Zerbst. Nach der sehr knappen Niederlage in der Anhalt-Arena gegen den Dessau-Roßlauer HV II muss Hand- ball-Verbandsligist HSV 2000 Zerbst erneut den Weg in die Fremde antreten. Diesmal geht es über die Elbe nach Bernburg. Dort ist heute um 14 Uhr in der großen "Bruno Hinz"-Halle Anhalt Bernburg II der Konkurrent. Die Bernbruger liegen weit weg von Gut und Böse, könnten eigentlich die restlichen Spiele der Saison für Testzwecke nutzen.

Wer Bernburgs Trainer Stefan Kutschbach näher kennt, weiß jedoch, dass er ungern verliert und "mit den Zerbstern noch eine Rechnung offen hat". Denn am sechsten Spieltag musste er in Zerbst eine empfindliche 24:27-Niederlage hinnehmen. Nach dem Spiel war der Trainer mächtig angesäuert. Er sah sich damals im Aufwind, hatte mit seiner Mannschaft Tabellenführer Kühnau grandios niedergerungen. Dann die blamable Vorstellung seiner Truppe in Zerbst. Das will der Bernburger Übungsleiter nun un- bedingt revidieren. Alles andere als einen Sieg dürften die Bernburger nicht einkalkulieren. Als Sechster sind sie laut Tabelle ja auch Favorit. Das letzte Spiel hatten die Saalestädter gegen die guten Erdeborner 35:30 gewonnen, zeigten dabei eine mannschaftlich geschlossene Leistung. Darauf müssen sich die Zerbster einstellen.

HSV-Trainer Bodo Benecke und seine Mannen werden versuchen, die Niederlagenserie in Bernburg zu beenden. In den vergangenen Jahren gab es für den HSV an der Saale nichts zu holen. In der vergangenen Saison hatte der HSV beim 25:29 keine Chance. Besser will er sich nun heute "verkaufen". Zeigt er sich vor allem im Abwehrverhalten wieder als aggressive Einheit, ist durchaus ein Punkt möglich.

Der Kader wird sich zum Dessau-Spiel kaum verändern. Anerkennenswert ist, dass Tobias Els die weite Anreise aus Berlin immer wieder auf sich nimmt. Auf den wieselflinken Außen kann und will Trainer Benecke auch nicht verzichten.

Wie sich der Kader in der kommenden Saison komplettiert, konnte noch keiner konkret sagen. Fakt ist, dass Christian Geilich und Markus Natho in der Zweiten zum Einsatz kommen werden. "Die Verantwortlichen des HSV prüfen zur Zeit Möglichkeiten", so Präsident Ralf Fritze, "den Kader mit interessierten auswärtigen Spielern zu ergänzen".

Trainer Benecke möchte den Kader weiter punktuell verstärken, ohne die Eigengewächse (Rugies, Moller) und eigenen Talente (Tams, Papke, Weise, Hübner, Döhring) aus dem Blickfeld zu lassen.

Heute muss aber erst noch die laufende Saison konzentriert gespielt werden. Die Zerbster wollen ihre Fortschritte unter Beweis stellen. In Bernburg haben sie nun erneut eine Möglichkeit dazu.

"Vielleicht unterstützen uns wieder so viele Fans wie in Dessau", hofft Fritze auf einen großen HSV-Anhang. Anzumerken sei noch, dass Bernburg und die Spielhalle (Richtung Aschersleben) in knapp 45 Minuten über die Elbe (Fähren Aken oder Breitenhagen) zu erreichen sind.

Spielerkader des HSV: Haberland, Engler - Daudert, Lewin, Hohmann, Els, Krümmling, Krüger, Tiepelmann, Steffen, Markmann, Kämpfer, Maerten.

Ansetzungen des Spieltages: Anhalt Bernburg II - HSV 2000 Zerbst, Einheit Halle II - Dessau/Roßlauer HV II.