Die Verbandsliga-Handballer des HSV 2000 Zerbst konnten am Sonnabend in Bernburg punkten. Mit dem ganz wich- tigen 35:34 (17:17)-Auswärtssieg beendeten sie die lange Erfolglosigkeit in Bernburg. Vor nur 61 Zuschauern er- zielten Daudert, Steffen und Els die meisten Treffer für den HSV.

Bernburg. Trainer Bodo Be- necke musste auf Jonas Hohmann und Florian Markmann verzichten. Dafür waren wieder Hannes Pöls und Außen Oliver Kämpfer dabei. Bernburgs Trainer Stefan Kutschbach konnte seinen Stammkeeper nicht einsetzen, hatte aber einen erfahrenen Kader (mit ehemaligen Zweitliga-Spielern) zur Verfügung.

Zu Beginn des Spiels lange Gesichter bei den wenigen HSV-Fans. Nach fünf Minuten führten die Bernburger 4:1. Benecke begann mit Engler im Tor. Davor agierten Lewin, Tiepelmann, Steffen, Pöls, Krümmling und Daudert. Der HSV begann zu verhalten. "Da war doch eine Lücke. Da musst du durch", fauchte gut hörbar Kapitän Daudert den sich später toll steigernden Erik Lewin an. Dann hielt Engler zwei Bälle und gab das Signal. Daudert selbst, der sehr dynamische Tino Tiepelmann sowie Linksaußen Oliver Kämpfer schafften den Ausgleich (9./4:4). Dann eine mächtige "Schrumme" von Lewin. Kein Bernburger Abwehrspieler bekam rechtzeitig die Hände hoch. Der HSV ließ die Hausherren nicht weg. "Es war ein typisches Spiel zum Saisonende. Es gab auf beiden Seiten zu viele Fehler. So kannst du kein Spiel gewinnen. Der HSV hatte das glücklichere Ende dann für sich", schätzte Kutschbach nach Spielende ein.

In der ersten Hälfte war das Spiel recht ausgeglichen, wobei der HSV sich bis zur Pause eigentlich hätte absetzen müssen (22./13:11). Die Zerbster vergaben klarste Chancen, spielten in Überzahl ihre Angriffe nicht aus und handelten sich Zeitstrafen ein. Bernburg war zur Halbzeit mit dem 17:17 gut bedient.

Nach dem Wechsel taktische Winkelzüge von Benecke. Er stellte im Angriff Daudert an den Kreis. Krümmling (in der Abwehr zu zimperlich) spielte im Rückraum. Steffen wechselte von Halbrechts auf Halblinks. Die Außen kreuzten verwirrend mit Daudert. Ganz ging die Taktik nicht auf. Der HSV nutzte die sich bietenden Einwurfmöglichkeiten nicht. Die Bernburger waren cleverer, gingen wieder in Führung (37./21:20).

Das Spiel wurde kampfbetonter und brachte die Zuschauer in einigen Situationen mächtig auf. Die HSV-Abwehr bot in dieser Phase zu viele Lücken. "Bewegen, bewegen", schrie Benecke ins Feld. Zum Glück steigerte sich Engler. Steffen (7 Tore) brachte seine Kraftreserven ein, stand die ganzen 60 Minuten wie ein Fels in der Deckung. Was für ein Gewinn für das HSV-Spiel. Dazu traf jetzt Tobias Els bei jeder Aktion.

Da sich Bernburg mit Zeitstrafen selbst aus dem Spiel brachte, bekamen die Zerbster die zweite Luft (51./30:27). Doch die Gastgeber kamen emotionsgeladen erneut Tor um Tor heran, nutzten Unachtsamkeiten des HSV sogar zur 31:30-Führung. "Doch man spürte, alle wollten den Sieg", so Benecke zum erneuten Aufbäumen seiner Mannschaft. Daudert zerrte trotz Manndeckung an den Ketten. "Daudert ist eigentlich zu gut für die Klasse", meinte Kutschbach zum Zerbster Torschützenbesten. Aber auch alle anderen kämpften und rackerten, glichen mit viel Einsatz eigene Fehler aus.

Benecke brachte wieder David Maerten nach doppelter Zeitstrafe wegen Meckerns auf Aufbaumitte. Er machte das Spiel wieder schnell und brachte eine Linie herein. Be- necke nahm clever und diesmal zum richtigen Zeitpunkt die Auszeit (57.). Dann viel Hektik in den letzten 180 Sekunden (Rot für Bernburg, Zeitstrafe für Steffen). Die Bernburger drückten, kämpften um wenigstens einen Punkt. Im Konter machten dann Steffen und der nicht zu haltende Els den nach Abpfiff von allen Zerbsten tanzend gefeierten 35:34-Auswärtssieg perfekt.

HSV Zerbst:Haberland, Engler - Lewin (4), Tiepelmann (3), Maerten, Daudert (11), Krümmling (1), Pöls, Els (7), Steffen (7), Kämpfer (2). Trainer:Benecke, Betreuer:Siebert, Zuschauer:61.

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