohmann, Els, Krümmling, Krüger, Tiepelmann, Rugies, Steffen, Markmann, Kämpfer, Maerten.

Ansetzungen des Spieltages: Bernburg II - Staßfurt II, Dessau/Rosslauer HV II - Erdeborn, Köthen II - Halle II, Steuden - Wittenberg, Saaletal - Schkopau, Kühnau - Zerbst.