Die Landesklasse-Kicker des TSV Rot-Weiß Zerbst mussten am Sonnabend zur abstiegsbedrohten Arminia aus Magdeburg reisen. Trainer Torsten Marks hatte mit akuten Personalproblemen zu kämpfen. Nur elf Spieler standen ihm zur Verfügung. Wie erwartet waren die Platzherren bei herrlichem Fußballwetter ein unangenehmer Gegner, der nichts zu verlieren hatte. Am Ende verließen aber die Gäste aus Zerbst nach einer schwachen Partie mit 2:0 (1:0) als Sieger den Platz.

Magdeburg. Um den Anschluss auf Tabellenführer Barleben nicht zu verlieren, sollten unbedingt die drei Punkte eingefahren werden. Nur hatten die Magdeburger von Anfang an etwas dagegen. Sie störten früh und versuchten immer wieder, das Aufbauspiel der Gäste zu unterbinden. Erstes Achtungszeichen dann in der vierten Minute. Nach einem indirekten Freistoß von Marcel Gieseler verfehlte Thomas Möhring, der wieder als Stürmer zum Einsatz kam, nur knapp.

Nach zehn Minuten war die Arminia besser im Spiel. Nach einem Kopfball klärte Ricardo Werner sicher. In der 15. Minute dann eine gute Aktion auf der rechten Außenbahn durch Bastian Wiegelmann. Seine präzise Flanke verfehlte Florian Sens per Kopf nur knapp.

Mitte der ersten Hälfte hatten die Zerbster etwas mehr Spielanteile. Immer wieder versuchten sie, über die Außenbahnen in den Strafraum der Gäste zu gelangen. Dies klappte nur selten, weil oftmals der Ball zu überhastet gespielt wurde oder Abspielfehler und Fehlpässe folgten. Aber auch die Platzherren verstanden es nicht, für große Gefahr zu sorgen. Schafften sie es mal bis an den Strafraum, folgten sehr schwache Abschlüsse.

In der 30. Minute dann ein harmloses Foul an der rechten Außenbahn, bei dem sich im Anschluss ein Magdeburger Spieler zu einer Tätlichkeit hinreißen ließ und völlig zu recht mit Rot zum Duschen gehen musste. Es kam Hektik auf. Dennoch blieb Zerbst das bessere Team. In der 35. Minute dann die verdiente 1:0 Führung. Nachdem sich Wiegelmann wieder gut im gegnerischen Strafraum durchsetzen konnte, verwandelte Nikolaj Kuklin überlegt ins lange Eck. Kurz vor dem Halbzeitpfiff versuchte es Florian Sens noch einmal mit einem Distanzschuss, welcher knapp über das Tor ging.

Obwohl nur mit zehn Mann, kam der Platzherr besser aus der Kabine. Bereits in der ersten Minute der zweiten Halbzeit war es Werner zu verdanken, der mit einer Glanzparade den Ausgleich verhinderte. Zerbst kam sehr schlecht in Gang. Nach zehn Minuten war Arminia die bessere Elf. Völlig unverständlich, warum der TSV sich das Spiel aus den Händen nehmen ließ. Fehlpässe prägten das Bild. Einzig Werner war es nun zu verdanken, dass es noch nicht 1:1 stand.

Nach einer dieser Paraden in der 63. Minute folgte ein Angriff über die rechte Seite. Christopher Sens flankte präzise in den gegnerischen Strafraum. Unter Bedrängnis gelang es Möhring dennoch mit einem herrlichen Kopfball über den Torhüter, die 2:0-Führung zu erzielen.

Nach diesem Treffer kam etwas Ruhe ins Spiel. Auf Zerbster Seite blieb es dennoch ein schwaches Spiel. Keine Pässe kamen an, keine Laufwege waren zu erkennen. Arminia setzte noch einmal ein Achtungszeichen. Bei einem Schuss aus gut 18 Metern verhinderte nur noch die Latte den Anschlusstreffer. Kurz danach war es noch einmal der beste Zerbster Spieler, Werner im Kasten, der mit einem tollen Reflex diese drei Punkte festhielt, bevor der Schiedrichter die Partie beendete.

Die Rot Weißen fuhren nach einer glanzlosen Partie als Sieger nach Hause. Das Trainergespann war mit drei Punkten zufrieden, aber mit der spielerischen Leistung auf keinen Fall. "Für mich völlig unerklärlich, das man so eine schlechte erste Hälfte in der zweiten mit einem Mann mehr noch toppen kann. Die Mannschaft überrascht mich immer wieder. Alles, was wir besprechen, was wir trainieren, wird im Spiel vergessen. Wir schaffen es einfach nur sehr selten, gegen einen vermeintlich schwächeren Gegner unser Spiel zu machen und unsere spielerische Überlegenheit, die ohne Frage vorhanden ist, auch umzusetzen", so Torsten Marks nach der Partie.

Zerbst: Werner - Ernst, Gieseler, Scheil, Möbius, Florian Sens, Wiegelmann, Christopher Sens, Kosel, Möhring, Kuklin.