Fußball, Fußball, Fußball - davon kann er einfach nicht lassen, davon bekommt er niemals genug: A-Lizenz-Fußball-Trainer Joachim Schaffer feiert heute seinen 60. Geburtstag. Schaffer, der noch bis Juni beim TSV Rot-Weiß Zerbst angestellt ist, arbeitet seit Januar 2011 als Trainer beim Landesklasse-Team des CFC Germania Köthen.

Zerbst. Am 29. April in Göhren auf Rügen geboren, begann die Fußball-Laufbahn von Joachim Schaffer im Schülerbereich mit Erfolgen wie Kreismeister und Rügenpokalsieger. Als rechter Außenstürmer und später als Mittelfeldspieler gehörte er zur Rügenauswahl im Schüler- und Jugendbereich und zum Kader der Bezirksauswahl Rostock. 1967 wurde Schaffer mit der Rügenauswahl Bezirkspokalsieger im Bezirk Rostock.

Nach seiner Lehre als Stahlschiffbauer in der Elbewerft Roßlau begann der Jubilar im Jahr 1970 bei Lok Bergen in der Bezirksliga Rostock, feierte im selben Jahr den Bezirkspokalsieg. Auch während seiner Wehrpflichtzeit blieb er Lok Bergen treu und schaffte mit dem Team den Aufstieg in die DDR-Liga Staffel Nord.

In den Jahren 1972 bis 1974 kehrte Schaffer jedoch nach Roßlau zurück, arbeitete im DHW Rodleben und spielte beim damaligen Motor Roßlau.

Der plötzliche Tod seines Vaters ließ ihn nach Rügen zurück kehren, wo er bis 1976 wieder in der DDR-Liga kickte. Eine schwere Knieverletzung im letzten Punktspiel gegen Veritas Wittenberge zwang ihn, seine leistungssportliche Laufbahn zu beenden.

Seit 1976 wohnt Schaffer in Roßlau, wo er eine Familie gründete und nach seinem Meisterlehrgang als Meister im DHW Rodleben tätig war. Bis 1978 war er auch wieder sportlich aktiv, kickte bei Motor Roßlau bis zur Bezirksliga.

Auch in den Jahren 1980 bis 84 war er nach seinem beruflichen Wechsel nach Grimma wieder fußballerisch aktiv. Er spielte bei Motor Grimma bis zum DDR-Liga-Aufstieg 1982, brachte sich als Nachwuchstrainer ein und qualifizierte sich auf dieser Schiene weiter.

1984 verschlug es den 60-Jährigen erneut nach Roßlau zurück, brachte er sich im Nachwuchs bei Motor Roßlau ein. Von 1988 bis 89 fungierte er als Juniorentrainer bei Vorwärts Dessau in der DDR-Liga.

Im Jahr 1993 war der Familienvater als Assistenztrainer im Männer- und Juniorenbereich auch beim SV Dessau 05 tätig.

1994 stand der Opa eines Enkels der U17-Auswahl Sachsen-Anhalts beim Länderpokalturnier als Co-Trainer zur Seite.

Diverse Qaualifizierungen folgten. 1995 erwarb Schaffer die Trainer-A-Lizenz und wurde im selben Jahr Trainer des TSV Rot-Weiß Zerbst. Da spielte Zerbst in der Landesliga Mitte. Etliche Trainer-Arrangements folgten, unter anderem in Oranienbaum (Landesliga Mitte), Grün-Weiß Wolfen, VfL Gräfenhainichen (beide Verbandsliga Sachsen-Anhalt), bis Schaffer im Januar 2001 erneut den Rot-Weißen zur Seite stand. Da war er auch für den gesamten Nachwuchsbereich zuständig.

In den Jahren 2003 bis 2006 übernahm er das Traineramt beim SV Chemie Rodleben, wurde Nachwuchsleiter und gründete bespielsweise die Spielgemeinschaft Rodleben-Steutz/Leps im Jugendbereich, die sehr erfolgreich war.

In der Saison 2006/2007 übernahm der Roßlauer dann das Traineramt im Männerbereich der FSG Steutz/Leps in der Kreisliga, feierte mit dem Team den Aufstieg in die Kreis- oberliga. In Steutz war er auch für die F- und E-Junioren zuständig. Seit September 2007 trainierte Schaffer außerdem eine Bambinigruppe und die Schul-Arbeitsgemeinschaft der Grundschule Steutz, die im Rahmen einer ABM-Maßnahme noch heute läuft.

Zur Serie 2008/09 kam Schaffer zum dritten Mal nach Zerbst, trainierte bis April 2010 die Landesklasse-Elf des TSV. Dann wurde er als Trainer vom Amt entbunden, ist aber noch bis zum 30. Juni beim TSV angestellt.

Bei den Rot-Weißen zeichnete er auch für die B- und spätere A-Jugend verantwortlich, hatte großen Anteil am Erreichen des Hallenkreismeisterschafts-Titels im Winter 2009/10. Desweiteren trainiert er die G-Junioren des Vereins.

Im Rahmen seiner Tätigkeit hat er sich immer äußerst engagiert, zeichnete unter anderem für die Aktion "Team 2011" verantwortlich und baute im Rahmen dieser DFB-Kampag- ne eine Mädchen-AG aus Schülerinnen der Grundschule "An der Stadtmauer" Zerbst auf. "Mit der Superaktion 2011 ist meine Tätigkeit beim TSV fast beendet. Ab Juni geht es dann voll nach Köthen, was das Sportliche anbelangt, vielleicht sogar mit einer Anstellung dort beim Fußballclub. Ich fühle mich sehr wohl in Köthen, habe gute Leute um mich herum. Der sportliche Höhepunkt steht am 1. Mai mit dem Kreispokalendspiel in Greppin gegen Friedersdorf an. Dann laufen jetzt schon die Vorbereitungen auf die neue Saison. Ich denke schon, dort in Köthen einiges bewegen zu können", so Schaffer, befragt nach seinen Zielen.

Stolz ist der leidenschaftliche Hansa Rostock-Fan auch auf seinen Sohn Hendrik, der in seine Fußstapfen tritt. Er erlangte im vergangenen Jahr die Fußball-B-Lizenz. Aufgrund seines Studiums kann er sich zur Zeit nicht als Trainer einbringen. Seit dem vergangenen Jahr hat die Familie Schaffer Zuwachs bekommen. Der stolze Opa Joachim Schaffer hofft, dass er auch seinem Enkelsohn noch so manchen fußballerischen Rat geben darf.