Zerbst. Ein Blick auf die Tabelle verrät, Handball-Verbandsligist HSV 2000 Zerbst bestreitet morgen ab 16.30 Uhr ein sogenanntes Vier-PunkteSpiel. Mit einem Sieg gegen den unmittelbaren Tabellennachbarn, SV 1925 Steuden, könnten die Zerbster viel Boden gut machen. Zudem haben sie gegen-über Steuden noch zwei Nachholspiele, was ebenfalls ein Faustpfand ist. Ohne Frage: Die Begegnung ist eines der wichtigsten Spiele der vergangenen Jahre für den HSV überhaupt. Um ganz sicher zu gehen, muss wohl am Ende Platz elf belegt werden.

Steuden konnte vergangenes Wochenende in eigener Halle die Wittenberger deutlich mit 33:27 besiegen. Der ehemalige Oberligist will nun auch in Zerbst punkten. Im Hinspiel zeigten die Steudener eine vor allem kämpferisch starke Leistung. Sie profitierten dabei auch von einigen Undiszipliniertheiten der Mannen von Trainer Bodo Benecke. Zu oft ließen sie sich provozieren und erhielten prompt Zeitstrafen oder sogar Rot (Lewin).

Viel läuft nach wie vor bei den Gästen des HSV über Kreisspieler Ronny Voigt. Mit den Erkenntnissen aus dem Hinspiel, stellt sich nun die Frage: Wer nimmt den schwergewichtigen und sehr wendigen Routinier aus dem Spiel? Im November machte das Sebastian Siebert hervorragend, ließ in der Deckung den wohl besten Kreisspieler der Liga kaum zur Entfaltung kommen. Siebert ist aber verletzt, fällt vorerst mit Muskelfaserriss aus. Mit Ralf Steffen und Mathias Krümmling hat Benecke noch Optionen für den Mittelblock. Durch das Mitwirken von Steffen ist die HSV-Abwehr kompakter geworden. Das Spiel gegen Kühnau hat das vergangenen Sonntag gezeigt.

Apropos Kühnau. Das Spiel geisterte bei allen Spielern und vielen Fans noch Tage danach im Kopf herum. Die unglückliche Niederlage hat mächtig weh getan. "Alle waren lange nach dem Spiel in der Kabine fassungslos. Ich habe aber auch gehört, wie sie sich geschworen haben, gegen Steuden unbedingt zu gewinnen", so Benecke Anfang dieser Woche.

Darauf setzt der Zerbster Handball-Lehrer, hofft auf eine ähnlich gute Leistung. Es ist zur Zeit aber schwer, solche Spiele über die Woche beim Training gründlich auszuwerten und taktische Schlussfolgerungen zu ziehen. "Aus den unterschiedlichsten Gründen fehlen mir immer vier bis fünf Spieler", ging Benecke auf ein ernstes Problem ein. Fast alle Vereine der Liga haben damit zu kämpfen. Die geplagten Trainer müssen immer improvisieren, wie und wann sie die Mannschaft zum nächsten Spiel taktisch einstellen können. Darin kann man vielleicht eine Ursache mit ableiten, für die starken Formschwankungen fast aller Mannschaften.

Wie dem auch sei: Der HSV muss morgen mit Unterstützung der hoffentlich wieder zahlreichen Fans das Beste aus der Situation machen. Mit den gezeigten Leistungen der vergangenen Spiele haben die Zerbster aber gute Chancen, gegen den äußerst kampfstarken Kontrahenten zu punkten.

Der Spielerkader wird sich kaum verändern. Zu hoffen ist, dass einige Spieler, die vergangenen Sonntag noch fehlten, dieses Mal dabei sein können. Nur mit acht Feldspielern kann man nicht in so ein entscheidendes Spiel gehen.

Für die Handball-Fans noch der Hinweis, dass um 16 Uhr durch den Vorstand des HSV und den Staffelleiter die Mannschaft der männlichen E-Jugend für ihren Meistertitel der beendeten Saison ausgezeichnet wird.

Spielerkader HSV: Haberland, Engler, Geilich - Natho, Daudert, Lewin, Hohmann, Els, Krümmling, Krüger, Tiepelmann, Markmann, Kämpfer, Maerten

Weitere Ansetzungen des Spieltages:

Staßfurt II - Weißenfels, Erdeborn - Kö- then II, Wittenberg - Reichardtswerben, Schko- pau - Dessau/Roßlau, Halle II - Bernburg II.